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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
845
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Erman(A.G.) Ernst lll. (Herzog zu Sachsen-Koburg-Gotha) 845

Mannichfaltigkeit der Richtungen bei ihm bedingte. Er gehört nicht zu Denen,die, einem genau abgegrenzten Gegenstände ausschließlich hingegeben, sich ein er-schöpfendes Verdienst um denselben erwerben: vielmehr überraschen die zahlreichenAbhandlungen, die sich von ihm inGilbert'sAnnalen", in denAbhandlungen derberliner Akademie der Wissenschaften" und in einigen auslandischen Sammlungengleicher Art befinden, durch die Mannichfaltigkeit der Gegenstande, wie sie bedingt wartheils durch das eben erwähnte Bedürfniß des Lehramtes, theils auch durch eine indivi-duelle skeptische Idiosynkrasie, welche die Grenze des mit vollkommener Sicherheit zuBehauptenden so eng absteckte, daß er eine große Mehrheit seiner Arbeiten lieber derPublicität entzog als möglicherweife der Wahrheit etwas in den Weg legen wollte.Dies gilt namentlich von seinen schwierigen, zwei Jahre hindurch unablässig fortge-setzten Versuchen über die künstliche Bebrütung des Eies der Vögel in irrespirabelnGasarten. Wenn Magnetismus, Hygrologie, Optik und Physiologie die Gegen-stände seiner Untersuchungen waren, so kann doch die Lehre von der Elektrizität alsdie Haupttendenz derselben betrachtet werden. Galvani's Entdeckung und Volta sSäule erregten mächtig seine Wißbegier, und es gelang ihm mancher nicht unwich-tige Aufschluß, wie namentlich die pariser Akademie urtheilte, als sie ihm 1806-den von Napoleon gestifteten Galvani'schen Preis zuerkannte. Früher schon warE. Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin geworden, und einigeJahre später Secretair ihrer physikalischen Classe; eine große Anzahl auswärtigerAkademien würdigten ihn der Mitgliedschaft.

Erman (Adolf Georg), Doctor der Philosophie und Privatdocent ander berliner Universität, Sohn des Vorgenannten, geboren zu Berlin 1806, stu-dirte auf der dortigen Universität die Naturwissenschaften, und schon seine In-auguraldissertation :De ratione inter volumina chusstem corporis tum solicki,tum licpiesceutis tum lihuiüi", wodurch er die Doctorwürde erlangte, fand einegünstige Aufnahme bei Männern vom Fache. In Königsberg setzte er seine Stu-I dien unter Besse! fort und hatte das Glück, denselben auf einer wissenschaftlichenReise nach München zu begleiten. In den Iahren 1828,1829 und 1830 voll-^ brachte er aus eignen Mitteln eine Reise um die Welt, deren Hauptzweck neben an-dern wissenschaftlichen Bestimmungen war, mittels der besten Methoden und der aus-> zewähltestenInstrumente ein Netz um den ganzen Umkreis unsersPlaneten von mög-lich genauen magnetischen Bestimmungen zu gewinnen. Für den ersten Theil dieserReise bis nach Irkutsk schloß sich E. an die magnetometrische Expedition, welche Han-steen, dieser Koryphäe der magnetischen Untersuchungen, durch den westlichen TheilvonSiberien auf Veranlassung derschwedifchen Regierung unternahm. Die weitereReise durch ganz Nordasi'en von der Mündung des Oby über Ochotzknach Kamschatka,und von da zur See über die russisch-amerikanischen Colonien, Californien, Ota-heiti, Rio Janeiro, um Eap Horn zurück nach Petersburg und nach Berlin voll-brachte er allein. Vorläufige Resultate seiner Beobachtungen gab er in: Berg-baus'Annalen der Erdkunde", Bd. 1 und 2;Journal der Reisen", 1832,Zun. bis August, und in mehren andern Journalen, vornehmlich aber auch inseiner Schrift:Der Lauf des Oby" (Berlin 1831). Die vollständige Be-schreibung seiner Reife, zerfallend in eine historische und eine rein wissenschaftlicheÄbtheilung, ist unter der Presse und soll mit einem reich ausgestatteten Atlas näch-stens erscheinen. ,

Ernst III., Herzog zu Sachsen-Koburg-Gotha, Fürst zu Lichtenberg, istbm 2. Jan. 1784 geboren und gelangte den 9. Dec. 1806 zur Regierung. Erstatte, während das französische Heer fein Erbland überschwemmte und nach deranglücklichen Schlacht bei Saalfeld in große Noth brachte, an der Seite des Kö-nigs von Preußen an dem Feldzuge, und namentlich an der Schlacht bei Auerstädr^heil genommen und befand sich bei seines Vaters Tod, an einem Nervensieber

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