Clarus
449
nnü 1824, Nn)or Denkam, Oz^t. (?Inpportc»n, nnck tüe late Dr. Onklnev"« London 1826,4.), wovon Eyries und Larenaudiere eine Übersetzung veranstalte-«?n, welche 1826 zu Paris in drei Banden mit einem Atlas in 4. erschienen ist,^onrnnl ok n seconck expectitiou into ttie interior «f ^iricu Irom tüs bigchtUenin to Saecntno" (London 1886). Diesem Berichte ist Richard Lander's Tage-buch angehängt. — Über C. und den früher mit ihm befreundeten, aber plötzlichveränderten Bello hat Narrow im „HunrteiH'revierv" (Nr. 7? und 78 «anziehendeBerichte geliefert, und sogar zwei Briefe des Sultans, an „Abdallah Clapperton"geschrieben, als dieser in Kano angekommen war, bekannt gemacht, aus welchenbervorgeht, daß C.'s durch Kränklichkeit und Mühsal gereizte Stimmung wol vielzu der nachmaligen Sinnesänderung des afrikanischen Fürsten beigetragen ha-ben mag. (8)
Clarus (Johann Christian August), königlich sächsischer Hof-und Me-dicinalrath und ordentlicher Professor der Klinik an der Universität Leipzig, wardam 5. Nov. 1774 zu Buch am Forst im Herzogthum Koburg, wo sein BaterPrediger war, geboren. Er besuchte seit 1788 das Gymnasium zu Koburg, stu-dirte seit 1795 Medicin zu Leipzig, ward 1799 daselbst Doctor der Philosophieund erhielt ebendaselbst 1861 die medicinische Doctorwürde. Nachdem cr bis1893 Privatvorlesungen über verschiedene Zweige der Medicin gehalten und sichals praktischer Arzt- und Anatom gründlich ausgebildet hatte, erhielt er in demgenannten Jahre eine außerordentliche Professur der Anatomie und Chirurgie undward Prosector. Er verfolgte in dieser Stelle die von Bichat (s. d.) gegründete neueanatomische Lehre mit großem Eifer und mit steter Selbstprüfung, und es ist zubedauern, daß C. aus dem Schatze seiner anatomischen Forschungen die Wissen-schaft zu bereichern unterlassen hat. Von großem Einfluß war dieses tiefere Stu-dium der Anatomie und Physiologie auf seine Ausbildung als Arzt und klinischerLehrer, wie dieses sich aus den von ihm herausgegebenen „Annalen des klinischenInstituts am Jakobshospitale zu- Leipzig" (Leipzig 1816) ergibt; C. zeigtevielleicht zuerst unter den deutschen Klinikern den großen Einfluß von Bichat's all-gemeiner Anatomie auf die allgemeine und specielle Pathologie in den genanntenAnnalen, die ohne Zweifel seme gelungenste klinische Leistung genannt werdenkönnen. Er verband, seinen Landsleuten voraneilend, die allgemeine Pathologiemit der allgemeinen Anatomie. Ein Mann von solchen Ansichten mußte sehrbald als klinischer Lehrer einen großen Ruf erwerben, und dieses geschah umso schneller, je eleganter sich C. in der lateinischen Sprache auszudrücken verstand,und je gründlicher und faßlicher er sich als Lehrer am Krankenbette zu zeigenwußte. C. ist jetzt ohne Zweifel einer der ersten klinischen Lehrer Deutschlands;den vielleicht nicht ganz ungerechten Vorwurf, er sei ein zu großer Anhänger desAlten, kann sich C. um so mehr gefallen lassen, als kein klinischer Lehrer Deutsch-lands, nach Brehme's und Grossi's Tod, ihm in Kenntniß und Interpretationder alten griechischen Ärzte gleichkommt, und je bestimmter er dargethan hat,daß er im Wissen und in der Beurtheilung mit gleicher Fertigkeit die älteste wiedie neueste Zeit versteht. Vielfache Amtsgeschafte, welche die Übernahme des Phy-sikats des Kreisamtes, der Universität und der Stadt herbeiführten, sowie eine aus-gebreitete Praxis haben C. bis jetzt abgehalten, der Literatur durch ein großes um-fassendes Werk die Fülle seiner Kenntnisse und Erfahrungen und die Schärfe sei-nes Urtheils im glänzendsten Lichte zu zeigen, und sie tragen wol die Schuld, daßManches, was Großes versprach, bis jetzt Fragment geblieben ist, z. B. seinbegonnenes Werk: „Der Krampf in pathologischer und therapeutischer Hinsicht"(erster Theil, Leipzig 1822). Aber die langjährige Führung jenes Amtes zeigteC. als einen ausgezeichneten meckicus t'oreusis, in der Praxis wie in der Theorie,und er hat durch die Bearbeitung vieler höchst wichtigen Gegenstände in der ge-Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. 1. 29
/I
I d