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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
550
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SÄ0

Eurmingham

währenden jährlichen Zuschuß, der zwar bewilligt, aber an, die Bedingung geknüpftwurde, daß der dem Throne so nahe stehende Prinz in England und zu englischenGesinnungen erzogen werden sollte. Seitdem lebt der Herzog mit seiner Familiein England. Die ungünstige Stimmung, die er gegen sich erregt hat, griff begierigAlles auf, was ihm in der öffentlichen Meinung schaden konnte, wie denn der An-spruch des Capitains Grant, des Sohnes eines mit der Schwester des Herzogsvon C. vermahlten Offiziers, und seine Drohung, einen Briefwechsel bekannt zumachen, der das Geheimniß seiner Geburt aufdecken sollte, alsbald mit ärgerlichenGerüchten in Verbindung gebracht wurden, über welche sich die öffentlichen Blatterauf eine Art äußerten, die den Schleier nur zu sehr aufhob. Bei den Verhandlun-gen über die Parlamentsreform bekannte er sich zu den politischen Grundsätzen, dieer stets verfochten hatte, wiewol er mit andern Feinden jener Maßregel noch mehr ingeheimer Wirksamkeit thätig gewesen sein soll.

Cunningham (Allan), geboren um 1?9E in der schottischen GrafschaftGalloway, der Sohn eines Landmanns, verlebte einen großen Theil seiner Jugendals Maurergeselle. In seiner Heimath hat sich der schottische Volksgefang in Balla-den und Überlieferungen aus den Zeiten der Grenzkriege zwischen Schottland undEngland vor andern Gegenden lebendig erhalten, und in frühern Zeiten, ehe dergeweckte Gewerbfleiß in Niederschottland die Thätigkeit des Volkes aufregte undmanche Sitte der Väter verdrängte, zogen alte Männer von Haus zu Haus, san-gen Balladen und erzählten Bruchstücke aus alten Geschichten wahrer oder erdichte-ter Abenteuer. C. horchte in seiner Jugend am ländlichen Herd auf die anziehendenLieder und Sagen, wenn die wandernden Sänger viele Zuhörer um sich versam-melt hatten, um durch ihre Kunstfertigkeit Nahrung und Kleidung zu erwerben.Seinem treuen Gedächtnisse ging nichts verloren, und während er früh mit dervaterländischen Sage vertraut und seine Phantasie befruchtet ward, erwachte inseiner Seele die inwohnende Dichterkraft. Vor Allem aber gewannen die echt natio-nalen Gesänge des schottischen Volksdichters BumS, welchen, wie.ihn, der Zauberalter Lieder begeistert hatte, und später Scott's Erzählungen einen entscheidendenEinfluß auffeine Bildung, und feine Werke verrathen es, wie aufmerksam er dieseVorbilder betrachtet hat. Der Beifall, den die ersten Volkslieder und Legendendes Maurergesellen, z. B. die schöne BalladeIlomüe ^nne" fanden, gab Veran-lassung, ihn aus dem beschrankten Kreise des Handwerkslebens zu ziehen, und erkam in die Werkstätte des berühmten Bildhauers Chantrey, wo er über 12 Jahrelang als Gehülfe des Meisters alle Arbeiten zu besorgen hatte, die nicht in das höhereKunstgebiet gehörten. Einige seiner ersten Versuche waren bereits in Zeitschriftenund Balladensammlungen erschienen, als er eine kleine Sammlung:8ir Nur-mudulle Älaxvvell, u drumutic poem; 'Elle mermaid os(l<d!cnvu/; 'Elle legend ofkiellurd Euulder, und teveitt^ scottisll songs" (London 1822) herausgab, dieweniger durch das auf Volkssagen gegründete Schauspiel, dem es bei schönen Ein-zelheiten an wahrem dramatischen Leben fehlte, als durch die echt nationalen Le-genden und Lieder anzog. Walter Scott's Beifall, der seinenFreund Allan" eineZierde Caledonias" nannte, trug nicht wenig dazu bei, auf C.'s Talent aufmerk-sam zu machen. Seins'Eruditionu! tules oltlle englisll und scottisll peusuntr?"(2 Bde., London 1822), zum Theil verdeutscht von Lindau (Leipzig 1823), zeig-ten ihn in dieser auf mündliche Überlieferung gegründeten Darstellung des schotti-schen Volkslebens auf einer höhern Stufe, als er bis dahin erreicht hatte, und gabenein günstiges Zeugniß von der Lebendigkeit und Fruchtbarkeit seiner Phantasie undder Kraft seines Pinsels, wiewol schon hier das Manierirte hervortrat. Eine Fruchtseiner Beschäftigung mit der Liederpoesie seines Volks war die Sammlung: ,,3'llesongz of Lcotlund, uncient und modern" (4 Bde., London 1825), die nach einerlangen Einleitung über die Geschichte und die Eigenthümlichkeiten der schottischen