Dumolard
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oe", welches im Odeon großen Beifall fand und von den Romantikern fast zu sehr ge-rühmt wurde, nur tadelten sie zum Theil eine Scene im vierten Act, welche den Clas-sikern gefiel. Hatte D. die Hälfte des Tags in der Bibliothek des Herzogs Verse ge-schrieben, so ging er die andere Hälfte im?uliü5 ro^al spazieren, und der junge Mannbetrachtete mit feinen großen Augen die schöne Welt, zum großen Ärger des Herzogs,der stets gern sah, daß Jeder fein Tagewerk verrichte, zumal wenn das Geld dafüraus seiner eignen Tasche kam. Er ließ einmal dem jungen Dichter sagen: „Da derHerzog ihm die Ehr angethan, ihn zu seinem Bibliothekar zu wählen, warum er—"D. ließ den Fragesteller nicht ausreden und sagte: „Ich bin's, der dem Herzogedie Ehre angethan, sein Bibliothekar gewesen zu sein." Sehr bereute der zumKönig gewordene Herzog jenen Schritt, als nach der Revolution D. für dasOdeon ein Drama: „Napoleon", in 23 Tableaux, verfaßte, ein Stück, dasweniger auf dichterischen Werth als auf Begeisterung des Volks für den NamenNapoleons ausging, und worüber man in den Tuilerien nicht eher ruhig wurde,als bis die Napoleons sammt und sonders verboten waren. Noch ist von D. zubemerken, daß er sich in allen möglichen Posituren hat zeichnen lassen; wenn manin Paris über die Straße geht, sieht man D. aufrecht, sitzend, liegend, heiter,melancholisch. Seine Schriften sind nicht ohne Feuer, und immer interessant ge-nug, um noch einige Jahre lang von ganz Europa gelesen zu werden. Wir erwäh-nen noch seine Elegie auf Foy (Paris 1825) und sein Drama: „Stockholm, kun-tzioeblenu et kome" (Paris 1830). (15)
Dumolard (Bouvier, Ritter), Expräfect von Lyon, 1781 zu Saar-gemünd geboren, diente unter der Ehrengarde im Departement Mosel, als Napo-leon eine Reise dahin unternahm. Auf den ersten Blick hatte der Kaiser das Ta-lent des jungen D. erkannt und ihn liebgewonnen. Er machte ihn zum Auditorbeim Staatsrathe, darauf zum Intendanten in Kärnthen, Sächsin, Koburg undSchwarzburg, und beauftragte ihn später mit der Organisation der venetianischenStaaten. Nachdem D. diese Mission erfüllt, wurde er Untcrpräsect in Saarbrücken,1810Präfect im Departement Finistere, 1812 in Lot und Garonne,wo er sich nochzur Zeit der Restauration befand. Der bourbonische Geschichtschroiber Beauchampwarf ihm in seiner „Hi toire cke la eampa^ne <le 1814 (Paris 1815) vor, er habeden Ossizier, der im Namen der provisorischen Regierung den Marschall Soult vondem Einrücken der alliirten Truppen in die Hauptstadt benachrichtigen sollte, un-terwegs aufgehalten und dadurch zur unnützen Schlacht bei Toulouse Anlaß gege-ben. D. beklagte sich darüber vor Gericht. In den hundert Tagen zum Präftctender Meurthe und zum Mitglieds der Repräfentantenkammer erwählt, blieb er imgenannten Departement, um die Bürgerwache zu organisi'ren, und erschien erstin der Kammer, als sich bereits die Östreicher der Stadt Nancy bemächtigt hatten.Der Treue, die er bis zum letzten Augenblick dem Kaiser zeigte, hatte er es zu dan-ken, daß 1815 sein Name auf die Verbannungsliste kam. Selbem erhielt er dieErlaubnis, nach Frankreich zurückzukehren und auf seinen Landgütern zu leben.Nach der Juliusrevolution wurde er durch Verwendung des Marschalls SoultPrafect des Rhonedepartements, und führte als solcher zugleich die Aufsicht über diesüdlichem Provinzen. Pcrier ließ ihm die Stelle ungern, weil er ihn für einenBonapartisten hielt, doch verblieb sie ihm durch die Freundschaft des Kriegs-ministers. Lange Zeit setzte D. es durch, Lyon vor der Katastrophe zu bewah-ren, welche bei der Unzufriedenheit der 50,000 Seidenarbeiter zu befürchten stand.Er dämpfte mehrmals durch sanfte Überredung die ausbrechenden Unruhen,und als die Scidenarbeiter endlich eine ehrerbietige Bittschrift an die Obrigkeitrichteten, um eine Erhöhung des Tarifs zu verlangen, ging der Präsect nach einerBerathung mit der Handelskammer und den Maires von Lyon auf die Bitte ein;auch früher, 1789, 1793, 1811, waren ähnliche Maßregeln getroffen worden.
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