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Emancipation der Katholiken in England
ncs Menschen, unter dem Vorwande, daß er ein Ketzer sei, für erlaubt zu hal-ten ; 2) daß der Schwörende nicht glaube, ein vom Papste oder einer Kirchenver-sammlung excommunicirter Fürst könne abgesetzt oder ermordet werden; 3) daß derPapst so wenig als irgend ein anderer Fürst oder Prälat irgend eine Jurisdiction,Gewalt oder Autorität, geistlich oder weltlich, im Königreiche habe; 4) daß dieseErklärung ohne eine Dispensation vom Papste oder einer andern Person gemachtwerde. Wer diesen Eid leistete, sollte von den Strafen entbunden werden, welche densich im Lande aufhaltenden katholischen Geistlichen und Lehrern der Jugend in denfrühem Gesetzen angedroht wurden; und der Erwerb von Grundeigenthum wurdeallen Katholiken, welche diesen Eid leisten würden, gestattet. Die übrigen Stra-fen blieben, und die Katholiken waren nach wie vor unfähig zu allen Ämtern, vondem Sitz im Parlament und dem Antheil an den Wahlen ausgeschlossen.
So unbedeutend diese Bewilligungen auch noch waren, so fanden sie doch einegroße Gegenpartei. Es wurde ein Verein gestiftet: die protestantische Association,dessen Zweck war, die Zurücknahme des Gesetzes zu bewirken; den heftigsten Wi-derstand aber erregte der damals dreißigjährige Lord Gordon, ein Bruder des Her-zogs von Gordon. Dieser Mann, welcher Anfangs zum Seedienst bestimmt gewesenwar, aber wegen eines Streits mit Lord Saville diese Laufbahn verlassen hatte, saßim Parlament und zeichnete sich durch einen allgemeinen Geist des Widerspruchsgegen Alles aus, es mochte von den Ministern oder von ihren Gegnern kommen.Am29. Mai 1780 übergab er eine mit mehren tausend Unterschristen versehene Pe-tition um Zurücknahme jener Gesetze, und da man diese etwas verächtlich behan-delte, als seien die Unterschriften wol nicht echt, so drohte er die Unterzeichner inPerson vorzuführen, und hielt Wort. Er berief eine Volksversammlung auf den2. Jun. nach St.-George-Fields, am östlichen Ende von London, wo sich wirklicheine Masse von beinahe 100,000 Menschen zusammenfand, entflammte sie durchheftige Reden und führte sie in drei verschiedenen Colonnen vor das Parlaments-haus. Auf dem Auge wurde die größte Ordnung beobachtet, vor dem Parlaments-hause aber mit großem Geschrei die Abschaffung der fraglichen Gesetze verlangt, undmehre Pairs wurden persönlich gemishandelt. Das Haus blieb fest, die von Neuemvorgebrachte Petition wurde mit 192 Stimmen gegen 6 verworfen, und die Masseging zwar ziemlich ruh'Ig aus einander, verübte aber doch an diesem Abende (Frei-tag) noch Unfug, indem sie drei katholische Capellen zerstörte, zu deren Erhaltungdas Militair zu spät kam. Der Sonnabend verging ruhig; am Sonntag Abendsing aber der Unfug von Neuem an. Die Wohnungen mehrer Katholiken wurdengeplündert, noch einige katholische Capellen ausgeleert und Altäre, Betstühle ver-brannt. Dies ging am Montag (5. Jun.) so fort, zugleich aber kehrte sich dieWuth des Pöbels auch gegen Die, welche in den schon angefangenen Criminalpro-cessen als Zeugen auftraten. Viele wurden wegen der Theilnahme am Tumulteverhaftet. Am Dienstag hielt das Militair den Tag über die Masse ziemlich zu-rück; aber am Abend wurde Newgate in Brand gesteckt, die Gefangenen (gegen300) in Freiheit gesetzt, die Wohnungen der Richter Hyde, Cox, Fielding, dasLandhaus des Oberrichters Lord Manssield mit einer kostbaren, an Manuscriptenund Urkunden reichen Bibliothek zerstört, das große Gefängniß in Clerkenwell auf-gebrochen und die Gefangenen befreit. Die Garden gaben zwar Feucr auf die Auf-rührer, aber ohne ihnen großen Schaden zu thun. Am Mittwoch (6. Jun.) er-reichte die Unordnung den höchsten Grad. Die Aufrührer ließen vorher anzeigen,wann sie kommen würden, um die Gefängnisse der Kingsbench, Fleet und Bridewell,und die Häuser mehrer reichen Katholiken zu zerstören. Gegen Abend standen allebezeichnete Gebäude wirklich in Flammen; man zählte in der Mitte von London36 zu gleicher Zeit brennende Stellen. Die Bank wurde zwei Mal angegriffen,auch das Zahlamt, aber durch das Militair vertheidigr. Am Donnerstag endlich
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