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Erster Band (1832) A bis E
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Chlor, Chlorgas, Chlorkalk

ziwill gefallen. Jetzt wurden selbst in der Landbotenkammer mehre Stimmen gegenC.'s Benehmen vernommen. Ledochowski verlangte die Ablesung der Correspon-denz des Großfürsten mit C., es regte sich allgemeiner Unwille, und man fandsowol Inhalt als Ausdruck unpassend. Starzynski trug sogar darauf an, denExdictator für einen Landesverrather zu erklaren. Der Augenblick war gekom-men, wo ein Mann wie C. seine Sinnesart auf eine unzweideutige Weise anden Tag legen mußte. Er trat zu Anfang Februar als gemeiner Soldat in dieReihen der Vaterlandsvertheidiger. Mit großem Enthusiasmus der Soldatenaufgenommen, gab er Veranlassung, daß Warschau sogleich in Belagerungs-zustand erklart und General Sierawski, der die sogenannte goldene Schar oderdas Regiment der goldenen Freiheit anführte, zum Befehlshaber der FestungZamosc ernannt wurde. In der mörderischen Schlacht vom 19. Februar beiWa.wre und vom 20. bei Grochow trug er durch seine Kriegserfahrung und bei-spiellose Tapferkeit nicht wenig zum Siege bei. Da die folgenden Tage der Kampfmit den Russen an verschiedenen Punkten und stets mit zweifelhaftem Glücke fort-gedauert hatte, so ließ C. mit Genehmhaltung des Generalissimus am 25. Febr.die russischen Schlachtreihen unter Fürst Schachossskoi und Baron Geismar durchUminski angreifen. Er selbst führte das Regiment des Generals Milberg unterTrom-melgewirbel gegen das von den Russen befetzte Erlengehölz, und jetzt verwandeltesich der Kampf in eine mörderische Schlacht. Schon waren dem alten General dreiPferde unter dem Leibe erschossen; nur um so kühner führte er seine Polen gegenden Feind, bis ihm eine feindliche Granatenkugel Halt gebot. Er wurde da-durch an der rechten Hand und an dem einen Fuße verwundet. An dem andernhatte ihn, ohne daß er es zu achten schien, früher eine Musketenkugel getroffen.Bald zeigten sich die Wunden gefahrlicher als sie anfangs schienen, und noch jetztsoll er, nachdem er am 10. Marz den Aufenthalt von Warschau mit Krakauvertauscht, ununterbrochen daran leiden. Am meisten jedoch mögen dem Hel-den die Wunden seines Herzens bluten. Sein Vaterland ist gefallen. Ach!wenn dieses nur Heldenmuth und Wunder der Tapferkeit zu seiner Rettungbedürfte, so nähme es noch immer seinen alten Rang unter Europas Staa-ten ein. (8)

Chlor, Chlorgas, Chlorkalk. Wenn man sechs Theile gemei-nes Kochfalz mit vier Theilen Braunstein genau vermischt und auf diese Mischunggemeine Schwefelsaure (Vitriolöl), die auch mit ebenso viel Wasser verdünntsein kann, gießt, so entbindet sich eine Luft von erstickendem Geruch und gelberoder gelbgrüner Färbung, welche man der zuletztgenannten Eigenschaft wegen inneuerer Zeit Ehlorgas oder Chlor (von/Xcn^o?, gelbgrün) genannt hat. DieseEntdeckung machte zuerst der schwedische Chemiker Scheele im Jahre 1774 undhielt das Chlorgas, der damaligen Stahl'schen Theorie gemäß, für eine Salzsäure,die ihr Phlogiston (Brennstoff) verloren habe, nannte daher das Gas: dephlogi-ftisirte Salzsäure. Nach dem Lavoisi'er'schen System, welches die dem Mangel desPhlogiston zugeschriebenen Erscheinungen aus einem Uberschusse des Oxygens oderSauerstoffes erklärte, wurde daher das Chlor ganz folgerecht oxygenirte Salzsäuregenannt, daher als gewöhnliche Salzsäure mit überschüssigem Sauerstoff ange-sehen. Die Untersuchuirgen des Engländers Davy im Jahre 1808 und der Fran-zosen Gay-Lussac und The'nard in den Jahren 1809 und 1810 zeigten indessenauf das bündigste, daß das Chlor nicht eine Verbindung von Salzsäure undSauerstoff, sondern ein einfacher, selbständiger Körper fei, daß dagegen die bis jetztfür einfach gehaltene Salzsäure für eine Verbindung von Chlor und Wasserstoffgelten müsse. Diese jetzt allgemein angenommene, von dem französischen ChemikerBerthollet am längsten bestrittene Ansicht verschaffte auch dem neuen Körper, derbis jetzt unter dem Namen de phlogistffirter oder oxygenirter Salzsäure, oder unter

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