Cochrane Codrington 457
^b. Als Mitherausgeber eines kritisch-exegetischen Corpus juris civilis suchte ervorzüglich die Kritik auf feste Grundlagen zu bauen durch möglichst vollständigeSammlung aller Handschriften des Oorz>us juris, die er theils auf feinen Reisen,.thcils durch ausgebreitete Verbindungen aus allen Theilen von Europa planmäßigzusammenbrachte. Überhaupt beschäftigte er sich viel mit dem historischen undliterarischen Theile des römischen Rechts. Von seiner engern Verbindung mitdem verstorbenen Jourdan in Paris wird in Savigny's Zeitschrift (Bd. 7, H. 1)gesprochen. C. lieferte auch Beiträge zur „'lAemis, ou lliüliotücgue du juris-cnnsulte". Seinen Aufenthalt in Rußland benutzte er 1827 zu einer Reise, umdie Klosterbibliotheken in den Eparchien zu Moskau und Nowgorod zu unter-suchen. In seinen Bemühungen um Aufsindung von Quellen des klassischenAlterthums in Rußland ward er vyn der kaiserlichen Regierung sehr unterstützt.In Moskau namentlich untersuchte er die durch Matthäi berühmt gewordene Sy-nodalbibliothek. Er dehnte 1829 seine Reisen über Weißrußland und Kiew — dieWiege der christlichen Religion in Rußland— bis nach Odessa und die an Natur-schönheiten und Überresten des Alterthums so reiche Krim aus^ In Kiew ward erbesonders von einem der gelehrtesten russischen Geistlichen, dem MetropolitenEugenius, sehr wohlwollend aufgenommen. Die Ergebnisse dieser Reisen wirdC. in einem „Iter rossicum", nach Art von Blume's „lter itcdicum", bekanntmachen. Ein Programm (1827) zur Feier des 25jährigen Jubiläums der Uni-versität Dorpat gibt davon einen vorläufigen Bericht. Auf jene Reise folgte1830 eine fast neunmonatliche wissenschaftliche Reise nach Deutschland. Außerden genannten Schriften kennt man seine „Dissertatio sisteus specimcu descrip-liouis codicum munuscrffduruiu digesti vetcris" (Tübingen 1817), seine „dum-menwtio sisteus codicum czuoruudam munuscrPtorum digesti veteris... uccuru-Norem descriptioucm etc." (Weimar 1818), ferner das schon erwähnte Programm„De vetustis nonuullis membrauis in bidüotllecis rossicis aliisgue vicinis extuu-titzu« proimdsis" (Dorpat 1827, Fol.). Seine „Hermeneutik des römischen Rechts"erschien zu Leipzig 1831 und seine „Einleitung in das Corpus juris civilis im Grund-riß; mit einer Chrestomathie von Quellen" (Riga und Dorpat 1829) ist einer derersten Ver'uche, diesen Gegenstand in einem größern Umfange als bisher auf denUniversitäten einheimisch zu machen. Nachrichten über ihn findet man in Eisen-bach's „Geschichte der Universität Tübingen" und in Recke's und Napiersky's„Schriftsteller- und Gelehrtenlexikon der Provinzen Liefland, Efthland und Kur-land". Noch bemerken wir, daß C. im Jahre 1827 zum Ehrenmitgliede der Uni-versität Wilna, 1830 zum Mitglieds der kurländischen Gesellschaft für Literaturund Kunst, und 1831 zum kaiserlich russischen Collegienrath ernannt worden ist.
Cochrane (Alexander Thomas, Lord), s. Dundonald (Graf).
Codrington (Sir Edward), stammt aus einem alten Geschlechte, dasin der englischen Geschichte einige geehrte Namen zählt. Sein Ahnherr warStandartcnträger des heldenmüthigen Heinrich V„ und ein anderer seiner Vor-sahren stiftete die nach ihm genannte ausgezeichnete Büchersammlung im Col-legium.411 sovils zu Oxford. Die Familie erlangte unter Georg I. die Baronet-würde, und der altere Bruder des Admirals ist jetzt das Haupt des Geschlechts.Nicht lange vor dem Ausbruche der französischen Revolution trat C. in den See-dienst und erhielt nach rühmlichen Anstrengungen 1802 als Capitain den Befehlüber das Linienschiff Orion von 74 Kanonen, mit welchem er an der glorreichenSchlacht bei Trafalgar ehrenvollen Antheil nahm. Bei der Beschießung von Vlies-singen 1809 führte er das Flaggenschiff des Admirals Gardner, welches den Bat-terien ausgesetzt, mehr als einmal in Feuer gerieth, aber seine Stelle bis zuletztbehauptete und großen Antheil an dem Ruhme des Tages gewann. Er wurde 1814Contreadmiral, im folgenden Jahre Ritter des Bathordens und 1825 Viceadmirasi