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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
413
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Chinesische Romane

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die Südgrenze des Freistaats sicherte gegen die Anfalle der Araucanos der tapfereNamon Freire, welchem es im Januar 1826 auch gelang, die Insel Chiloe vonden Spaniern zu befreien. Seit der Befreiungsschlacht am Maypu war Chiledurch keinen Einbruch der Spanier mehr beunruhigt worden. Es blieb ihm alsoZeit, feine freie Verfassung auszubilden; aber auch in diesem Lande boten derEhrgeiz der Militairchefs, der Einfluß der Geistlichkeit, der unter den Spanierngänzlich verwahrloste niedere Culturzustand des Volkes und die herrschende Fi-n.mznoth große Hindernisse. Vis 1823 stand O'Higgins an der Spitze derRegierung; ihm folgte Ramon Freire, der, als 1826 Encalada die Stelleeines Präsidenten ablegte, zum zweiten Mal gewählt wurde, aber gleichesSchicksal wie sein Vorganger hatte und durch die Reibungen der Parteien unddie Gleichgültigkeit des Volkes gegen die Vollziehungsbehörde genöthigt wurdeabzudanken. Ihm folgte Pinto. In der neuesten Zeit hat das Volk den verdienst-vollen O'Higgins, der sich ins Privatleben zurückgezogen, wieder an die Spitzeder Regierung berufen; er scheint auserwählt zu sein, seinem Vaterlande durch einenaturgemäße Verfassung die Freiheit zu sichern, welche er ihm im blutigen Kampfeerfochten. Die Partei der Föderalisten scheint der zahlreichern, von dem natürli-chen Sinne des Volkes unterstützten, der Centralisten vollständig gewichen zu sein.Ueber die neueste Organisation des Landes fehlen die Nachrichten. Bis jetzt wurdeChile in folgende acht Provinzen eingetheilt: Coquimbo, Aconcagua, Santiago,Colchagua, Maule, Concepcion, Valdivia und Chiloe. Die Hauptstadt des ganzenLandes ist Santiago mit 48,060 Einwohnern. (29)

Chinesische Romane. Die Aufmerksamkeit, welche sich die chine-sischen Romane seit kurzem bei der deutschen Lesewelt zu erwerben gewußt, verdankensie nicht, wie andere Mittheilungen aus der Literatur des Orients, dem linguisti-schen Interesse, wenigstens bei uns nicht, denn wir besitzen bis jetzt noch keine ein-zige deutsche Übertragung dieser anziehenden Erzählungen, welche nach dem Ori-ginal selbst oder irgend mit Rücksicht auf die orientalischen Sprachstudien gearbeitetwäre, sondern mit dem reinen Stoff- und Sachinteresse uns begnügend, habenwirnins bisher nur die französischen und englischen Übersetzungen, die allerdingsaus dein chinesischen Original entstanden sind, wieder übersetzen lassen. Jene Über-setzer sind jedoch auch ihrerseits schon dein Plane gefolgt, die chinesischen Romanedurch eine populaire Einkleidung dem abendländischen Leser genießbarer zu machenund das Fremdartige derselben, welches unser Interesse an ihnen schwächen könnte,zu vertilgen. Die aus ihnen wiederübersetzten deutschen Übertragungen haben dar-auf folgerecht auch von ihrer Seite und für ihr Publicum Manches von der ur-sprünglichen Eigentümlichkeit des Originals weggewischt und abgearbeitet, sodaßsich jetzt kaum noch sagen läßt, inwieweit wir die eigentlich heimathliche Form undFarbe dieser Dichtungen und ihrer Darstellungsmanier aus jenen Übersetzungenkennen gelernt haben. Dieser Gesichtspunkt mag indeß für den Literator und be-sonders für den Gelehrten vom Fach bedeutend sein, und bei den unablässigen Be-strebungen der deutschen Orientalisten, welche auch die Grenzen des verschlossenenChina immer kühner überschreiten, ist gewiß zu erwarten, daß auch wir einmal diezur genauem Charakteristik der Sitten- und Culturgeschichte dieses Volkes nicht nurdienlichen, sondern sogar unentbehrlichen Romane der Chinesen nach der Urspracheübersetzt erhalten werden. Aber auf der andern Seite müssen wir auch bemerken, wiein denselben das Sachinteresse, welches eben in diesen wichtigen Aufschlüssen über dieeinzelnsten und verborgensten Sittenverhältnisse der Nation beruht, so sehr das Über-wiegende und einzig Bedeutende gegen die Dichtungsform ist, daß wir Das, was sichaus diesen Produkten für die allgemein gebildete Lesewelt gewinnen läßt, allerdingswol aus den bisher uns dargebotenen Übersetzungen genügend aufnehmen können.Die Chinesen, die so angstlich jeden Blick des Fremden von dem Innern ihres