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England
werde vor der Stimme eines hochherzigen und freisinnigen Volkes". Es war eineWirkung dieser Stimmung, daß der König von England unter allen europaischenFürsten zuerst die neue Regierung in Frankreich anerkannte, wie dies Wiederausdie Volksstimmung belebend zurückwirken mußte. Die Unzufriedenheit mit denMinistern ward immer lauter unter dem Volke ausgesprochen. Ist es auch wolnur ein leeres Gerücht, daß der Herzog von Wellington um jene Zeit daran gedachthabe, sich mit Huskisson wieder zu vereinigen, so sahen doch Viele in dem erfahre-nen Staatsmanns, den in jenen Tagen sein unglückliches Schicksal hinwegnahm,ein Mittel für das Ministerium, sich mit der öffentlichen Meinung zu versöhnen;aber mochte es dazu noch Zeit sein oder nicht, es ist gewiß, daß der Sturz der Mi-nister beschleunigt wurde, weil sie den Beistand entbehrten, den Huskisson's Ge-schäftskunde und seine einflußreiche Partei ihnen gewährt haben würden. DieVolksversammlungen und politischen Vereine wurden besonders in London undden Manufacturbezirken immer zahlreicher und wirksamer, und im Herbste geselltensich zu diesen mächtigen Hebeln andere drohende Erscheinungen. Wie viel auchdas Beispiel gelungener Aufstande in andern Ländern hier einwirken mochte, diearbeitende Volksclasse war in einer so bedrängten Lage, daß sie leicht verleitet wer-den konnte, durch Ungesetzlichkeit zu erlangen, was redliche Freunde des Vaterlan-des so lange vergebens durch verfassungsmäßige Mittel erstrebt hatten. Es begannein gefährlicher Krieg gegen das Grundeigenthum, und in mehren der fruchtbarstenund volkreichsten Gegenden Englands, besonders in Kent, wo das Elend der Nie-dern Volksclasse hoch gestiegen war, wurden im October Brandstiftungen immerhäufiger. Bettlerbanden vereinigten sich, Maschinen zu zerstören; Landkutschenund Reisende wurden geplündert, und überall mußte die freiwillige Reiterei sich be-waffnen, das Eigenthum zu schützen, da die bewaffnete Macht zu schwach war,die Ruhe des Lar des zu erhalten. Bei dieser drohenden Aufregung wareneinige Aristokraten in Noroengland verblendet genug, die Erbitterung des Land-volks zu reizen, als sie allen Hmtecsassen, die bei den Parlamentswahlen gegen denWillen der Gcundherren gestimmt hatten, den Pacht aufkündigten. Wenige Tagevor der Eröffnung des neuen Parlaments wurde der Herzog von Wellington in denStraßen der Hauptstadt von dem Pöbel so wüthend angefallen, daß er durchschnelle Flucht sich retten mußte. Der Zauber der Allgewalt des Gefürchteten warverschwunden. Die Thronrede des Königs am 2. Nov. gab keine Aussicht aufeine Änderung der bisherigen Verwaltungsgrundsatze, und während der GrafGrey (s. d.) im Oberhause auf den nahenden Sturm hinwies und durch Erledi-gung der Beschwerden und Klagen, durch Sicherung der Liebe des Volkes, durchHülfe und Erleichterung, durch gemäßigte Parlamentsreform ihn zu beschwörenrieth, war das Ministerium mit seinen einflußreichsten Häuptern, Wellington undPeel, noch nicht zu der Einsicht gekommen, daß irgend eine Veränderung unver-meidlich war, daß wenigstens die auffallendsten Ungehörigkeiten des alten Wahl-systems sich nicht erhalten konnten, und daß bei der entschlossenen Stimme der öf-fentlichen Meinung, die durch Europa schallte, das englische Volk nicht ein theil-nahmloser Zuschauer bleiben und sich länger mit Staatseinrichtungen versöhnenwürde, deren Ausartung ebm jene Machthaber seitdem selber anerkannt haben.Der Herzog von Wellington aber, während er die heftig angefochtene Thronredevertheidigte und durch das Zeugniß der Erfahrung die Behauptung zu unterstützensuchte, Europas Ruhe sei durch die Vertrage von 1814 und 1815 gesichert wor-den, erklärte seinen festen Entschluß, sich jeder Parlamentsreform zu widersetzen, dakein Land in der Welt eine bessere gesetzgebende Versammlung als England habe.Fühlte er den Boden unter sich schwanken und wollte er durch dieses trotzige Auf-treten sich selber täuschen? Nun sielen auch die Tories von dem abtrünnigen Ver-fechter der Emancipation ab, und laut erklarte der Graf von Winchelsea im Ober-
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