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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
445
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Civiale Clam-Martinitz (Gottlicb — Karl, Grafen) 445

System der Regierung, welches nach dem Wunsche der Nation von der Versamm-lung angenommen worden sei, keine weitere Entscheidung zustehe. Also beschloßC. für jetzt seine Laufbahn in griechischen Diensten. Allein sein Sinn blieb demVolke zugethan, dessen Heil und Rettung er den besten Theil seines Lebens gewid-met hatte. Er lebte fortan zu Argos in scheinbarer Theilnahmlofigkeit, geliebt vonDenen, welchen er einst Führer war, gefürchtet von der Regierung, und schloß sichDenjenigen an, welche sich nach und nach zu einer systematischen Opposition gegendie Gewaltherrschaft des Präsidenten vereinten. Im Mai 183(1 erschien zu Lon-don seine Denkschrift über die Grenzen des neuen griechischen Staats („Observa-ticms o( an eli^ible iine c>( (rontier Cor <7reece as an incle^enllent state"). InEpidauros verfaßt, wurde sie zu London durch seinen Schwager Wilmot Hortonbekannt gemacht. C. suchte darin mit einer auf lange Beobachtung und Erfahrunggegründeten Genauigkeit nachzuweisen, daß Griechenland nur dann militärisch ge-sichert sein könne, wenn ihm Ätolien und Akarnanien so einverleibt würden, daßauf der einen Seite die Thermopylen, auf der andern der Makrinoros, und zwarmit Einschluß der starken Positionen von Patradschik, Karpenissa und des DistrictsAgrapha, die Grenzen bilden würden. Doch Alles, was C. that, reizte den unver-söhnlichen Haß des Präsidenten, der ihm im Jul., freilich ohne Erfolg, sogar an-deuten ließ, das Gebiet des griechischen Staats zu verlassen. C. war zu aufmerk-samer Beobachter, als daß ihm die Entwickelung der Ereignisse nicht vor derSeele hätte stehen sollen, welche die unglückliche Katastrophe von 1831 herbeiführte.Sein Entschluß war schnell und bestimmt. Seiner Gesinnung treu, schloß er sichnach der Ermordung des Präsidenten an die Gegner der Regierung, welche dasSystem der verhaßten Zwingherrschaft, unter der Leitung des unfähigen AugustinKapodistrias, von Neuem zu pflegen gedachte. C. trat an die Spitze des Heeresder Opposition, welche zu Megara ihren Hauptsitz hatte. (18)

Civiale (Jean), Doctor derMedicin und seit 1829 Ritter der Ehrenlegion,ist zu Thiezac im Departement Cantal im Jun. 1792 geboren. Er gehört zu denwenigen Ärzten, denen das Glück zu Theil ward, durch eine Erfindung der leidendenMenschheit wahren Vortheil zu schaffen und Unsterblichkeit seines Namens zu er-ringen. Diese einzige Erfindung ist: den in der Blase erzeugten Stein, ohne diesedurch eine Operation zu öffnen, durch dorthin zu führende Instrumente zu zer-stückeln und so den Steinkranken zu heilen. Dieser schon früher von Aerzten, z. B.Gruithuisen in München, geltend gemachte Gedanke ward 1817 durch C.'s Erfin-dung, die er Lithotritie nannte, zur Wirklichkeit. C. erhielt für seine Erfindungim Jahre 1826 von dem königl. Institute zu Paris eine Belohnung von 6000Francs, und 1827 wurde ihm von der Akademie der Wissenschaften der vom Baronvon Monthvon ausgesetzte jährliche Preis von 10,000 Francs zuerkannt. C. hatdurch seine Lithotritie sehr viele Steinkranke in Frankreich und im Auslande ge-heilt; selbst Ärzte, die am Stein litten, haben sich feiner Behandlung mit Glückanvertraut. C.'s Schrift über feine Erfindung führt den Titel: „Do ja jitliotritie,cm brviement cle ja Pierre ckans ja vessie" (Paris 1827). (S. Steinzer-malmung.)

Clam - Martinitz (Gottlieb, Graf), oberöstreichischer Regierungs-präsident, geb. 1760 zu Linz, vermählte sich 1791 mit der Grasin MarianneMartinitz, der Letzten ihres altberühmten Hauses, und wurde der Stamm-vater der Linie der Grafen Clam-Martinitz in Böhmen. Er war ein durchGeist und Herzensgüte ausgezeichneter Mann, dem das Wohlthun ein Be-dürfniß geworden; erstand an der Spitze der meisten wohlthätigen Anstalten fürArme und Verunglückte, für Witwen und Waisen, welche in Prag, zum Theilauf seinen Antrieb, gestiftet wurden. 1820 — 24 bekleidete er die Würde einesOberstlandkammerers in Böhmen, die er jedoch wegen zerrütteter Gesundheit