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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
392
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Mehrheit aber wollte nicht neue Zwietracht aufregen, und gewahrte jenen Stim-men nur eine Hoffnung, indem sie entschied, daß der Artikel der Charte (23), wel-cher über die Ernennung der Pairs sprach, 1331 einer neuen Prüfung unter-worfen werden sollte, deren für die Widersacher der Erblichkeit günstiges Ergebnisdenn auch die alte Charte noch mehr verändert hatt (S. Frankreich.)

Chasle (David Heinrich, Baron von). Dieser merkwürdige Mann, welcherdurch seine Entschlossenheit und Beharrlichkeit in einer der schwierigsten und ge-fahrvollsten Zeitlagen seinem Vaterlande das wichtigste Bollwerk erhielt und denniedergesunkenen Much der holländischen Nation neu erhob , sowie den Angelegen-heiten derselben eine unvermuthet günstige Wendung gab, ist der Sohn eines Ma-jors in münsterschen Diensten und ward 1765 zu Thiel in Geldern geboren. Frühschon folgte er der Fahne und trat als Cadet in niederländischen Kriegsdienst. Einfeuriger Jüngling mit keck anstrebendem Sinn und nur dein Zuge eines begeistertenGemüthes sich hingebend, schlug er sich in den Wirren, welche sein Vaterland zer-rütteten, zur Partei der Patrioten und flüchtete sich nach.der Niederlage derselben,in Folge der preußischen Dazwischenkamst, nach Frankreich, wo er bald darausDienste nahm. Die Revolution gab ihm Gelegenheit genug, sich auszuzeichnen,und schon 1793 ward er zum Oberstlieutenant befördert. Mouqueron, Stade undHooglede waren Zeugen seiner Tapferkeit. Mit Pichegru's Lager kehrte er, nochin demselben Jahre, nach seinem Vaterlande zurück und machte im folgenden denFeldzug in Deutschland unter General Daendels mit. Drei Jahre später, bei demEinfall der Engländer in Nordholland, leistete -er an der Spitze einer AbtheilungJäger mehre Stunden lang einer überlegenen Anzahl Feinde hartnäckigen Wider-stand. Nach dem Abzüge der Briten wurde er noch einige Male bei der Armee inDeutschland angestellt. In den Jahren 1395 und 1806 stritt er, gemeinschaftlichmit Dumonceau, gegen die Preußen. Seinen Hauptruhm jedoch erwarb er mdem spanischen Kriege, durch seine große Gewandtheit und den ungewöhnlichenMuth, den er in den Bayonnetgesechten zu entwickeln wußte. Aus dieser Ursacheerhielt er denn auch den Zunamen desBayonnetgenerals", wie es heißt, von Na-poleon selbst. K. Ludwig Napoleon hatte C. den Oberbefehl über die holländischenTruppen in Spanien aufgetragen, welche 1803 nach diesem Lande gesendet wur-den. Trotz den größten Mühseligkeiten, auf ungangbaren oder zerstörten Straßen,über unzugängliche Berge, steinige Wildnisse, steile Felsen und schauerliche Klüfte,aller Lebensmittel beraubt, der Wuth erbitterter Insurgenten täglich bloßgestelltund von Gefahren aller Art umringt, bahnte er sich, nachdem die verzweiflungsvolleGegenwehr der Provinz Biscaya gebrochen worden, den Weg nach Madrid. Der15. März bei Almanarez und Metos de Jvoy, sowie der 27. und 28. bei EiudadReal lieferten die Haupttrophäen von C.'s Ruhm. Die Schlacht bei Ocana ver-schaffte ihm den Titel eines Barons, den Besitz einer Domains mit 5000 Fl. jähr-licher Einkünfte und das Commandeurkreuz des Ordens der Union. Diese Beweisevon Anerkennung spornten ihn zu noch Tüchtigerm. In einer Bergschlucht der Py-renäen rettete er durch seine Entschlossenheit das Armeecorps des Generals Erlon;hierauf verlieh ihm Napoleon das Ofsizierkreuz der Ehrenlegion. Während des er-sten Feldzugs der Alliirten leistete er in seiner Lage Alles, was zu leisten war, schlugin der Gegend von Paris sich tapfer herum und ward in einem Scharmützel mitden Preußen schwer verwundet. Er fuhr fort den alten Ruhm in den Bayonnetge-sechten zu bewähren, oft auf wirklich wunderbare Weise. Als endlich die Truppenseines alten und eigentlichen Vaterlandes, nach der Rückberufung der oranischenFamilie, mit für die Unabhängigkeit der Völker stritten, gewann C. noch glän-zendem Ruhm, und gemeinsam mit Van der Smissen befehligte er eine Heerab-theilung in der Schlacht bei Waterloo. Es gelang ihm, gegenüber einer großenÜbermacht, ein.e englische Batterie zu retten, welches nicht wenig zum glücklichen