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Erster Band (1832) A bis E
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Delessert

Dembinski

und Rechten alle seine Schritte leitet, der feine Takt, die Umsicht und Gerechtiq-keitsliebe, welche aus allen seinen Handlungen hervorleuchtet, haben ihm auch inseinem neuen Wirkungskreise hohe Ächtung erworben, und gewiß ist die Hoffnunader Universität, von seiner Thätigkeit und Einsicht noch vielen Nutzen zu ziehenwohlbegründet. (23)

Delessert (Benjamin, Baron), französischer Banquier und Abgeord-neter. Zu Genf 1703 geboren, diente er im Anfange der Revolution bei der Ar-tillerie, mußte nach dem ,10. August als Lafayettist das Heer verlassen, ging nach.Paris und ward Banquier. Beim Entstehen der pariser Bank wurde er zum ke-geut derselben ernannt. Wahrend des Kriegs mit England legte er Runkelrüben-zuckersiedereien an, und noch jetzt sind die Zuckerfabriken D.'s die besten in Frank-reich. Der Kaiser machte ihn zum Mitgliede der Ehrenlegion und gab ihm 1813das Commando einer Legion der pariser Nationalgarde. Als man sich im folgen-den Jahre bemühte, die Einrichtung der französischen Gefangnisse zu verbessern,unternahm er in Gesellschaft des Herzogs Larochefoucauld-Liancourt den Bau einesGefängnisses in der Vorstadt St.-Antoine, der aber nicht vollendet wurde. VonLudwig XVIII. zum Ossizier der Ehrenlegion ernannt, gehörte D. dennoch zu De-nen, welche sich am stärksten gegen die Invasion erklärten; er unterzeichnete am6. Jul. 1815 die Deklaration der Legionchefs und Majors der Nationalgarde.Nach der zweiten bourbonischen Restauration wurde er abgesetzt. Das Seine-departement ernannte ihn 1817 zum Abgeordneten; er wählte seinen Sitz im lin-ken Centrum. D. sprach nun besonders gegen unnöthige Ausgaben, unter An-dern; gegen den Bau des Finanzministerhotels in der Straße Rivoli, stimmte 1819gegen die von der Regierung in Antrag gebrachten willkürlichen Maßregeln underklärte sich mit Unwillen gegen die Ausnahmegesetze und das neue Wahlsystem.Als Banquier stand D. fortwährend im besten Rufe und Credit. Sein Reich-thum kam der Kunst und Wissenschast oft zu statten. Besonders interessirt ersich für das Studium der Botanik und besitzt eine der besten botanischen Samm-lungen Europas. Unter seinen Auspicken erschien das Prachtwerk:Icones selec-tue plantsrum in s^stemute umversulj, ex berbarüs purisiensibus, prueser-tun ex I^essertiuno ckescrPsit Decunckolle, ex urcbetiepis specimiuibus

s?. 1. Nurpin ckelineatae" (Paris 182023, 2 Bde., 4.). Seit der Julius-revolution gehört D. als Abgeordneter und Vicepräsident der Kammer zu denhauptsächlichen Anhängern des Widerstandsystems. (15)

Dembinski (Heinrich), polnischer General, berühmt durch seinen unterzahllosen Gefahren ausgeführten Rückzug aus Lithauen nach Warschau, wurde1791 geboren. Sein Vater, Jgnaz D., war Landbote auf demgroßen" Reichs-tage (1788 91), welcher dem Staate durch Verwandlung der Wahlmonarchiein ein Erbreich eine neue Verfassung gab. Er überlebte nur acht Jahre die unglück-liche Theilung des Landes, welche die benachbarten Mächte, jene heilsame Umwand-lung zum willkommenen Vorwand nehmend, ausführten, und bei der frommenVerehrung, die er einem Werke weihte, welches er als das einzige Unterpfand derErhaltung des Vaterlandes betrachtete, legte er in seinem letzten Willen seinenSöhnen die Pflicht auf, jederzeit aus allen Kräften die Constitution vom 3. Mai1791 zu unterstützen und ihre Arme der Vertheidigung des Vaterlandes zu wid-men. Diese feierliche Ermahnung hatte großen Einfluß auf die spätere Laufbahnseiner Söhne und besonders auf Heinrich D., und ihre Mutter, eine Tochter dessächsischen Obersthofmeifters, Grafen Moszynski, trug durch die von ihr geleiteteErziehung ungemein viel zur physischen und geistigen Entwicklung derselben bei.Heinrich D. zeichnete sich früh durch Gewandtheit in körperlichen Übungen sowolals in seinen Studien aus, und besonders zog die Geschichte ihn an, welche ihmHannibal als ein Vorbild aufstellte. Er kam 1807 mit zwei Brüdern in die In-