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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
446
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446 Clapperton

niederlegte, und starb am 26. Sept. 1826. — Sein Sohn, Graf Karl, geboren23. Mai 1792 in Prag, trat schon 1809 aus den Rechtsstudien in das Frei-corps des Fürsten Kinsky ein; der Brief, worin er diesen Schritt seinem Vatereröffnete, wurde seines patriotischen Inhalts wegen in die Zeitungen ausgenommen.Er rückte bald vor, wurde dem Feldmarschall Fürsten Schwarzenberg in dem Feld-zuge 1812 — 14 zugetheilt, brachte die erste Siegesnachricht von Kulm dem Kai-ser in das Hauptquartier nach Laun, begleitete spater mit dem Feldmarschalllieute-nant Koller den Kaiser Napoleon nach der Insel Elba, wurde schon wahrend deswiener Congresses zu diplomatischen Verhandlungen gezogen und erwarb sich dieGunst der versammelten Monarchen. Als Major schrieb er auch ein Werk überdie Dienstpflicht eines Offiziers der Cavalerie. Er vermahlte sich 1821 mit einerTochter des Lords Guilford, und hatte, als Oberst eines Kürassierregiments zuSt.-Georgen in Ungarn ftationirt, einige wegen Rekrutirung dort entstandene Un-ruhen beizulegen. Als er 1824 mit einer diplomatischen Mission nach Petersburggeschickt wurde, begleitete er den ihm sehr gewogenen Kaiser Alexander auf derReise durch einige russische Provinzen; 1826 brachte er dem Kaiser Nikolaus dieGlückwünsche des östreichischen Hofes zu seiner Thronbesteigung, sowie auch früherdem Könige Ludwig von Baiern. Im Dec. 1830 zum Generalmajor und Hof-kriegsrath ernannt, erfüllte er bald darauf, in dem vielbewegten Jahre 1831, wich-tige politische Sendungen nach Mailand, Olmütz u. a., und spater besorgte er gleicheAustrage am preußischen Hofe. (32)

Clapperton (Hugh), geb. 1788 zu Annan, einem Flecken in der schot-tischen Grafschaft Dumfries, wo sein Vater und selbst schon sein Großvater mitvielein Erfolge die Arzneiwissenschaft ausgeübt haben. Nach der Altern Wunschsollte auch der Sohn diesen Erwerbszweig ergreifen, allein C. entschied sich frühzei-tig für das Seewesen und diente von seinem neunzehnten Jahre an auf verschiede-nen Schiffen bald in Europa, bald in Amerika und am längsten in Westindien,wo er sich, noch als Seecadet, durch Berufstreue und Unerschrockenheit auszeich-nete. Zum Schiffslieutenant befördert, kreuzte er 1815 in den canadischen Ge-wässern, kam 18.17 nach Europa zurück, wurde aus halben Sold gesetzt und brachteeinige Zeit in Edinburg zu, von wo er sich später zu einer Tante begab, die in Loch-maben lebte. Auf einer zweiten Reise nach Schottlands Hauptstadt machte er dieBekanntschaft des vr. Oudney, welcher von den Vorschlägen sprach, die ihm vonder afrikanischen Gesellschaft zu London in Betreff einer nach Timbuktu bestimmtenExpedition gemacht worden waren. C., voll Jugendkraft, Much und Unterneh-mungsgeist, brannte vor Begierde, die Fesseln so langer Unthätigkeit abzustreifen,und hatte von nun an keinen heißern Wunsch, als vr. Oudney begleiten zu dürfen,was ihm auch gestattet wurde. Seit Marco Polo, vielleicht den einzigen MungoPark ausgenommen, ist durch keine Expedition so viel neues Land entdeckt undbekannt gemacht worden. Oudney, C. und der Major Denham traten imFebruar 1822 von Tripolis aus ihre Reise nach dem innern Afrika an und tra-fen im April in Murzuk, der Hauptstadt von Fezzan, ein. Im November gingdie Reise über Tegherry durch öde Wüsteneien bis Lari, der nördlichen Grenzstadtdes Königreichs Burnu, welche man am 4. Februar 1823 erreichte, und in derenNähe sich der See Tsaad befindet, von da nach Ruka, dem Hoflager des Beherr-schers von Burnu, Scheich Schumin-El-Kalmi, eines gemeinen Arabers, der sichvom Fighi (Schulmeister) zum unumschränkten Monarchen emporgeschwungenhatte. Während Denham sich an den Kriegszug anschloß, den ein Feldherr des Sul-tans gegen die Fellahtahs, die etwa 230 M. südlicher wohnen, unternommen,untersuchte C. den Tsaad und den von S. kommenden Fluß Shary, und setzte dieReise über die verödeten Städte Birnie (ehemals Hauptstadt von Burnu), Gam-barron, Kuhtscharra, Biskur und Surgun bis Belley fort, welche von Kano, der