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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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Chateaubriand

Ich räume dem Unglücke alle Art von Macht ein, nur nicht diejenige, mich meinesEides der Treue zu entbinden. Auch muß ich Einheit in mein Leben bringen.Nachdem ich so viel für die Bourbons gethan, gesagt und geschrieben habe, würdeich der Letzte unter den Elenden sein, wenn ich sie im Augenblicke ihrer dritten undletzten Abreise in die Verbannung verleugnete." In diesem letzten Gedanken liegtwol der Hauptbeweggrund, weshalb C. bis auf den heutigen Tag sich zu Gunstendes letzten Sprößlings des altern Herrscherstammes ausspricht, wiewol die Ra-tion im Allgemeinen diesem Stamme entschieden zuwider ist. C. hatte sich andiese Linie angeschlossen, und so sentimental dessen Tugenden gerühmt, und sowarm seine Anhänglichkeit ausgedrückt, daß er nach ihrer Verbannung auchnoch ihr Vertheidiger hat bleiben wollen, ohne sich darum zu bekümmern, ob erhierdurch der Volksgesinnung entspäche oder nicht. Dieselbe Gesinnung herrschtin der Flugschrift, die er im März 1831 unter dem Titel:De I-e restauro-tion et <!e la monÄi-tWe elective", bei Gelegenheit des in der Deputirtenkam-mer gethanen Vorschlags, ein ewiges Verbannungsurtheil gegen die ältereLinie auszusprechen, erscheinen ließ. C. war mit manchen seiner Collegen vonder Pairskammec ausgeschlossen worden, die sich geweigert hatten, der Orleans'-schen Familie den Eid der Treue zu leisten; er ergriff also jene Gelegenheit, umnochmals seine Gesinnungen zu Gunsten des ältern Stammes öffentlich zuäußern. Er entwickelte darin die Gründe, die ihn bewogen haben, der neuenRegierung Treue zu schwören.Ich darf nicht länger über eine Restaurationschweigen", sagt er,woran ich so vielen Antheil gehabt habe, die man taglichverspottet, und die man nun unter meinen Augen in die Acht erklären will.Ich bin ein einsamer Mann, gehe mit Niemanden, stehe nach der Restaurationallein, wie ich während derselben stand, bleibe wie immer von Allem unabhän-gig, nehme von den verschiedenen Meinungen Dasjenige auf, was mir gutdünkt, verwerfe, was mir schlecht dünkt, und kümmere mich wenig darum, obich den Bekennen: derselben gefalle oder missällig bin." In dieser Flugschriftgesteht er wiederum ein, daß während der Restauration grobe Fehler begangenworden sind; den Versuch des Polignac'schen Ministeriums, die Verfassungsur-kunde über den Haufen zu werfen, nennt er einen verhaßten Unsinn; doch meinter, hätte man dem Princip der Legitimität treu bleiben und den jungen Heinrich V.zum Könige nehmen sollen, da eine Wahlmonarchie unmöglich Stand haltenkönne und von allen politischen Systemen das gefahrvollste sei. Er schließt seineFlugschrift mit der Bemerkung, daß er, wenn Heinrich V. mit Hülse fremderHeere in Frankreich einfallen sollte, sich in die Reihen der Vertheidiger desvaterländischen Bodens stellen würde.Ich würde", sagt er,mein Leben für dasKind des Unglücks aufopfern; aber sollte es in den Armen der Fremden nachFrankreich zurückkommen, so würde ich meine Stimme, wofern sie einige Krafthat, erheben, um die Franzosen gegen die Fremden zu versammeln." Zuletzt kün-digte er seinen Entschluß an, sich aus Frankreich zu verbannen, und wünschte, ermöchte der einzige verbannte Franzose sein. In der That begab er sich einige Zeitnach der Herausgabe dieser Schrift, welche bei den alten Royalisten und anden fremden Höfen eine lebhafte Sensation erregte, wieder in die Schweiz, jedochnicht weit von der Grenze Frankreichs, und Jedermann glaubte, er sei nun festentschlossen, nicht mehr in seinem Vaterlande zu leben. Deshalb richteten einigeMonate nachher Beranger (s. d.) und dann auch Lamartine sehr schöneVerse an ihn, um ihn zu bewegen, seine Landsleute nicht aus immer zu ver-lassen. C. schien nur auf einen Vorwand zu harren, um wieder nach Paris zukommen; denn bald nach der Erscheinung jener poetischen Episteln war er auch wie-der da, und als im Winter 1831 die noch nicht ausgesprochene Verbannung deraltem Linie abermals zur Frage kam, ließ er eine Flugschrist erscheinen gegen den

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