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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
415
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Chinesischer Handel Chlapowski 415

5aoh Kjöh Tfchwen, d. i. die angenehme Geschichte des Haoh Kjöh" (Leipzig1766). Dieser Roman, obwol an Weitschweifigkeit vielleicht alle andern über-bietend, gewahrt doch manche höchst interessante Partien, die ihn einer erneutenund zusammengedrängtem Bearbeitung werth machten. Haoh Kjöh ist der Namedes chinesischen Verfassers, welcher auf diese Weise gemeiniglich den Büchertitel zubilden pflegt, was nicht selten zu Misverstandnissen Anlaß gegeben. Der Romandes Haoh Kjöh ist in der sogenannten leichten Schreibart Sjaoh-schwe abgefaßt.In der Einleitung des deutschen Ubersetzers findet man zugleich eine NachweisungM die an Zahl nicht unbeträchtlichen chinesischen Romane, welche sich in der kö-niglichen Bibliothek zu Paris befinden sollen, und die auch Fourmont in seinem(Ätulox- libror. liiüliotiiec. reF. 8inicc>rmn" in derElrnmmuticu 8micu" S.M, 369, Nr. 27 35, verzeichnet. Die Romane der Chinesen sind theilsin Prosa, theils in Versen, einige selbst in durchgehender dialogischer Form,völlig wie ein Drama abgefaßt, z. B. der Roman des Uah mii. Die Capitelderselben werden Hoeey genannt. Was im Durchschnitt die Zeit der Abfassung be-trifft, in welche die uns bekannten chinesischen Romane fallen, so dürfte man wolnicht sehr irren, wenn man ihnen das 13. und 14. Jahrhundert anweist. (47)

Eh in est scher Handel, s. Ostindisch-chinesischer Handel.

Chlapowski, einer der genanntesten und verunglimpfteften Namen ausdem polnischen Freiheitskriege. Aus einer angesehenen und im GroßherzogthumePosen begüterten Familie stammend, zeigte der junge C. schon in frühen IahrenFähigkeiten und Muth. Man erzählt sich von kühnen Antworten, wodurch erschon als dreizehnjähriger Knabe nach Polens Theilung seinen unerschütterlichenNationalsinn bekundet habe; auch erhielt er eine sorgsamere Erziehung als beiden polnischen Edelleuten gewöhnlich ist. Die erste Gelegenheit, sich auszuzeichnen,bot ihm, so viel uns bekannt, der russische Feldzug; er wurde Napoleons Flügel-adjutant und hatte sich der Gunst des Kaisers zu erfreuen. Nach dem Frieden wid-mete er sich ganz der Cultur seiner Güter in Posen, und man will behaupten, daßcr aufeine Art die Bewirthfchaftung derselben besorgte, welche ganz von dem Cha-rakter eines polnischen Edelmanns abweicht, insofern man diesen in rücksichtsloserGastfreiheit und sorgenloser Verschwendung sucht. Seine Gattin, eine allgemeingeachtete Dame, geborene Gräfin Grudzinska, ist die Schwester der verstorbenenFürstin Lowicz, Konstantins Gemahlin. An dem Ausbruche der Revolution hatE. keinen Theil ; ja er ging erst im Januar 1831, als es zum unheilbaren Bruchzwischen Polen und Rußland kam, nach Warschau, nachdem er es nunmehr alsPflicht jedes Polen erkannt, für sein Vaterland den letzten Kampf um seine Unab-hängigkeit mit zu ringen. Sein Rath und seine Persönlichkeit waren nicht ohneEinfluß in Warschau. Er aber war unzufrieden mit Chlopicki's Unthatigkeit, unddrängte vergebens auf entscheidende Maßregeln, die keinen Rückschritt möglichmachten. Auch nach Chlopicki's Abdankung als Dictator erhielt er bei der dama-ligen Verwirrung keine einflußreichere Stellung. Er commandirte mit in derSchlacht bei Grochow, in der nach seiner Darstellung jeder General für sich befeh-ligte und kein allgemeiner Plan ausgeführt wurde. Spater focht seine Divisionsufdem linken Flügel der polnischen Armee, uiid, langst bestimmt, den Aufstandm Lithauen zu unterstützen, gelang es ihm, wahrend der Schlacht bei Ostrolenkadahinzubringen. Allein er fand, daß er zu spat gekommen; der eigentliche Auf-stand war schon unterdrückt, die Russen hatten alles Material, was einen Bürgerkriegmöglich machte, zerstört, die Lithauer, die ihm zuliefen, brachten nichts als Traumevon Siegen mit. Es gelang ihm, sich mit Gielgud, der nach der Schlacht vonlchtrolenka vom polnischenHauptheer abgeschnitten worden war, und nach LithauenMarschiren mußte, zu vereinigen. Der jüngere, gebildetere, unternehmendere OberstE. mußte sich dem altersschwachen und talentlosen General Gielgud unterwerfen;