Chatel
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t.' die er vom Staate bezog, sind eingegangen; er sagt in seinen Schriften, dref Malftibe er Alles wegen seiner Anhänglichkeit an das Königthum verloren. Diese Äuße-rung ist nicht ganz richtig; wahrend der Restauration verlor er die Gunst des Hö-fts weil seine überspannten Ideen mit denjenigen seiner etwas praktischem Colle-aen nicht zusammenstimmten. Nach der Juliusrevolution verlor er seine Gehalte,>veil er dem von der Nation erwählten Könige den Eid der Treue zu leisten mei-erte. Als Staatsmann hat er seine Rolle wahrscheinlich ausgespielt. Daß er sichmit der ganzen Kraft seines Geistes zu Gunsten der Unabhängigkeit der Griechenverwendete, ist das größte Lob, das er sich als Minister erworben hat. Leider wirddieser Glanz durch den Krieg gegen die spanischen Cortes verdunkelt, wozu er sichauf dem Congrefse zu Verona bereden ließ, und dessen traurige Folgen Spanienjetzt schon beinahe seit zehn Jahren empfindet. Freilich hatte er geglaubt, Ferdi-nand VIl. werde selbst eine Verfassung geben; allein ein mehr praktischer Staats-mannwürde sich wahrscheinlich durch einen solchen Wahn nicht haben verführenlassen. ^ .... (^5)
Chatel (Ferdinand Francis), Abbe, Stifter der e^ise cutdoli^iie ii-an-^sise. Er wurde am 9. Januar 1795 zu Jannat (Departement Allier) geboren,im Lyceum und dem kleinen Seminar von Clermont im Departement Puy deDöme erzogen, studirte im großen Seminar von Montferrand Theologie, wurdeVicar der Kathedrale von Moulins, darauf Pfarrer in Morretap im Departe-ment Allier, Almofenier des zwanzigsten Infanterieregiments der Linie, und endlich1823 Almofenier des zweiten berittenen Grenadierregiments der königlichen Garde.Schon unter Karl X. predigte er in vielen pariser Kirchen Glaubensfreiheit. Kurzvor der Juliusrevolution gab er die religiöse Oppositionszeitschrift: relaimu-teur, vi» 1'edio de 1u religion et du siede", heraus, behielt indeß seine An-stellung, bis endlich in Folge des 29. Jul. die königliche Garde, also auch dieAlmofenierstelle des Abbe C. aufgehoben ward. Im August 1839 konnte erendlich den Plan einer Reform, den er seit Jahren ausgebildet hatte, zur Ausfüh-rung bringen, und eröffnete einen Betfaal in seiner Wohnung, nahe dem Pantheon.Im Januar 1831 war die Anzahl seiner Proselyten so sehr angewachsen, daß erdie neue Kirche in einem geräumigem Local, Straße la Sourdiere, ausschlug, imfolgenden Jun. in der Straße Clery; im November endlich wurde ein sehr großesLocal, Straße Faubourg St.-Martin, der Hauptsi'tz der französisch-katholischenKirche. Auch in einem Theile der Provinzen hat die neue Lehre um sich ge-griffen. Der Papst erließ eine Art Bannfluch gegen sie; der Abt oder Bischofund Primas, wie er sich jetzt nennt, las aber die Worte des Papstes selber öffent-lich vor, die Journale vertheidigten den neuen Glauben gegen den römischen Hof,und so ist denn C.'s Glaube sehr volksthümlich geworden, und die franzö-sische Opposition, an ihrer Spitze Dupont de l'Eure, ist im' Begriff, E. dieLeitung des Religionsunterrichts in einer von ihr gegründeten Lehranstalt zu über-tragen. Das Glaubensbekenntnis! der französisch-katholischen Kirche ist im We-sentlichen Folgendes. Sic schwört die Unfehlbarkeit des Papstes und der Concilienab, betrachtet jene Eigenschaft als unvereinbar mit der bürgerlichen und religiösenFreiheit, und behauptet, daß sie von Christus nicht an Petrus oder an die andernApostel übertragen wurde. Sie erkennt kein anderes göttliches Recht als dieStimme des Volkes, von welchem alle Macht ausgehe. Sie unterscheidetscharf zwischen der weltlichen und geistlichen Macht, leugnet das Suprematdes römischen Bischofs und erkennt ihn nur als bloßen poidite an. Sie willkeine andern Hindernisse gegen die Ehe als die vom Civilgesetze festgestellten, undnimmt als unbestreitbare Wahrheit an, daß der Priestercölibat dem Worte undGeiste des Evangeliums ebenso sehr als der Sittlichkeit zuwider ist. Es steht Je-dem frei, sich der Ohrenbeichte zu enthalten, welche nicht zu den göttlichen Vor-
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