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Cholera
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?lm 1. Ott. 183t war die Krankheit in Marienwerder, am 3. Ott. in Magdeburg,am 7. in Hamburg, am 15. in Altona, am 28.- in Lüneburg, am 1. Nov. inBrieg. In England brach die Cholera allmälig von der sporadischen zur wirklichenasiatischen sich steigernd schon im Sommer 1831 an verschiedenen Orten aus, ambestimmtesten wird der Ausbruch zu Sunderland am V. Nov. desselben Jahresangegeben. In London, wo die Cholera am 7. Febr. 1832, und in Edinburg,wo sie in der letzten Halste des Jan. ausbrach, trug sie einen sehr milden Cha-rakter, dagegen wüthete sie in Dublin spater heftiger. Ganz unerwartet undbevor auf irgend einem Punkte Frankreichs sich Spuren gezeigt hatten, brach sieam 26. Marz 1832 in Paris auS, und nahm bald einen bösartigen Charakteran, sodaß bis Ende Mai über 13,000 Menschen starben. Im April undMai verbreitete sie sich auch in andern Gegenden Frankreichs. Wenden wiruns nach den südlichen Gegenden des europaischen Festlandes, so sehen wir zuPesch in Ungarn die Cholera schon am 14. Iul. 1831, zu Borowo in Slawo-nien am 10. Aug., an demselben Tage in Wien, wiewol die öffentliche Ve-kanntwerdung daselbst erst vom 14. Sept. sich datirt; am 9. Sept. erschien dieKrankheit zu Presburg, in Mahren und Ostreichisch-Schlesi'en seit der Mitte Sep-tembers, zu Brünn in Mahren seit dem 21. Sept., in Ostreich ob der Enns seitdem 3. Oct., zu Prag am 28. Nov. Das Jahr 1832 sah die Krankheit amH.Jan, in Halle an der Saale, wiewol schon am 19. Dec. 1831 ein Fall vonCholera daselbst vorgekommen sein soll.
So hat denn die Cholera binnen 14 Jahren von Calcutta bis Hamburgeinen Weg von ungefähr 79 Graden zurückgelegt, immer westlich ziehend, und sichdabei in Asien und den ostindischen Inseln zwischen dem 10. Grade S. und dem55. Grade N. B., in Europa aber zwischen dem 44. und 64. Grade N. B. gehal-ten. Eine solche Verbreitung der Krankheit in zwar langsamem, aber sichermSchritte, läßt schon auf den ersten Anblick Ursachen der Krankheit vermuthen,welche ungewöhnlich und vielvermögend sind; denn die uns gewöhnlich treffendenSchädlichkeiten können eine solche, nur im fernen Osten bekannte und bis jetzt unsfremd gebliebene Krankheit nicht erzeugen, und ebenso wenig vermögen Einflüssevon geringer und beschränkter Wirksamkeit eine so plötzlich befallende, heftig ver-laufende und schnell sich beendendeKrankheithervorzubringen. Solcher Ursachen nun,welche die Verbreitung der asiatischen Cholera bedingen, lassen sich besonders dreidenken: entweder ein Anfteckungsstoff trägt die Krankheit von einem Indi-viduum zum andern und somit auch von Land zu Land; oder ein Miasma, eineVerderbniß der atmosphärischen Luft, in uns unbekannten Verhaltnissen der Welt-körper zu einander begründet, läßt in den verschiedensten Himmelsstrichen allmäligdie Krankheit erscheinen; oder es sind tellurische Verhältnisse, Einwirkun-gen des Erdkörpers auf den Menschen, welche in gewissen Strecken das Erkrankenan der Cholera bedingen, den Menschen ernsthaft an seine Abhängigkeit von dermütterlichen Erde mahnend. Ob ein Ansteckungsstoff die Ursache der Verbreitungbei der asiatischen Cholera sei, ist eine völlig verschiedene Frage von der: ob dieCholera überhaupt eine ansteckende Eigenschaft habe. Man kann die zweite Fragebejahen, ohne damit die erste ebenfalls bejahend zu beantworten, und wir betrach-ten daher wol mit Recht beide Fragen in gehöriger Absonderung. Daß die asia-tische Cholera unter manchen Umständen einen Ansteckungsstoff, ein Contagiumentwickele, hat nichts Unwahrscheinliches, da sie eine Krankheit mit materiellerAusscheidung ist; daß dieses Contagium aber von sehr beschränkter Wirksamkeitsei, oder wie man dies in den medicinischen Schulen bezeichnet, eine sehr bestimmteAnlage erfodere, um in einem neuemJndividuum die Krankheit zu erzeugen, istgewiß. Wer nur der Typhusepidemie in den letzten Jahren des französischen Krie-ges sich erinnert, wie Alles, was mit dem Kranken in nahe oder entfernte Beruh-