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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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463
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Cölibat

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auf gesetzlichem Wege zu bewirken. Diese Vereine, begünstigt von einer Zeit, diesich/wie noch keine andere, mit Indignation gegen die erzwungene Priefterehelosig-kcit erklart, und bei den Frauen, wie in den untersten Standen, freundlichen Anklangfindet, werden zunächst durch die katholischen Geistlichen im Lande gebildet. Geach-tete und einflußreiche Laien schließen sich ihnen an. Diese Vereine, geleitet vonTheologen im Geiste des katholischen — nicht römischen — Kirchenthums, und insichtbarer, Achtung gebietender Gestalt ins Leben tretend, werden bei beharrlicherTreue und mit erhöhter Macht um so sicherer dem Ziele nachstreben, je gewal-tiger dagegen die Finsterlinge, die blinzelnden Pharisäer, die verkappten Römlingeund die sadduzäischcn Lüstlinge eifern. Die Bildung eines solchen Vereins ist zuerstm Würtemberg unternommen worden. Eine kürzlich in Ulm erschienene Schrift:„Über die Bildung eines Vereines für die kirchliche Aushebung des Cölibatgesetzes.Bon einem katholischen Geistlichen in Würtemberg" (1831), gibt Kunde von Dem,was hier vorgeht, und legt es vor Augen, was Deutschland, wenn es nur will, ver-einigen wird. Die Mitglieder dieses Vereins verpflichten sich nicht nur, wie sichdies von rechtschaffenen Männern von selbst versteht, ihre Überzeugung von derVerwerflichkeit des Cölibatgesetzes nie zu verhehlen oder zu verleugnen, sondern auchdurch Namensunterschrift förmlich zu erklären, und auf jede Weise mitzuwirken,um dieselbe auf dem gesetzlichen und kirchlichen Wege ins Leben einzuführen. Nachden Statuten dieses Vereins haben sich Geistliche und Laien beider Confessionenverbunden, um die Aushebung des Eheverbots zu bewirken. Die Mitglieder wollensich gegenseitig Ansichten, Wünsche und Vorschläge mittheilen, sich zu einer kräftigenWirksamkeit für ihren Zweck ermuntern und hauptsächlich die katholischen Gemein-den vorbereiten. Sie verpflichten sich in dieser Absicht, bei vorkommenden Gelegen-heiten durch Lehre und That dahin zu wirken, daß der Zweck bald erreicht werde.Die Laien werden das Streben der Geistlichen unterstützen, das Volk über diesenGegenstand zu belehren. Hat der Verein diese Vorbereitungen gemacht und dieStimmung des Volkes kennen gelernt, so bedient er sich der gesetzlichen Mittel, umseine Aufgabe zu lösen, überträgt seine Angelegenheit der Ständeversammlung undlegt seine Bitte der königlichen Regierung und der geistlichen Oberbehörde vor. ZurLeitung dieses Vereins haben sich einstweilen die vier Professoren des königlichen obernGymnasiums in Ehingen, Dürsch, Lipp, Wocher und Börner, entschlossen, undauf ihre Einladung ist bereits in den ersten zwei Monaten nach Gründung desVereins eine große Anzahl geachteter Männer aus dem geistlichen und weltlichenStande beigetreten. Unter den Geistlichen sind Männer jedes Alters und jederWürde in der Seelsorge und dem Lehramte. Aus der nähern Kenntniß über dasAlter der Mitglieder, welche zum Theil hochbetagt sind und schon am Rande desGrabes stehen, ergibt sich, daß keine persönliche Rücksicht, sondern nur das Gefühlfür Wahrheit, Recht und Christenthum sie leitete. Selbst die meisten Mitglieder desbischöflichen Domcapitels und der theologischen Facultät in Tübingen sind dem Ver-eine beigetreten. Die gute Aufnahme des Vereins beurkunden viele geachtete öffent-liche Blätter. Das gewichtigste Urtheil spricht wol dietübinger„TheologischeQuar-talschrift" aus, die besonders das Zeitgemäße des Unternehmens herausstellt und dieNotwendigkeit des Handelns in dieser Sache nach dem vielen Schreiben anerkennt,und den Lenkern der Kirche das Dilemma stellt: entweder die ascetische, mönchischeErziehungs- und Unterrichtsweise auf die Zöglinge des geistlichen Standes wiederanzuwenden und mit allen ihren Folgen (man denke an die französische, belgische,spanische und portugiesische Geistlichkeit) aufzunehmen'als Stütze des Cölibats,oder die gymnasiastische und Universitätsbildung und die Ehe der Geistlichen alsStütze der bürgerlichen Ordnung in den neuen Staaten zu schützen und einzuführen.Von eignen Schriften, die sich für die Vereine interessiren, verdienen bemerkt zuwerden: „Ein Gespräch in oberschwäbischer Bauernsprache, von Dionys Kuen"

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