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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
704
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704 Dombrowski ^

Ständen nicht über den Betrag des Bedarfs, sondern nur über den zu gewahren-den Ertrag zu verhandeln sein, und wenn keine Vereinbarung zu Stande käme,der Souverain jenes Krongut zur eignen Verwaltung zurücknehmen. Das Übrigeder Domaineneinkünfte würde die Abfindung für die aus den Domainen zu leisten« 'den, aber aus die Staatscassen genommenen Regierungskosten und Schuldensein. (3)

Dombrowski (Johann Heinrich), polnischer General der Cavalerie,geb. am 29. Aug. 1755 zu Pierszowice, einem in dem Palatinate von Krakau ge-legenen Familiengute, verlebte die ersten Jugendjahre zu Hoyerswerda, wo sein Va-ter als kursächsischer Oberster mit seinem Regiments stand. Obgleich seine Mut-ter, eine Tochter des polnischen Generals Latow, mit aller Liebe, der besondersPolinnen fähig sind, an dem Vaterlande hing, erhielt er doch eine ganz deutscheBildung. Schon 1770 trat er als Standartjunker in das ChevauxlegersregimentPrinz Albrecht von Sachsen-Teschew und wurde bald zum Rittmeister und Adju-tanten des Generals Grafen Bellegarde befördert. D,, obgleich in Deutschlanderzogen, konnte doch das angestammte Polenblut keineswegs verleugnen, als dieNationalversammlung zu Warschau 1792 alle Landeskinder, welche sich in frem-den Diensten befanden, in ihre Heimath zurückrief. Noch in demselben Jahremachte er den Feldzug der Polen gegen Rußland unter den Befehlen des FürstenPoniatowski mit. Schon 1793 ward er Vicebrigadier in dem Generalstabe desDivisionsgenerals Byszewski. Kaum hatte dieser kühne Reitersührer zu Anfang1794 die Fahne der Unabhängigkeit erhoben und Kosciuszko zu Krakau denNationalrath eingesetzt, als D. nach Warschau eilte, um dort die Bürgerschaftfür die Befreiung Polens zu begeistern. Hier sollte er bald die Zahl der unglückli-chen Opfer der Parteiwuth und des Volkshasses vermehren helfen, welche die Ver-leumdung begeifert hatte, indem ihn vieleTerroristen für einen Landesverrather hielten.Er rechtfertigte sich mit Kraft gegen jede Beschuldigung, aber ohne die großmüthigeVermittelung der Gattin des Generals Mokronowski wäre einer ungezügelten Racheder Mann anheimgefallen, der späterhin dem Vaterlande so viele Beweise derTreue und Aufopferung gegeben hat. Von nun an glänzte D. in den Reihen derersten polnischen Offiziere. In Anerkennung der neuen Verdienste, welche er imFreiheitskampfe dem Vaterlande geleistet hatte, wurde er von Kosciuszko zum Ge-nerallieutenant ernannt. Suwoross's Anerbieten zur Beförderung in der neuenArmee, welche nach der Einnahme von Praga aus den Polen errichtet wurde, schluger aus und ging 1795 nach Berlin, wo er einen zweiten Antrag von Seiten Preu-ßens mit edler Bescheidenheit ablehnte. Seinen in Folge desselben an Friedrich Wil-helm gerichteten Vortrag, welcher die Mittel nachweist, wie Polen durch PreußensVermittelung wiederhergestellt werden könnte, hat Chodzko in seinerIliswire lieslegpons polonuises" (I, S. 339348, und zustiücatives, XVIII) bekanntgemacht. Noch vor dem unglücklichen Ausgange des Kampfes hatte er dem Na-tionalkriegsrathe der Polen den Vorschlag gemacht, Warschau und das unglücklicheVaterland, das zum größern Theile wieder in der Gewalt der Russen war, zu ver-lassen und sich mit den noch übrigen 40,000 Mann, den König an der Spitze,nach Frankreich durchzuschlagen; allein am 7. Sept. erhielt er zu Tomczyce durcheinen Eilboten die Nachricht, daß der Kriegsrath beschlossen habe, lieber die Haupteftadt bis auf den letzten Mann zu vertheidigen und glorreich unterzugehen, alsden heimathlichen Boden zu verlassen. Während indeß Männer, wie Barß, LaRoche, Wybicki, Giedroyc, Lipski, Dembowski, Wielhorski, Taszycki u. A., sowolin Italien als in Frankreich an der Wiederherstellung des alten Polenreiches arbeite-ten; während Oginski die Angelegenheiten seines Volkes in Konstantinopel vertratund die Pforte um Beistand anflehte, begab sich D. zum General Jourdan, der da-mals die Rheinarmee befehligte, und überreichte ihm das Gesuch um die Erlaulmiß