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Mutterlandes aufnehmen und beschäftigen, sondern auch als Besserungsanstalt fürVerwilderte dienen könnte; aber abgesehen, daß die Aufnahme eines solchen Bevöl-kerungszuwachses in Amerika Hindernisse finden möchte, würde für jene Classen dieAnlegung von Armencolonien im Vaterlande, nach dem Muster der niederländi-schen, wol das wirksamste Mittel darbieten. Möge aus all diesen Vorschla-gen und Entwürfen das von dem Jeitbedürfniß dringend gefoderre Ergebnißhervorgehen, die Auswanderung nach fremden Welttheilen einer wohlthätig ein-greifenden Leitung zu unterwerfen, wie schon Schmidt-Phiseldeck in seinerSchrift: „Europa und Amerika" (Kopenhagen 1821), dringend empfohlen hat.Finden die deutschen Landgenossen, die Noth oder Unmuth aus der Heimathtreibt, unter dem Schutze solcher Leitung ein neues Vaterland, so möge mannicht beklagen, wie früher von Manchen geschehen ist, wenn die Ansiedlerim Laufe der Zeit der heimischen Sitte entfremdet werden, wie in Pennsyl-vanien, noch möge man Versuche für ersprießlich halten, diesem allmaligenVerschwinden volksthümlicher Eigenheit entgegenzuwirken, weil es die Auf-opferung vieler gesellschaftlichen Vorrechte im neuen Vaterlande zur Folge habenwürde.
Engelhardt (Karl August), geb. am 4. Februar 1768 zu Dresden,stammt aus einem ungarischen katholischen Adelsgeschlechte, das aber, nach undnach verarmend, den Adel aufgab. Sein Großvater, der in der dänischen Gesandt-schaftscapelle zu Wien heimlich das evangelische Glaubensbekenntniß abgelegt hatt?,zog sich dadurch die Ungnade der Kaiserin Maria Theresia zu, die ihm nicht nur dieErlaubniß zum öffentlichen Betriebe bürgerlicher Nahrung als Zuckerbäcker verwei-gerte, sondern ihn auch bei Überreichung einer Bittschrift so unduldsam behandelte,daß er mit seiner ganzen Familie nach Dresden zog, wo seine Söhne spater dasAuckerbäckergewerbe trieben. Durch den Tod seines Vaters in die hülfloseste Lageversetzt, fand der talentvolle Knabe in dem verstorbenen Jnspector der Antiken-sammlung, Lipsius, einen theilnehmenden Freund, der ihn zur Universität vorbe-reitete. E. widmete sich seit 1786 zu Wittenberg, gegen seine Neigung, nach demWunsche seiner Mutter eifrig dem Studium der Theologie, und meldete sich nachseiner Rückkehr 1789 zur Candidatenprüfung. Bei dem damaligen großen An-dränge, der Einheimische oft Jahre lang von der Zulassung ausschloß, verdankte E.schon 1796 nur einem glücklichen Zufalle die Erfüllung seines Wunsches, als einsteiner der zur Prüfung bestellten Theologen erkrankt war, und die Examinatorenunter den im Vorzimmer versammelten Zuhörern nachfragen ließen, ob etwa einSchwarzgekleideter da sei, der sich examiniren lassen wolle. Nachdem er die Prü-fung bestanden, erhielt er einige Jahre später eine Hofmeisterstelle, welche er aber,obgleich die sicherste Aussicht zu baldiger Erlangung eines geistlichen Amts damitverbunden war, .1794 freiwillig ausgab, um ausschließend der Literatur zu leben,weil eres für unredlich hielt, bloß des Auskommens wegen ein Amt zu suchendem ernicht mit ganzer Seele sich widmen könne. Er verdankte es besonders Adelung'sVerwendung, daß er 1865 als Accessist bei der königlichen öffentlichen Bibliothek an-gestellt wurde, wo er gegen sechs Jahre ohne allen Gehalt diente, obgleich vielgeltendeMänner, unter Andern Bourzoing und Dohm, seine Fürsprecher wurden. Endlichward er 1816 als Adjunct des Archivars bei der damaligen geheimen Kriegskanzleiangestellt, und rückte, als sein Vorganger 1811 starb, in dessen Stelle und Gehaltein. Er ging als Archivar bei der Verwandlung des geheimen Kriegsrathscolle-giums in die Kriegsverwaltungskammer, und bei der Aufhebung dieser Behördeam 1. December 1831 zum Kriegsministerium, als Kriegsministerial-Archivar und-Secretair über. Seit 1818 führt er auch die Redaction der Gesetzsammlung. Zuverschiedenen Zeiten ward ihm die Stelle eines Censors angetragen, aber stets be-harrlich von ihm abgelehnt. — E. begann seine literarische Thatigkeit in Ver-
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