H28
Entdeckungsreisen
„(AouäeLie)," (1830) nur eine schwache Erinnerung an seine frühem Vorzüge.Unter den übrigen Erzählern der neuesten Zeit verdienen Erwähnung Ritchie, der1829 verstorbene Barry St.-Laeger, und Marie Mitford, deren Erzählungen manGenrebilder nennen könnte. Die Novelle, wie sie sich in Deutschland classisch aus-gebildet hat, ist bis jetzt eine in England unbekannte Darstellung. WashingtonIrving, der seit zehn Iahren, wie Cooper, mehr der europäischen als der trans-atlantischen Literatur angehört hat, folgte in der neuesten Zeit seiner eigentüm-lichen Geistesrichtung, und nachdem er, während seiner Reise in Spanien angeregt,einen historischen Stoff bearbeitet hatte, der den Amerikaner begeistern mußte, dieGeschichte des Colombo und die Züge seiner Gefährten, hat er, nach der Heimathzurückkehrend, Europa in seinen Erzählungen aus der „Alhambra" ein schönesGastgeschenk gegeben.
Entdeckungsreisen. Wie im frühern Mittelalter die Araber undNormannen, und späterhin die Portugiesen, Spanier und Holländer, haben inder neuesten Zeit die Briten und Franzosen die einflußreichsten Entdeckungsreisenzur genauem Erforschung des Erdballs unternommen. Den Deutschen aber ge-bührt der Ruhm, zuerst die Geschichte derselben aufgefaßt und verbreitet zu haben.Während noch vor 60 Jahren eine Erdumsegelung ein großes Weltereigniß war,vergeht jetzt kein Jahr, wo nicht die Schisse aller Nationen sich im großenOzean kreuzen. In dem letzten Jahrzehend fällt besonders Frankreichs Tä-tigkeit in dieser Beziehung auf. Der Capitain Louis Freycinet *) eröffnet dieschnell aufeinander folgenden Rundfahrten der Franzosen um die Erde. SeineHauptzwecke waren, Erfahrungen über den Erdmagnetismus und die Gestaltunsers Planeten einzusammeln. Am 1?. Sept. 1817 auf dem Schisse Uraniavon Toulon ausfahrend, segelte er über Rio Janeiro, wo Pendel- und Seecompaß-beobachtungen angestellt wurden, nach Jsle de France, den Marianen und Sand-wichinseln. Über Port-Jackson und Feuerland heimkehrend, litt er in der fran-zösischen Bai Schissbruch und kam am 13. Nov. 1820 auf einem in Amerikaangekauften Fahrzeuge, lue pb/sicienne, wieder in Frankreich an. Neben den herr-lichen Ergebnissen über Erdmagnetismus nehmen die hydrographischen Arbeiten eineder ersten Stellen ein, sodaß Freyinet, nebst Malaspina und Laperouse, den Stoffzu der besten Karte des Marianen-Archipels lieferte. Jsle Rose wurde entdeckt,mehre Küstenstriche von Timor und einige Eilande in dessen Nähe aufgenommen,die Inseln im S, von Gilolo bestimmt, und die Meerenge zwiAcn Borneo, Am-boina und Carane berichtigt. Ihm zu Ehren erhielt eine Jnjel aus dem ArchipelEhampagny, nebst einem Vorgebirge und einer Halbinsel des Australlandes, dmNamen Freycinet. Ein Schiffbruch des Capitains Frappaz veranlaßte die Ent-deckung der Jsle Verte und des Eilandes Du Lis. Duperrey, welcher schon alsSchiffslieutenant mit Freycinet die Reise um die Welt gemacht hatte, segelte1322 zu einem gleichen Unternehmen ab. Die Inseln Clermont-Tonnere, Au-gier, Freycinet, Lostange, Pelelop, Tokai, Avura, Ougai, Mongoul, und die Grup-pe Hogoleu wurden aufgefunden. Seine Begleiter waren: Dumont d Urville,Lesage, Jacquinet, Be'rard, Lottin, de Blois de la Colande, Poret de Blosseville,Gabert, Garnot, Lesson, Lajeue und der Deutsche Dr. Martens. Baron vonBougainville der Jüngere, Nesse des ersten französischen Erdumseglers, hat aufeiner Fahrt um die Erde (1824—25) die Lage der Maldiven, die Kustenpunktein der Straße von Malakka, die Anambasinseln, und zuletzt auch manche Punkteim Innern des Landes von Neusüdwales berichtigt. Aus der Heimkehr führte
*) Der berühmte Verfasser der ,,Vozags llo lli'ovuvert«,? nux terees »usti.sto»penüant le» 1800—4" (Paris 1815), der den Capitain Baudin auf seiner
Reise in den großen Ozean als Astronom begleitet und dessen Enrdcckungen in einemsehr gelungenen Atlas von der Küste Neuhollands zusammengefaßt hat.
«