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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
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Dampfwagen

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ziehen der Lasten auf die höchsten Punkte schiefer Ebenen, wozu gewöhnlich station-naire Dampfmaschinen angewendet werden, indem ein Seil an den Wagen ge-hangt wird, welches sich auf eine von der Maschine bewegte Welle wickelt, sinddie Dampfwagen brauchbar, und zwei Maschinen von Stephenson, der ^rrowund der 1)srt, haben diese Aufgabe auf der Livcrpool-Manchester-Eisenbahn miteiner Totallast von mehr als 600 Centnern, bei angemessener Geschwindigkeit, ge-löst. Einer der neuesten, schönsten und zweckmäßigsten Dampfwagen auf dergedachten Bahn ist der Kortllumdriun, gleichfalls von Stephenson, über denwir noch einige Worte sagen wollen. Schornstein und Dampfkessel sind vonKupfer") und aus dem Dampfrohre geht eine kleine Röhre nach dem unter demFeuerrost befindlichen eingeschlossenen Räume. Durch Öffnung eines in dieserRöhre befindlichen Hahns wird, wie schon oben erwähnt wurde, ein Dampfstraldurch das Feuer geleitet, welcher die Dienste eines Gebläses vertritt, das zurVerstärkung des Feuers von großer Wichtigkeit ist. Diese Einrichtung ist eineNachahmung des an Braithwait's Maschinen angebrachten Gebläses, bei welchemaber Wind mittels einer Pumpe durch das Feuer getrieben wird. Der Dampf-erzeugungsapparat besteht aus dem Ofen, der von einem Mantel umgeben ist,zwischen welchem und den Feuerplattcn sich ein 3 Zoll weiter, unten mit Wasser,oben mit Dampf angefüllter Raum befindet und mit dem Kessel in Verbindungsteht. Der Kessel bildet einen langen, hohlen Cylinder, welcher der Länge nachmit einer großen Menge gerader Röhren durchzogen ist, in welchen die vom Ofenkommende Hitze cireulirt, während sie von dem zu verdampfenden Wasser umge-ben sind. Wie bei allen neuern, von Stephenson gebauten Maschinen, sind dieDampfcylinder zu beiden Seiten des Ofens in schräger Richtung angebracht, unddie von den Kolbenstangen abgehenden Lenkstangen drehen die beiden vordem5 Fuß hohen, von Schmiedeeisen gemachten Räder (Triebräder) um. Die beidenandern Rader der Maschine, sowie die des mit ihr fest verbundenen Munitions-wagens, welcher Wasser- und Coaksvorräthe transportirt, und die der Passagier-wagcn, sind von hartem Gußeisen. An dieser Maschine sind 6 Passagierwagenangehängt, worin zusammen 136 Personen Platz haben, die mit den Wagen unddem Reisegepäck etwa 350 Centner wiegen. Die Kolben der Maschinen machen, jenachdem der Weg ansteigt, horizontal ist oder abfällt, jeder 93114 Evolutio-nen in einer Minute, daher der Zug eine engl. Meile oder 5280 Fuß im Durch-schnitt in 2 Minuten 45 Sekunden zurücklegt. Jeder der Passagierwagen istetwa 20 Fuß lang, 8^ Fuß breit und wiegt 25 Centner. Auf jeder Seitebefinden sich vier, oben mit Glas versehene Thüren, wovon jede zu zwei Sitzen vonvier Personen führt. Das Gepäck liegt unter den Sitzen. Die verschiedenenaufeinander folgenden Wagen sind durch platte Kettengclenkc mit einander ver-bunden, und damit beim Stillstehen der Maschine durch das Aufeinandcrfahrender Wagen kein zu harter Stoß erfolge, stehen die Stirnenden der Langbäume,aufweichen der Wagen erbaut ist, hinten und vorn etwas vor, sind mit Kork-platten belegt und mit Leder überzogen. Diese Bäume sind bei allen Wagen ingleicher Höhe und Weite angebracht, sodaß sie immer auf einander treffen; derstarke Ruck beim Anziehen einer langen Wagenreihe hat aber nicht vermindert wer-den können.

Außer auf Schienenwegen sind die Dampfwagen auch auf gewöhnlichenKunststraßen versucht und mit mebr oder weniger gutem Erfolg angewendet wor-den. Die Lösung dieser Aufgabe ist allerdings mit großen Schwierigkeiten verbun-den. Man kann dagegen hauptsächlich einwenden, die Maschine habe an sich schon

" In neuern Zelten werden die Kessel zu Dampf-ragen gewöhnlich von Kupfer^cr Schmiedeeisen, nicht von Guß isen gemacht, weil solche Kessel nur Risse bekom-men, aber nicht in Stücke zersprengt werden. ' D- Red.