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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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393
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Chateaubriand

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Ausgange des Ganzen beitrug. König Wilhelm, sein neuer Monarch, beförderteihn zum Generallieutenant und gab ihm von 1815 30 mehr als ein Merk-mal besondern Vertrauens und aufrichtiger Achtung. Als endlich nach langer Ruhemid den Segnungen einer weisen und freisinnigen Regierung die Revolution vomAugust 1830 ausbrach, erhielt C. neue Gelegenheit, seine Treue, seinen Muchund seine geprüfte Einsicht im schönsten Lichte zu zeigen. Gleich zu Anfang dertraurigen Ereignisse hatte er sich mit großer Freimüthigkeit über das System er-klart, welches die kritischen Umstände gebieterisch erheischten; aber seine Stimmekonnte damals nicht durch die hemmenden Rache einer militairischen Camarilladurchdringen, und er betrachtete mit Unwillen und Betrübnis zugleich die Reiheder fehlerhaften Operationen und schimpflichen Halbheiten gegen die energisch so-wol als systematisch auftretende Jnsurrrection, welche er, an die Spitze gestellt,mit einem kraftigen Schlage erdrückt haben würde. Mehrmals wurden dem Ge-neral bedeutende Functionen angetragen; aber er schlug sie sammtlich aus, da manihm nicht, wie er begehrt, unbeschrankte Vollmacht geben wollte. Das unbehol-fene Benehmen des Generals Byllandt, welcher im entscheidenden Momente dievon C. zugeschickte Verstärkung zurückwies und lieber eine entehrende Capitulationmit den Machthabern Her ersten Tage zu Brüssel schloß, hatte ihn empört. SeineSprache und Stellung, dem Prinzen von Oranien gegenüber, als dieser die be-kannte zweideutige Vermittlerrolle zu Brüssel und Antwerpen noch gespielt, warder schönsten Zeiten Altniederlands würdig; nur König und Vaterland im Auge,hatte er sogar den Prinzen verhaften zu lassen gedroht, wenn er auf der Citadelleerscheinen würde. Die allgemeine Meinung in Holland ist noch jetzt darin ein-stimmig, daß der Zug nach Brüssel im September ihm, und nicht dem PrinzenFriedrich hätte übertragen, oder doch wenigstens im Einverständnis mit E. undunterstützt von ihm, ausgeführt werden sollen. In Antwerpen, welches der Mo-narch C.'s Sorge anvertraut, hielt er sich, vom Feinde gefürchtet und von denEinwohnern, welche ihn gewöhnlich nur denPapa Chasse" nannten, und welcheer gegen innere und äußere Ungebühr kräftig schützte, geliebt, einige Zeit mit derihm eignen wachsamen Festigkeit. Als nun endlich eine Faction, durch bestocheneund fanatisirte.Pöbelhaufen den Brand auch in diese letzte, dem König und derVerfassung treugebliebene Stadt zu schleudern und ein Corps Belgier, von Melli-tus Kessels, Herenweghen und andern Parteigängern angeführt, in die Mauernderselben einzuschwärzen gewußt hatte, schloß er, um Blut zu schonen, einen fürbeide Theile ehrenhaften und nützlichen Vergleich, welcher jedoch schlecht gehaltenund auf die treuloseste Weise gebrochen ward. Erst nachdem alle Aussicht auf be-sonneneres und loyaleres Benehmen der Eingedrungenen, sowie eines Theils dermitverschworenen Bevölkerung verschwunden war, gab C. Befehl zum Rückzugin die Festung, und da zu exemplarischer Züchtigung der Verrätherei. Leute, welchenaher unterrichtet zu sein sich Miene gaben, behaupteten, der Genecallieutenanthabe damals krank in der Citadelle niedergelegen, und der Herzog von Sachsen-Weimar, welcher unter ihm befehligt, habe das Bombardement von Antwerpenveranlaßt. Der Name C. wurde von diesem Tage an der gefeiertste unter dentapfern Männern Hollands in neuester Zeit; König und Volk bemühten sich umdie Wette ihn auszuzeichnen, er ward in Prosa und in Versen durch das ganze Landverherrlicht, und sein zugleich festes und humanes Auftreten sichert ihm bei allenParteien ein Andenken, wie es wenig Kriegsmännern in einem so leidenschaftlichenKampfe zu Theil geworden. Bei vieler Gutmüthigkeit und Humanität ist ihm sol-datisches Feuer und unbeugsame Strenge in Allem eigen, was Dienstund Pflichtanbelangt. ' (33)

^Chateaubriand. Unter der Regierung Karls X. spielte dieser berühmteStaatsmann und Schriftsteller eine nicht weniger glänzende Rolle als diejenige,