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Czartoryski
schenHofe, als Alexander gleich nach seiner Thronbesteigung ihn zu sich rief und ihmdas Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten übertrug, eine Erhöhung, dieihm viele Neider zuzog. Die Russen fühlten sich beleidigt, daß ein Pole diesen wich-tigen Posten bekleidete. C., der dieses Amt nur in der Hoffnung angenommen batteden geheimen Plan des Kaisers hinsichtlich Polens ausgeführt zu sehen, benabmsich so gerecht, mild, besonnen und klug, daß er bald die Neider in Freunde umwan-delte. Seine Uneigennützigkeit ging so weit, daß er den mit seinem Amte verbunde-nen Gehalt ausschlug und ihn für ärmere Staatsdiener in die Reichscasse zurückflie-ßen ließ. Am 11. April 1805 unterzeichnete er im Namen Rußlands ein Bund-niß mit Großbritannien, wozu Napoleon durch die Vereinigung des französischenReichs mit Italien die Veranlassung gegeben hatte. Der friedliebende C. gab je-doch die Hoffnung einer Ausgleichung nicht auf und verlangte, um das letzte Ver-söhnungsmittel anzuwenden, im Namen des Kaisers Alexander Reisepasse für No-wosilzoff, der Friedensvorschlage machen sollte. Es war zu spat. Napoleon hattedie ligurische Republik schon mit Frankreich vereinigt, und die Verhandlungen fan-den nicht statt. Ostreich entschloß sich, dem Bunde beizutreten, und zog durchsein Beispiel auch Baicrn nach sich. C. hatte dem Kronprinzen von Baiern einerussische Prinzessin zur Gemahlin vorgeschlagen, um das Bündniß zwischen beidenStaaten noch enger zu knüpfen. Der Einfall der östreichischen Truppen in dasbairische Gebiet verletzte jedoch Maximilian Joseph so tief, daß er sich von dem Au-genblicke an von der Coalition lossagte und sich mit Frankreich verband. DieserVerstoß gegen die Politik, der durch ^Ostreichs Benehmen herbeigeführt wordenwar, veranlaßte den Fürsten, welcher wohl wußte, daß man ihm fast allgemein dieunheilbringenden Folgen davon zuschreibe, um seine Entlassung zu bitten. Erlebte seitdem kurze Zeit auf seinen Gütern in Polen, befand sich jedoch am L. Dec.1805 in der Schlacht von Austerlitz schon wieder an Alexanders Seite. SeinNachfolger im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, der Freiherr vonBudberg, huldigte ungefähr den nämlichen Grundsätzen und schloß 1807 einBündniß mit Preußen. Während des Fcldzugs in jenem Jahre war E. Alexmr-ders beständiger Begleiter. Als aber nach dem tilsiter Frieden der Graf Rumjän-zoss den Freiherm von Budberg erfetzte, zog sich C. fast ganz von allen Geschäftenzurück und wohnte nur selten den Sitzungen des Staatsraths bei. Als Privat-mann that er bei mehr als einer Gelegenheit kund, daß seine Anhänglichkeit an denrussischen Thron nur der Person des Monarchen, keineswegs aber seiner hohenStellung galt, denn von allen den Auszeichnungen, womit ihn der Kaiser be-lohnen wollte, nahm er später bloß den polnischen weißen Adlerorden an, undzwar nur als hoher Staatsbeamter in dem neuen Königreiche Polen. Kurz vordem Ausbruch? des Krieges mit Frankreich sprach C. im russischen Rckhsrathemit hinreißender Beredtsamkeit zu Gunsten seiner Landsleute und legte dem Kaiserdie Nothwendigkcit ans Herz, eine Nation, der man gewisse Rechte versprochen,mit Treue und Schonung zu behandeln, weil sie sich sonst genöthigt sehen würde,auswärts Hülfe zu suchen. Er war seitdem wieder beständig in der nächsten Um-gebung Alexanders, den er auch 1814 nach Paris begleitete. Hätte man aus demFreundschaftsverhältnisse, in welchem C. zu dem Monarchen stand, einen Schlußziehen wollen, so würde man geglaubt haben, daß Alexander keinen Andern als denFürsten C. zu seinem Statthalter in Polen ernennen werde, und dennoch siel dieWahl auf Zajonczek, der den Ruhm einer unter Kvsciuszko glorreich begonnenenLaufbahn und die Achtung seiner Landsleute bereits für die Gunst des Kaisers ein-getauscht hatte. C. wurde 1815 Senator Palatin des Königreichs. Er vermähltesich 1817 mit der jungen und geistreichen Prinzessin Anna Sapieha. Dem erstenReichstage wohnte er als Mitglied dec Senatorenkammer bei und sprach mitebenso großer Kreimüthigkeit als Vaterlandsliebe im Tone eines begeisterten
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