Druckschrift 
Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
385
Einzelbild herunterladen
 

Castiglioni Cean-Bermudez 385

die ausgedehnteste Anwendung der Kälte mit Erfolg in Aufnahme brachte. We-' U!? nigstens hat sich diefelbe auch andern Ärzten in vielen Fallen bewahrt. Seine Er-^ " ^^Mrungen über dieft Methode hat E. in seiner neuesten Schrift:Die Behand-lung der asiatischen Cholera durch Anwendung der Kalte" (Berlin 1832), nieder-gelegt. C.'s jugendliches Alter, Eifer und vielseitige Bildung berechtigen noch zumanchen schönen Erwartungen. (23)

Castiglioni (Carlo Ottaviano, Graf)^ gehört zu den namhaftesten Lin-guisten des neuern Italiens. Aus einem vornehmen mailandischen Geschlechtsabstammend, wandte er sich sehr jung einem Kreise von Studien zu, die jetztin Italien nur allzu lehr daniederliegen, und schon seine ersten Arbeiten gabendm Beweis von seiner gründlichen Kennerschaft. Durch die Beschreibung derkufischen Münzen im Cabinete der Brera zu Mailand (lVInnete culicbe ckell'I. k. Uuseo <1i lMano", Mailand 1819, 4.) bewahrte er eine Kenntniß derorientalischen Sprachen und Geschichte, die bei dem Mangel vieler Hülfsmitteldoppelt zu bewundern ist. Ein betriebsamer Italiener sah zuerst ein, welche Schatzedes Wissens in der auch äußerlich so wohl ausgestatteten Beschreibung niedergelegtwaren, und schrieb sie nur zu wörtlich in einervescri-ione cki alcune mo-nete culiclle ckel Nuseo cki Stefano Nainoni" (Mailand 1829, 4.) ab. C. sahsich zu einer Zurückfoderung seines Eigenthums veranlaßt (Osserva-ioni suII'opera intitolata: vescr. etc.", Mailand 1821), und benutzte diese Gelegen-heit, einige dunkle Stellen der orientalischen Münzkunde gelegentlich zu er-hellen. Durch gelehrte Arbeiten dieses Werthes war er mit dem literarischenCook des heutigen Italiens, mit Angelo Mazo, in Beziehung getreten, undwurde daher von ihm zur Mitherausgabe der Fragmente des Ulphilas aufgefodert,die Majo 1817 unter den Palimpfesten der ambrosianischen Bibliothek entdeckthatte. Mit der Jahrzahl 1819 erschienen sie (IKpbiia partium ineckitarum in^mbroziams?alimpsestis ab ^NF. Nago repsrtarum consimctis curis ejnsckemUchi et 9ar. Octav. (lastilionaei eckitum", Mailand 1819, 4.), kamen abererst spater in die Hände der Sprachforscher, die über ihren Werth sich mit ein-stimmiger Anerkennung ausgesprochen haben. Die beigegebenen meist von C. her-stammenden Excurse vermehren den Werth dieser Ausgabe, die darthat, wieheimisch er auch auf diesem Gebiete der Gelehrsamkeit war. Leider ist diese Ar-beit mit Ausnahme der Erklärung eines zu Mantua gefundenen Grabcippusmit Urschkiinschrift, der jetzt sich im Besitze des Marchese Guerrieri Gonzagabefindet (Libl. ital.", April 1825), seine letzte geblieben, denn Kränklichkeitverkümmerte schon damals ein Leben, das der Wissenschaft noch so reiche Auf-schlüsse versprach. (14)

Cean - Bermudez (Juan Augustin), ein ausgezeichneter spanischerKunsthistoriker, wurde 1749 zu Gizon, einer kleinen Hafenstadt Asturiens, vonarmen Altern geboren. Bis zu seinem sechzehnten Jahre ward er in dem Jesuiten-rollegium zu Oviedo erzogen. Der berühmte freisinnige Jovellanos war sein vertrau-ter Freund und Beschützer. Mit diesem lebte er zwei Jahre zu Alcala und Se-villa den Wissenschaften und ging 1778 mit ihm nach Madrid, wo Jovella-aos eine Zeitlang die Stelle eines Oberrichters verwaltete. Die beiden Freunde°Mben sich spater nach Sevilla zurück, und die herrlichen Denkmäler dieserGstadt lenkten C.'s Geistauf die Studien, in welchen er sich später so sehr aus-zeichnete. Er nahm Unterricht im Zeichnen, in der Baukunst und Anatomie, und>rut Hülfe einiger Lehrer gelang es ihm, eine Kunstakademie zu gründen, die späterom Könige ausgestattet wurde. Von Jovellanos ermuntert, ging er nach Madrid,w sich von Rafael Mengs unterrichten zu lassen, genoß aber nur kurze Zeit dienarl!^ Meisters, der bald wieder nach Rom zurückkehrte. Als Jovellanos' ch der Hauptstadt berufen wurde, verschaffte er feinem Freunde eine Stelle bei6°nv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. I. 25

liD'i