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Sphäre des menschlichen Wissens und Könnens gebracht hat. Als ein Ehren-bürger und wohl angesessener Grundherr in dem Wiche der Natur und Kunst faßtC. die Natur mit künstlerischem Genius und philosophischem Tiefsinn auf, dieKunst mit aller Liebe eines von der seelenvollen Wahrheit und schöpferischen Fülleder Natur durchdrungenen Gemüthes, und so sehen wir durch eine in unserer Zeitfast beispiellose Begünstigung des Musengottes denselben Mann bald mit demanatomischen Messer, bald heilbringend am Krankenbette und im Dienste Luci-nas, bald mit der Radirnadel, bald mit Pinsel und Palette, bald auf dem Lehr-katheder, bald am Schreibtische dem Geheimniß der Psyche nachforschend und ih-ren Schleier lüftend gleich vollkommen und immer geistreich und anziehenddastehen. Wenn wir uns erinnern, daß C. sich noch im frischesten Mannesalterbefindet, so dürfen wir von seinen herrlichen Talenten noch viele Aufschlüsse überdas Leben vom Niedrigsten bis zum Höchsten der Natur, und noch manche sin-nige Kunstschöpfung namentlich im Gebiete der von ihm so glücklich behandel-ten Landschaftsmalerei erwarten, wobei wir nur wünschen, daß es ihm vergönntsein und gefallen möge, seine glückliche Stellung mehr zu schriftstellerischer undkünstlerischer Thatigkeit als zu arztlicher Praxis zu benutzen. (23)
Casper (Johann Ludwig), Professor zu Berlin, wurde daselbst am 11.Marz 1796 geboren. Nach vollendetem Gymnasialbcsuch studirte er in Berlin,Göttingen und Halle, und erlangte an letzterm Orte 1619 die Doctorwürde derMedicin und Chirurgie. Nach einer 1820 nach Frankreich und England gemach-ten wissenschaftlichen Reise habilitirte er sich bei der Universität zu Berlin, wo erseit 1826 als außerordentlicher Professor In der medicinischen Facultät und zu-gleich als Medicinalrath und Mitglied des Medieinalcollegiums für die Pro-vinz Brandenburg angestellt ist. Außer seinen von vielen Zuhörern besuchten Vor-lesungen, namentlich über gerichtliche Medicin und Kinderkrankheiten, wird C.'s Tha-tigkeit durch eine ausgebreitete arztliche Praxis und durch schriftstellerische Arbeitenin Anspruch genommen, für welche er ein nicht gewöhnliches Geschick besitzt. Schondurch seine Jnauguralschrift: „!)e pklegmMi-i :ckl>a llolente" (Halle 1819), die jerste Monographie dieser Krankheit, zeichnete er sich vorteilhaft aus, jedoch bei 'weitem mehr durch seine „Charakteristik der französischen Medicin, mit vcrglei- schendem Hinblick auf die englische" (Leipzig 1822), die ihn als einen geist-vollen Beobachter kennen lehrte. Spater erschienen von ihm eine Monographie.'„Über die Verletzungen des Rückenmarks in Hinsicht auf ihr Lethalitatsver-haltniß" (Berlin 1823), und die sehr interessanten „Beitrage zur medicinischenStatistik und Staatsarzneikunde" (Berlin 1825), der erste Versuch einer Be-gründung der medicinischen Statistik, für welche C. noch in spatern kleinen Abhand-lungen gewirkt hat. Auch wird das bekannte „Kritische Repertorium der gesamnv^en Heilkunde" (bis jetzt 30 Bande) von ihm herausgegeben. Nicht minder ver-danken ihm frühere Jahrgange der „Allgemeinen Literaturzeitung", der Huft-land'schen „Bibliothek der Heilkunde" und das „Conversations-Lexikon" viele Bei-trage. Alles was C. schreibt, zeichnet sich durch eine gewandte, klare, angenehmbelebte Darstellung und eine ebenso correcte als leichte Handhabung der Mut-tersprache aus. Zu Anfang seiner literarischen Laufbahn ließ C., jedoch ohne sickzu nennen, selbst manche schönwissenschaftliche Arbeit im Druck erscheinen, undwürde, bei seinem Talent für das Humoristische und Feinkomische, gewiß auch >ndieser Sphäre verdienten Beifall gefunden haben, hatte er es nicht vorgezogen, sieganz und gar zu verlassen. Wahrend der Choleraepoche gab C. die „Berliner Cho-lerazeitung" mit Benutzung amtlicher Quellen heraus und war Dirigent eines dergrößten Cholerahospitaler in Berlin. Auch hier entwickelte er eine grope crsprie^liehe Thatigkeit, die hauptsachlich gegen die allgemein angewandte Methode d>rDampfapparate, warmen Bader und heftigen Reizmittel gerichtet war, und da,ur