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den; ebenso wenig passen dieselben da, wo Fieber vorhanden ist, oder wo fieber-hafte Ausschläge sich bilden. Ganz zu verbieten sind sie solchen Individuen, welcheAnlage zu Blutflüssen haben, oder wol gar Blutungen aus den Luft- und Nah-rungswegen oder aus den innern Geschlechtsteilen bereits erlitten; dasselbe giltvon solchen Kranken, welche organische Fehler der Lungen, des Herzens, größererGefaßsysteme, der Leber, Nieren, des Darmcanals haben, oder welche von aus-zehrenden Leiden oder der Wassersucht befallen sind, oder Anlage zu letzter besitzen.Schlecht vertragen die Dampfbäder solche Individuen, welche an wahrer Schwächedes Nervensystems leiden. Endlich ist es nicht gerathen, Kinder, Greise, Schwan-gere, Furchtsame in die Dampfbäder zu schicken. Das Gegentheil kann nur sehrausnahmsweise geschehen.
Sehr wichtig sind die Regeln beim Gebrauche der Dampfbäder, die sichim Allgemeinen auf folgende Punkte reduciren, jedoch in besondern Fällenmancherlei Ausätze oder Abänderungen verlangen. Nur wenn man bereits ausErfahrung den Einfluß der Dampfbäder auf den eignen Körper kennt, kannman ohne ärztliche Berathung Dampfbäder gebrauchen; wer Dampfbader niegebrauchte und sie gegen irgend eine der genannten Beschwerden in Anwendungbringen will, thue dieses erst, wenn er einen verstandigen Arzt um Rath ge-fragt hat. Wie viele Kranke haben diese versäumte Regel zu spät bereut! Vondem Arzte wird man erfahren, ob eine Vorbereitung zum Gebrauche des Dampf-bades nöthig ist, die dann in einem Aderlasse, in Ansetzen von Blutegeln an denKopf, in dem Gebrauche von Abführungsmitteln u. f. w. besteht. Dampfbäderkönnen in jeder Jahreszeit und bei jedem Witterungszustand angewendet werden.Die Tageszeit betreffend, so ist hierzu jeder Theil des Tages passend, nur darf esnicht nach der Mahlzeit geschehen. Sodann nehme sich der Kranke Zeit, damit ersich nicht zur Eile zu treiben habe. Zwei Stunden Aeit sind wenigstens zu einemDampfbade erfoderlich. Schädlich ist es, vor dem Dampfbade Wein, Liqueur,Punsch, Kaffee u. s. w. zu trinken. Am besten ist es, ein Glas Auckerwasser, eineTasse leichten Thees vor dem Bade zu nehmen. Das Gehen in das Bad mußlangsam geschehen; es ist nicht gut, durch schnelles Gehen erhitzt im Dampfbadeanzukommen. Im Abkühlungs- und Unterhaltungszimmer der Badeanstaltläßt der Kranke Mantel u. s. w. zurück, zieht sich sodann im Ruhezimmer nach undnach aus und legt seine Kleider so zusammen, daß er sie der Reihe nach, ohnemühsames und dann schädlich wirkendes Suchen, beim Ankleiden finden kann. Istder Badende entkleidet, so tritt er in hölzernen Pantoffeln nackt in das Dampf-zimmer, setzt sich hier auf die unterste Stufe der oben beschriebenen terrassenförmi-gen Bänke nieder und verweilt hier einige Minuten, um die Atmosphäre, die hiernur 30" Neaumur hat, zu athmen und den Körper zum Ertragen eines höher»Hitzegrades nach und nach vorzubereiten. Sobald er merkt, daß der Körper durchdas Niederschlagen der heißen Dämpfe naß wird, besteigt er eine höhere Stufe, ba-det gleichsam hinauf, und begibt sich so bis in die höchste Region. Selten ist esdienlich oder gar nothwendig, bis zu 45° R. zu steigen. Ist der Badende 10 Mi-nuten in dem Dampfzimmer, so läßt er sich frottiren, und nach dieser Operation setzter sich den oben beschriebenen kalten Begießungen aus. Manche Badende ziehen esvor, während des Dampfbades ein Wasserbad zu nehmen, wozu in gut eingerich-teten Dampfbädern die Vorrichtungen nicht fehlen dürfen. Die Art der Krankheit,die Beschaffenheit der Constitution, die größere oder geringere Empfindlichkeit desKranken gegen die Einwirkungen des Bades u. s. w., alle diese Umstände bestim-men die Länge der Zeit, welche der Badende im Dampfzimmer zubringen soll,Je eingewurzelter das Leiden, je kräftiger die Constitution, desto länger verweileder Badende in den Dämpfen. Gut ist es, wenn er, bevor er das Dampfzimmerverlaßt, nach und nach sich auf die untern Stufen der Breterte wasse begibt, so