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Erster Band (1832) A bis E
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Deutschland

wie in Baiern, den Argwohn erweckt, daß er heimliche Begünstigung finde, undahnliche Besorgnisse veranlaßten in Sachsen das erste Beispiel in Deutschland, demOrden durch eine constitutionnelle Verfügung für alle Zeiten die Aufnahme zu ver-wehren. So regsam aber die katholisch-hierarchische Partei war, die Macht desKirchenthums neu zu stützen: im Innern der katholischen Kirche selbst bildete sicheine Stimmung, die immer unaufhaltsamer zu einer neuen Gestaltung ihrer Ge-sellschaftsverfassung, zur Befreiung vom Joche veralteter und drückender Satzungendrängte, und besonders in den Landern, wo die Volksbildung solche Umwand-lungen vorbereitet hat, wie in Schlesien, im Rheinlande und in Schwaben, lautgeworden ist und vorzüglich gegen den Coli bat (s. d.) sich erhoben hat. DasVerhältnis der katholischen Kirche zu dem Staate ist in allen deutschen Ländern, woProtestanten und Katholiken unter einem Oberhaupte leben, durch Übereinkunftmit dem römischen Hofe geordnet, und fast von allen prötestantischen Fürsten fürdie, dem Staatsvermögen aufgebürdete Ausstattung der katholischen Kirche, ihrerAnstalten und ihrer Diener mit einer Freigebigkeit gesorgt worden, welche die Be-schwerde der evangelischen über unverhältnißmäßige Begünstigung nur zu gegründeterscheinen läßt. (Vgl. Concordate.) Nach den neuesten Berechnungen lebenjetzt in den deutschen Ländern unter sechs katholischen Fürsten über 14 MillionenKatholiken, wovon aber auf Ostreichs deutsches Gebiet allein 9 Millionen kom-und dritthalb Millionen Protestanten, dagegen unter.28 protestantischen

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Fürsten und in den freien Städten gegen sechs Millionen Katholiken und über zwölfMillionen Protestanten. In den Staaten, welche den Kern des deutschen Volkesbilden, ist daher das Übergewicht des Protestantismus entschieden, und wenn dieprotestantischen Glieder des deutschen Bundes das Interesse des Protestantismusund mit ihm die Vortheile der geistigen Entwickelung beachten, wenn in den Grund-gesetzen der einzelnen Dundesstaaten die Verhältnisse der Kirche zu dem Staate nachrichtigen Grundsätzen geordnet werden, so kann man die, in der neuesten Zeit inAntrag gebrachte Wiederherstellung der ehemaligen Genossenschast der evangelischenFürsten (Oorpus evunFeliconim) entbehren, ohne für den Protestantismus fürch-ten zu dürfen. Es ist wahr, Rom weicht nicht zurück, aber ihm gegenüber schreitetdie Civilisation fort. Für die innere Befestigung der evangelischen Kirche kann jedocheine Vertretung derselben durch gewählte örtliche Vorstände, wie sie in den neuestenZeiten in mehren deutschen Staaten versucht oder eingeleitet worden ist, in Verbin-dung mit einer repräsentativen Synodalverfassung, wirksam werden, wenn die Frei-heit der Kirchengemeindeglieder dabei nicht beeinträchtigt wird.

Auch gegen Verirrungen im kirchlichen Leben wird die wirksamsten Mitteldie Verbesserung des Schulwesens und der öffentlichen Bildungsanstalten gewäh-ren, die in der neuesten Zeit in mehren deutschen Staaten beachtet worden ist.Preußen war seines alten Ruhms eingedenk, durch die Beförderung geistiger Bil-dung andern Ländern vorzuleuchten. Was bald nach den Unglücksfällen, welckeden Staat seit 1806 trafen, begonnen wurde, hat die preußische Regierung seitdem Frieden eifrig fortgesetzt, und sowol in den alten Besitzungen als in den neu-erworbenen für eine durchgreifende Verbesserung des Jugendunterrichts in denwissenschaftlichen Lehranstalten und in den Volksschulen, sowie für die nothwen-dige Bedingung einer wirksamen Umbildung, die Verbesserung der Lage des Schul-lehrerstandes, gesorgt, und dadurch das glückliche Ergebniß herbeigeführt, daßPreußen zu denjenigen europäischen Ländern gehört, wo das Verhältniß des durchUnterricht gebildeten Theils der Bevölkerung am günstigsten hervortritt. AndereStaaten haben in der neuesten Zeit diesem wichtigen Gegenstande gleiche Sorg-falt gewidmet, wie Hanover, Braunschweig, Hamburg, Baiern, während in ei-nigen durch die kräftige Anregung der Landstände, wie in den Großhcrzogthu-mern Hessen und Baden, oder durch das von der öffentlichen Stimme laut aus-