Druckschrift 
Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
398
Einzelbild herunterladen
 

398 Chateaubriand

ner Schriften aufzunehmen. Er erzählt dabei, daß er nach dem Tode feiner Mut- -

ter, welcher die freisinnige Schrift ihres Sohnes sehr zu Herzen gegangen war,

auf die Vorstellung seiner frommen Schwester wieder zu den religiösen Gestnnun- ''.'st >

gen zurückkehrte und daher denKäoie cku cknstlsnisme" schrieb. DieLwckes

triswri^ues", welche den dritten, vierten und fünften Band der Sammlung füllen,

sind ein bedeutendes Werk, das C. in den letzten Jahren geschrieben hatte, und

welches beurkundet, wie er die großen Begebenheiten der Weltgeschichte auffaßt. Mj^stst.^

Die Vorrede, die er im März 1831 dazu schrieb, zeugt noch von der durch die Julius- -'

revolution bei diesem phantasiereichen Manne hervorgebrachten Geistesrichtung. -W^ld^sst,. - 5

Fragmente aus der Geschichte Frankreichs nehmen einen bedeutenden Theil dieser stst... -

Studien ein. Aus der Vorrede zu der DichtungCes die der vierzehnte

Band enthalt, erfahrt man, daß C. in seiner Jugend den Vorsatz hatte, das Leben st Djstst, -

der wilden Völker Amerikas episch zu beschreiben, und daß dies die erste Veranlas- '

sung zu seiner Reise nach Amerika wurde, die er durch das Aufsuchen des Nordwest- st" .

lichen Durchganges auch nützlich machen wollte. Unter den in der Pairskammer AKA- c'

gehaltenen Reden, welche der siebzehnte Band liefert, gibt es einige, die C. eine

Stelle unter den großen Staatsrednern Frankreichs sichern. Die Reihe der politi- " ^ßiK ^ "st

schen Flugschriften, die den achtzehnten und neunzehnten Band füllen, beginnt mit 'st st im ' -

der berühmten Schrift:De Louspurte et 6es Ronrkons", welche beim Einrücken All

der verbündeten Machte eine so große Wirkung hervorbrachte, daß Ludwig XVIll. ^

sagte, sie sei für ihn eine Armee werth gewesen. C. gesteht in der Vorrede, er habe

damals nur die böse Seite Napoleons ins Auge gefaßt, weil es darauf angekom- ststst

wen sei, den Despoten zu stürzen, nichtsdestoweniger aber den großen Eigenschaf- st ststststst'

temdes Kaisers Gerechtigkeit widerfahren lassen, wie denn auch Napoleon auf

St.-Helena vortheilhaft von C. sprach. Die polemischen Aufsätze, die C. für die s -

aristokratische Oppositionszeitschrift:He cenvei-sateur", während der Verwaltung Mllzstd Ms!5s- -

des Herzogs von Decazes, und daslouina! 3es ckebats" unter Villele's Mini- -

sterium schrieb, sind im zwanzigsten Bande gesammelt. Decazes hatte ihm den Ti-

tel eines Staatsministers, und Villele das Amt eines wirklichen Ministers genom-

men. Gegen Beide führte er einen heftigen und lebhaften Krieg, jedoch mit dem

Unterschiede, daß er unter Decazes noch ganz mit der alten Aristokratie zusammen- wHiiUW-

hielt, unter Villele's Ministerium aber weit freisinniger und constitutionneller gesinnt ^

war; gegen Villele würde er mit seinen alten aristokratischen Gesinnungen wenig z.stst.,

Eingang im Publicum gefunden haben. Au seiner Entschuldigung sagt er, in der st Zlich jy ^ stststst

ersten Epoche habe er die Bonaparte'sche Faction bekämpfen, den Royalisten consti- Ä, ^

tutionnelle Ideen beibringen und die Regierungen bei der Hinneigung zum Demo- ystststst

kratismus aufhalten wollen. In der zweiten Periode hingegen, als keine Bonapar-

listen mehr vorhanden, und die Royalisten siegreich gewesen wären, habe er die Re- st P l

gierungen vor dem Absolutismus in der Ausübung der Gewalt warnen müssen. Al- st' ^ st:

lein im Grunde waren des Verfassers Meinungen durch die Ereignisse der Zeit und RdezN.>.' ^ ^

durch den Jdeengang seiner Nation unvermerkt modificirt worden. Die Bourbons, st ^

welche C. so sentimental geschildert hatte, begingen grobe Fehler und behandelten den tzst.,

Verfasser selbst nicht immer mit gebührender Achtung. Er sah ein,, daß es in einem 'Hhst. Ä s

constitutionnellen Staate einen festern Anker gebe als die Person des Fürsten, näm- stst st'

lich die Verfassung. In dem Supplementhefte zu der Sammlung seiner Werke ist ist,st .stst

sein einziges TrauerspielMoses" enthalten, welches, mit Chören und schönen st"

Decorationen ausgestattet, 1828 auf der Bühne des 'lAeätre il-em^nis aufge- st

führt werden sollte, aber auf Vorstellung mehrer angesehenen Personen vom Ver- ki ^ .

fasser zurückgenommen wurde. Seitdem sind mehre andere Ausgaben der sämmt- sttz

lichen Schriften C.'s theils begonnen, theils auch vollendet worden; eine neue schöne ^ ' c:

Ausgabe hat man 1832 unternommen. Der Verfasser soll jetzt an den Memoiren

seines Lebens oder seiner Zeit arbeiten. Sein Vermögen ist aufaezebrt, die Einkünf-