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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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673
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Deutschland

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Verluste, die meist durch den unruhigen Zustand der neuen südamerikanischenStaaten herbeigeführt wurden, aber die verstandig geleitete Anstalt blieb im Besitzedes öffentlichen Vertrauens und fand trotz der Mitbewerbung der Englander undanderer mit dem Seehandel beschäftigten Völker für manche Erzeugnisse, die ausverschiedenen deutschen Landern nach Amerika gingen, einen so vorthcilhaftenWrkt, daß sie das Mislingen ihrer Unternehmungen in Ostindien und China ver-schmerzen konnte, und die Capitale ihrer Theilnehmer Zinsen trugen.

Eine der bedeutendsten Erscheinungen der letzten Jahrzehende war auch inDeutschland die Wiederbelebung des religiösen Sinnes, auf welche die Ereignisseder Zeit und ihre Drangsale nicht wenig Einfluß gehabt hatten. Tiefere Gemüther,in der Schule des Lebens angeregt, mochten in dem Dunkel und den erschütterndenWechseln der Gegenwart ihre Blicke auf das Höhere und Unvergängliche richten,und wenn sie in der Schule des Wissens gelernt hatten, konnten die Formen deskirchlichen Glaubens dem erwachten religiösen Bedürfnisse noch weniger überall ge-nügen, während Mindergebildete befriedigt waren, wenn das unklare Bedürfnißin dunkeln Gefühlen beruhigt wurde. Diesen neu erwachten Sinn für ihre Zweckezu bearbeiten und zu benutzen, war die rückwärts strebende Partei, welche den Fort-schritten der freiem Geistesentwickelung und des freien Staatslebens in Deutsch-land, wie in andern Ländern, entgegenwirkte, seit 1815 eifrig bemüht, und darinfinden viele Erscheinungen der neuesten Zeit ihre Erklärung. Sie fand offene Ohren,wenn sie, der Vernunft und Geschichte zum Hohn, die Meinung einflüsterte, daßMenschen, von dem Nebel eines trüben Glaubens umfangen, sich leichter allenZwecken der Herrscherwillkür hingeben, und man vergaß, daß Achtung vor demGesetze, die sicherste Bürgschaft der Ordnung und Ruhe im Staate, nur die Fruchteiner klaren Erkenntniß und einer reinen Ansicht des öffentlichen Lebens sein kann.Was in der evangelischen wie in der katholischen Kirche sich regte, war mehr oderweniger die Folge der angedeuteten Stimmung der Gemüthek. In mehren Thei-lendes protestantischen Deutschlands, wo die seit 1817 begünstigte Vereinigungder lutherischen und calvinischen Glaubenspartei sich befestigte und in vielen Gegen-den nicht bloß ein äußeres Band bildete, sondern auch die Gesinnung einigte, wa-ren vorzüglich die Fortschritte einer frömmelnden Glaubensansicht und einer demRechte des freien Vernunftgebrauchs in Lehrmeinungen entgegenwirkenden Geistes-richtung merkwürdig. Diese, der freien Forschung und der Uberzeugungstreue,dem Grundsatze des Protestantismus, feindliche Partei des Pietismus wurde,mit Verfolgungssucht und Sektendünkel im Bunde, am lautesten in Halle, wo sienur in der würdigen Haltung der preußischen Regierung ein kräftiges Hemmnißsind, wahrend sie in Würtemberg fanatisch ausartete oder in Sachsen unter mäch-tigem Schutze sich begnügte, Anhänger zu werben und zu begünstigen, Einfluß aufdm Volksunterricht zu gewinnen und der Verbreitung freisinniger Schriften ent-gegenzuarbeiten, oder in Bremen und in den preußischen Rheinprovinzen durchVerbreitung von trübseligen Schriften den gesunden Volksverstand verkrüppelte.Die römisch-katholische Partei verrieth mehr als einmal die Theilnahme, womitsie diese Ausartung des Protestantismus betrachtete, und äußerte laut, daß derMvstmsmus im Schöße der protestantischen Kirche der einzige Hossnungsankersch und niemand mochte es ihr ableugnen, daß der bequemste Weg nach Rom durchdie Dämmerung führt. Wo diese Partei durch die Vorrechte einer herrschendenKirche oder durch persönliche Verhältnisse begünstigt wurde, war sie bemüht, An-hanger anzulocken, und selbst gesetzliche Beschränkungen, wie seit 1827 inSach-d-), hinderten sie nicht, die verfassungsmäßigen Rechte der evangelischenKirche zu verletzen. Der Jesuitenorden hatte zwar, außer Ostreich, noch in keinemrutschen Lande freien Autritt gefunden, aber manche rückgängige Strebungen,'u welchen der Geist seiner Grundsätze zu walten schien, hatten in andern Ländern,Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. I. 43