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rastender Thatigkeit für die allgemeinsten Zwecke laßt sich noch manches sehr Nütz-liche erwarten. (14)
Carus (Karl Gustav), Dr., Hof- und Medicinalrath, Leibarzt des Königsvon Sachsen, als Gelehrter, Arzt und bildender Künstler einer unserer bedeutendstenZeitgenossen, wurde den Z.Jan. 1789 in Leipzig geboren, wo sein Vater die größteund am besten eingerichtete Farberei besaß. Im fünften Jahre wurde er in seingroßälterliches Haus mütterlicher Seite nach der damaligen freien ReichsstadtMühlhausengegeben, wo sein Oheim, der durch mehre chemische Abhandlungenund Übersetzungen bekannt gewordene vr. Jager, mit vieler Liebe seine erste Er-ziehung wahrnahm. Derselbe begleitete den Knaben im sechsten Jahre nach Leip-zig zurück und leitete auch dort noch nebst mehren Hauslehrern seine weitere Aus-bildung. Die Umgebung einer großen Farberei mit ihren mannichfachen chemi-schen Vorrichtungen, die Leitung durch einen Gelehrten, welchen er immer von „chemischen Apparaten umgeben fand, und dann die hausigen Berührungen miteinem ausgezeichneten Naturforscher, dem jetzigen russischen Hofrath Tilesi'us,welcher noch vor und nach seiner größern Reise nach Portugal in dem Hause seinerAltern als naher Verwandter wohnte, regten mannichfaltig in dem Knaben dieLuft an Betrachtung und Erforschung der Natur an. Zumal als Tilest'us vonseiner portugiesischen Reise zurückgekommen war, als der Knabe öfters die wun-derlichen Seeproducte sah, als seine früh erwachte Liebe zum Zeichnen durch Unter-richt und Ermunterung von diesem Naturforscher selbst gefördert wurde, that sicheine solche Neigung immer bestimmter hervor. Zugleich wurden ihm mancherleianatomische Präparate bekannt, selbst sonderbare Krankheiten lernte er kennen,wie er denn mit Tilest'us die Stachelschweinmcnschen, welche dieser beschrieben undabgebildet hat, besuchte und an dem Jlluminiren der Tafeln zuweilen Antheilnahm. Während er nun die dargebotenen Unterrichtsmittel nach Kräften benutzte,fand sich vorzüglich sein Talent zum Zeichnen durch einen ihm stets die Natur zumVorbilde anweisenden Lehrer, Namens Julius Dietz, wesentlich gefördert. Da esanfangs der Plan war, der Knabe möchte einst, als einziges Kind, das Geschäftdes Vaters fortsetzen, so wollte man ihm die Gelegenheit verschaffen, durch Be-nutzung einiger Vorlesungen auf der Universität zu Leipzig sich besser auf ein ganzauf chemischen Grundsätzen ruhendes Geschäft vorzubereiten. Man ließ ihn des-halb noch einige Jahre den Unterricht der Thomasschule benutzen, und 1804wurde er dann in die Zahl der akademischen Bürger aufgenommen. Anfangshörte er nur Naturgeschichte, Chemie, Physik, Mathematik u. s. w., allein nacheinigen Jahren zogen ihn Anatomie und Medicin so unbedingt an, daß der Vatereinwilligte, seinem frühern Plane zu entsagen, und den Sohn seit 1800 seinen me-dicinischen Studien überließ. 1811 habilitirte er sich als maxister le^ens, lasauch sogleich über vergleichende Anatomie, welche bis dahin auf der Universitätnoch nicht in besondern Vorlesungen vorgetragen worden war, und setzte diese Vor-lesungen fort, als er in demselben Jahre die medicinische Doctorwürde erhaltenund mit einer Verwandten mütterlicher Seits sich verheirathet hatte. Überdies warer seit 1810 Assistent des Professor Jörg in dem neuerrichteten Entbindungsinsti-tute geworden, und da er diese Stelle auch ferner beibehielt, so erweckte dies seinInteresse für Studium der Entbindungskunst und Geschichte und Behandlungder Frauenkrankheiten mehr und mehr. So lebte er seinen zootomischen und gynä-kologischen Studien bei einer kleinen ärztlichen Praxis und als Armenarzt einesStadtviertels, bei seinen Vorlesungen und bei nie aufgegebener Beschäftigung mitder Kunst, in welcher er als Autodidakt seit 1811 sich auch mit der Ölmalerei ver-traut gemacht hatte, bis zu dem denkwürdigen Jahre 1818 in seiner Vaterstadt.In dieser Zeit übernahmerein französisches Spital in Pfassendorf, einem Voi-werk bei Leipzig, welches späterhin bei der leipziger Schlacht in Brand geschossen