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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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556
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556 Dahlmann

nissen zu Liebe (semer Mutter Bruder, Professor Jensen in Kiel, war in Kopen-hagen angestellt worden) begann er 1802 seine akademischen Studien in Kopen-hagen, begab sich aber 1804 von da nach Halle, um F. A. Wolf, Schleiermacheru. A. zu hören. D.'s Geist und Studien waren damals vorzugsweise auf Phi-lologie gerichtet, aber Sylbenstecherei war nicht seine Sache; Philosophie undÄsthetik begleiteten die Studien der Alterthumswissenschaft. In der Wissenschaft,die ihn spater festhielt, der historischen, hatte er keinen Lehrer, und auch als er spä-ter in der damaligen trostlosen Zeit des deutschen Vaterlandes nach mehrmaligemWechsel des Aufenthaltorts nach Kopenhagen zurückkam, waren die Vorlesungen,die er dort 1811 in lateinischer Sprache eröffnete, dem Aristophanes gewidmet.Seine Habilitationsschrift war:?rim0rckiu et successu8 veteris comoeäioe^tkeaiensiuin". Von der Fortdauer seiner ästhetischen Studien zeugt die 1812erschienene Schrift:Betragtninger over Oehlenschlaeger's dramatiske verker".Jedoch bald nachher ward er berufen, in einem andern Gebiete der Wissen-schaft sich geltend zumachen. Hegewisch, zu ersetzen, ward er 1813 zum außer-ordentlichen Professor der Geschichte bei der Universität zu Kiel ernannt. Warer hier auf eine für ihn ganz geeignete Thätigkeit angewiesen, so bekundeteer bald darauf sich als den rechten Mann für einen von jener verschiedenen Beruf,nämlich feit 1815 als Secretair der fortwährenden .Deputation der schleswig-holsteinischen Prälaten und Ritterschaft. Befreundet mit den wackersten seinerAmtsgenossen, geliebt von seinen Zuhörern, geachtet von den Mitbürgern und imGenuß unbeschrankten Vertrauens der Ritterschaft, lebte, waltete und wirkte erhier anderthalb Jahrzehende ebenso tadellos als beneidenswerth. Vermöge seinesDoppelberufes war auch seine schriftstellerische Thätigkeit eine zwiefache. In An-gelegenheiten der Ritterschaft gab er 181519 heraus:Sammlung der wich-tigsten Aktenstücke, die gemeinsamen Angelegenheiten der schleswig-holsteinischenPrälaten und Ritterschaft und der übrigen Gutsbesitzer betreffend"; ferner:Ur-kundliche Darstellung des dem schleswig-holsteinischen Landtage kraft der Landes-verfassung zustehenden Steuerbewillkgungsrechts, mit besonderer Hinsicht auf dieSteuergerechtsame der schleswig-holsteinischen Prälaten und Ritterschaft, ingleichender übrigen Gutsbesitzer" (Kiel 1819). Er behauptete standhaft mit Wort undSchrift, daß Schleswig und Holstein zusammengehören und ihr Recht auf einegemeinsame Verfassung unerloschen sei. Im Zusammenhange.mit seinem Berufezu Erörterungen aus dem Gebiets des Staatsrechts und der praktischen Politikstehen mehre seiner Aufsätze in denKieler Blättern" undKieler Beiträgen", undseine Vorrede zur Übersetzung von Delolme (Altona 1818). In der Geschichtewidmete er seine schriftstellerische Thätigkeit hauptsächlich der Geschichte der Grie-chen, der Deutschen und der skandinavischen Staaten; Aeugniß davon geben seineTheilnahme an der Herausgabe der Quellenschriftstellcr der deutschen Geschichte,für welche er das Leben des Bischofs Ansgar lieferte, seineForschungen auf demGebiete der Geschichte" (2 Bände, Altona 182223), worin von dem Cimoni-schen Frieden, Herodotus, Saxo Grammaticus u. s. w. ebenso gründlich als geist-reich gehandelt wird; endlich seine Herausgabe derChronik von Dithmarsen" vonAdolf Neokorus (2 Bände, Kiel 1827). In seiner Thätigkeit und ihren Erfolgenkonnte ihn nur wenig stören, daß die Negierung (man meinte aus Unzufriedenheitmit D.'s Verwaltung des obengedachten Sekretariats) ihn nicht zum ordentlichenProfessor der Geschichte und zum Mitglieds des akademischen Senats ernannte;wol aber hatte er fast immerfort mit körperlichem Weh zu kämpfen und hef-tige Erschütterungen seiner Lebenskräfte zu bestehen. Bald nach seiner Heimkehrvon einer Reise nach Frankreich und der Schweiz, die er nach dem Tode seinerGattin 1827 unternommen hatte, ward er (1829) an Sartorius' Stelle zurProfessur der Staatswissenschaften nach Göttingen berufen. Hier liest er außer