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schriften und einigen Tageblättern hat man zwar in neuern Zeiten die Entbehrlich-keit einer Flotte von größern Kriegsschiffen darzuthun gesucht, aber dabei nichtbeachtet, daß Danemark von dem Sund und den beiden Velten umgeben ist, diefür Kriegsschiffe jeder Größe zuganglich sind. Seit der Wiederherstellung des Frie-dens hat der danische Handel nach den durch einen völlig unerwarteten Krieg erlitte-nen Verlusten zwar nicht die vorige Blüte erreichen können, da die Mittel, ein?Concurrenz mit den machtigern seefahrenden Nationen auszuhalten, in den Kriegs-jahren verloren gingen; die Abnahme des Handels wahrend des allgemeinen Frie-dens und der Mangel an lebendigerm Verkehr ist aber auf den meisten größcrn Han-delsplatzen fühlbar, und in Hinsicht des Ausfuhrhandels mit Landesproducten hatDänemark unleugbar in den letzten Perioden sehr merkliche Fortschritte gemacht.Der jährlichen ofsiciellen Kundmachung zufolge hat sich die Ausfuhr des Getreides(des Hauptproducts der dänischen Staaten) nach der Fremde in den letzten zehnJahren verdoppelt, sodaß mehr als zwei Millionen Tonnen Getreides aller Artjährlich ausgeführt worden sind. Bedeutend ist auch der Handel mit Ochsen ausJütland, Schleswig und Holstein nach Hamburg; die Ausfubr von Butter hatsich, wie die Kornausfuhr, auch meistens zum Doppelten vermehrt. Der Pferde-handel, welcher vor einigen Jahren in bedeutender Abnahme war, steigert sich jetztwieder einigermaßen, sowie die Bemühungen der Regierung und der Einwohnersich begegnen, um der sehr in Verfall gerathenen Pferdezucht ihre alte Vorzüglich-keit und den vormaligen Ruhm wiederzugeben. Privatvereine in verschiedenenTheilen des Reichs suchen jetzt diesen Zweck mittels Anstellung von jährlicherPferdeschau, jährlichen Wettrennen und vorzüglich durch Verbreitung der bestenund echten Pferderassen zu erreichen. Der patriotisch gesinnte Herzog von Au-guftenburg ist hierin mit einem glänzenden Beispiele vorangegangen und wirktnoch immer thätig für die Sache. Den ofsiciellen Berichten der „Handelszeitung"zufolge macht die Ausfuhr Dänemarks (Getreide, Pferde, Rindvieh, Butter, Käse,gesalzene Heringe :c.) jährlich einen Werth von mehr als 12Mill. Rthlr. in LandeS-münze oderReichsbankthaler Silber aus, wobei jedoch zu bemerken ist, daß diese Be-rechnung nur nach den Zollverzeichnissen gemacht werden kann, und verschiedene jenerAusfuhrartikel sich öfters, besonders nach den benachbarten Staaten, ohne den Zollzu erlegen, durchschleichen. Dieses ist wol noch häusiger der Fall in Betreff der Co-lonialwaaren aus West- und Ostindien? sowie der chinesischen Waaren. Der Be-lauf dieser Ausfuhr ist unter obiger Summe nicht mit berechnet, auch nicht dieAusfuhr der grönländischen, isländischen und faröischen Producte. Die Zollanord-nungen Dänemarks sind zwar nicht strenger als die der meisten andern Staaten zunennen, vielmehr milder als z. B- in England und Schweden, und die Vollziehungderselben ist wol im Ganzen sehr liberal. Allein für den stark wieder auflebendenHandel und zwar unter so günstigen Umständen wie die gegenwärtigen, wäre Her-absetzung der Zollabgaben, und Erleichterung in allen Rücksichten, von außeror-dentlicher Wichtigkeit. Die unnatürlichen und sehr schädlichen noch bestehenden Zoll-verhältnisse und Beschränkungen in Hinsicht des Verkehrs zwischen dem Königreichund den Herzogthümern fodern schleunige Verbesserung. Mehrmals ist dieser Gegen-stand öffentlich besprochen worden, jedoch bisher ohne Erfolg, und die Zeit muß eshoffentlich bald lehren, inwieweit es einer wegen der dringenden Zollangelegenheitendieser Art angeordneten Commission gelingen wird, jenen bedeutenden Mängeln abzu-helfen. — Die Colonialverhältnisse Dänemarks betreffend, bemerken wir, daß in com-mercieller Hinsicht die westindischen Besitzungen St.-Croix, St.-Thomas undSt.-Iean (drei der sogenannten caraibischen Inseln) ohne Zweifel die wichtigsten sind.Ältere Statistiker berechneten den reinen Ertrag der dänischen Staatscasse aus dergrößten dieser Inseln (St.-Croix) zu etwas über 100,000 Rthlr. Cour, jährlich,außer den sehr bedeutenden Zollabgaben; unleugbar ist er aber beträchtlich hö-