Dampfbäder
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gleichsam herunterbadet, wie er hinaufgebadet hat. Ist dieses geschehen, sogeht der Kranke in das Ruhezimmer, wo er mit einem Bademantel oder mitgroßen Tüchern eingehüllt wird und sich nun auf das Ruhebette begibt, auf wel-chem er nach Verordnung des Arztes und nach dem Zwecke des Gebrauchs desDampfbades bald längere, bald kürzere Zeit liegen bleibt, theils um sich abzukühlen,theils um etwa vorhandene Transspiration zu befördern oder sie abzuwarten.Wahrend dieser Zeit kann der Kranke ein Glas überschlagenes Zuckerwasser odereine Tasse Bouillon genießen. Kalte Getränke wirken schädlich. Ist man völligabgekühlt, wozu der Eine oft nur eine Viertelstunde Zeit bedarf, während es beieinem Andern wol Stunden lang dauern kann, so beginnt die Bekleidung, und^ - ist diese angelegt, so begibt sich der Kranke in das Unterhaltungszimmer, verweiltldery hier eine kurze Zeit und geht oder fährt dann mir einem warmen Mantel oder
^ Pelze verwahrt nach Hause. Hier ist es zweckmäßig, falls nochmals Schweiß'ew ausbrechen sollte, die Wäsche mit Vorsicht zu wechseln, jedenfalls aber in der näch-
sten Stunde nach dem Bade sich ruhig zu verhalten. Wer sehr müde ist, kannschlafen, nur nicht zu lange. Der mäßige Genuß verdaulicher, wo möglich war-mer Speisen, ist nicht untersagt. Vorsicht ist hinsichtlich der Getränke, nach denenfast immer ein großes Verlangen eintritt, zu empfehlen; jedoch können ein reinesauSgegohrcnes Bier, nicht zu kalt getrunken, oder einige Tassen gewöhnlichengrünen Thees nicht schaden. Die Frage: ob eine gewisse Anzahl Dampfbäderzu gewissen Euren nöthig sei, und ob man diese im voraus bestimmen könne?ist schwer zu beantworten. Es gilt hier Dasselbe, was von dem Gebrauche der ge-wöhnlichen Wasserbader oder der Mineralbäder gelehrt wird, daß sich dieses näm-lich nicht bestimmen lasse. Die zweckmäßigste Regel, die jedoch hier gegeben wer-den kann, ist die: so lange fortzubaden, als der Kranke sich gebessert fühlt, dannaber mit der Fortsetzung der Dampfbäder es nicht zu weit zu treiben und das Gut-achten eines Arztes einzuholen. Mehr als Einmal an Einem Tage in das Dampf-bad zu gehen, ist schädlich, und nur ausnahmsweise zu gestatten. Wichtig ist es,daß der Badende auf seinen Körper wahrend des Gebrauchs der Dampfbäder achte,Veränderungen, die sich in seinem Befinden zutragen, nicht übersehe, sie wol auchsogar aufschreibe, um seinem Arzt eine genaue Relation abstatten zu können. Ineinigen Fällen fühlt der Kranke schon in oder nach dem ersten Dampfbade bedeutendeBesserung seiner Leiden; bei Andern tritt anfangs Verschlimmerung der Krank-heit ein, und erst nach dieser folgt Besserung und dann Heilung. Bei nicht We-nigen endlich beobachtet man förmliche kritische Tage, die durch den Gebrauch derDampfbäder künstlich herbeigeführt sind, und fast immer als ein gutes Zeichen an-gesehen werden können. Bergt, über russische Dampfbäder: Hille, „Das Dampf-bad, seine Einrichtung, Wirkung, Anwendung" (Dresden 1829); v. Vareg:„Uber die russischen Schwitzbäder, deren Gebrauch und Heilkräfte" (Wien 1828);Mendt, „Uber die Bedeutung und Wirkung der russischen Dampfbäder" (Bres-lau 1830).
Hinsichtlich ihrer Wirkungen sind die Dampfbäder in verschlosse-nen Wannen und Schwitz kästen den russischen Bädern sehr ahnlich,unterscheiden sich jedoch von diesen dadurch, daß bei ihrer Anwendung die heißenDämpfe weder mit dem Kopfe noch mit den Lungen in Berührung treten, daß sieweniger reizend und erhitzend auf den Kopf und die Brust wirken, und in zweifel-haften Fallen, wo man wegen Anlage zu Schlagfluß und Blutflüssen russischeBäder nicht anzuwenden wagt, mit weniger Gefahr versucht werden können.Man hat vorzüglich in den letzten Jahren, wo man in dem Dampfbade ein Heil-6^n die asiatische Cholera gefunden zu haben glaubte, was sich jedochdurchaus nicht bestätigt hat, eine unendliche Menge von Vorrichtungen erfunden,um Dampfbäder in Betten u. f. w. zu geben. Hiervon abgesehen, ist es nicht zu
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