Druckschrift 
Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
381
Einzelbild herunterladen
 

Carro ' - ^

G»nf geboren. Er erhielt dort die ersten Grundlagen seiner Bildung, die er inEdinburg fortsetzte, wo er auch 1793 die medicinische Doctorwürde annahm.Bei seiner Rückkehr fand er seine Vaterstadt in einer den ruhigen Studien nichtgünstigen Bewegung, und wandte sich daher 1794 nach Wien, zunächst in derAbsicht/ dort durch Benutzung der öffentlichen Heilanstalten den Umfang feinerKenntnisse zu vermehren, ehe er selbst in das praktische Leben einträte. Die großenUmwälzungen, die in Genf durch den Einfluß nachbarlicher Revolutionen sich be-gaben, glückliche Erfolge gleich im Anfange seiner selbständigen arztlichen Wirk-samkeit, seine Verheirathung mit einer Wienerin aus edelm Geschlechte, bestimm-ten jedoch C., Wien zu seinem bleibenden Aufenthalte zu wählen, wo er 1796 derUniversität förmlich zugeschrieben wurde. Durch gelehrte Verbindungen inSchottland frühzeitig von der Entdeckung des wirksamen Schutzmittels gegendie Ansteckung der Blattern unterrichtet, gab er sich mit vollem Vertrauender Lehre Ienner's hin, verschaffte sich Impfstoff und seine eignen Söhne wa-ren die ersten, an welchen am 10. Mai 1799 das neue Impf- und Schutz-mittel versucht wurde. Der Erfolg war der erwünschteste; die später versuchtewiederholte Impfung mit Menschenblatternstoss blieb ohne Wirkung, und durcheinen so glänzenden Beweis überzeugt, bot nun der nie rastende enthusiastischeArzt Alles auf, die neue Sicherung gegen eine der gefährlichsten Pesten rechtallgemein zu verbreiten. Alle Staatsbehörden kamen seinem menschenfreund-lichen Bemühen entgegen; in der ganzen östreichischen Monarchie erhieltenseineBemerkungen über die Kuhpockenimpfung" (1803) ofsicielle Empfeh-lung und bis Indien hin suchte er einer Segnung Eingang zu verschaffen, die anden mannichfachen Entwicklungen des menschlichen Geschlechts in den letztenDecennienso wesentlichen Antheil gehabt hat. Seinem auf Verbesserungen desJmpfversahrens stets gerichteten Nachfinnen gelang es, ein Mittel zu entdecken,wodurch der Impfstoff flüssig zu Lande bis nach Goa, Ceylon und Sumatra ge-bracht werden könnte, der bisher zu Wasser nur verdorben dort eingetroffen war.Es gelang, und werthvolle Geschenke des englischen Gouverneurs von Bombaysowie der englisch-ostindischen Compagni? wurden ihm als erfreuliche Anerkennun-gen für sein Bemühen zu Theil. Am schmeichelhaftesten war ihm eine einfachesilberne Dose mit der Aufschrift: lüdevmd lenner to IRin de (Vi-ro, ein Pfand derFreundschaft, wodurch der Entdecker der Vaccineseinen würdigsten Jünger" ehrte.Mit gleich anerkennenswerthem Eifer verschaffte er sich vom Staatsrath Rehmann,der damals die russische Gesandtschaft nach China begleitete, Sämen vom trockenenoder Bergreis (or^Ä mutica), dessen Acclimatifirung zu den philanthropischen Trau-men gehörte, mit denen C. sich trug. Die genaue Kenntniß der französischen Sprachewurde fürC. späterhin Anlaß, an mehren schriftstellerischen Arbeiten theilzunehmen,welche in dem ersten Decennium dieses Jahrs in der östreichischen Monarchie er-Ichienen. Von ihm stammt die französische Übersetzung desOstreichischen Plutarchs"und auch dem französischen Theile derFundgruben des Orients" blieb er nicht fremd.Besonders lebhaften Antheil nahm er an der zu Genf erscheinendenLibliotliöcguebritunnchue". Seit 1825 siedelte C. sich nach Prag über und besucht von dort ausregelmäßig während der Badezeit Karlsbad. Auf feinen Antrag wurden dort jeneso wohlthatigen Dampfbäder eingerichtet, die in der Nähe der Hygeaquelle ih-wn Platz, fanden. Aufmerksam auf den ersten Brunnenarzt Karlsbads, WenzelBeyer, erneuerte er sein Andenken durch die Bekanntmachung der Ode von Bolus-laus Hassenstein zu Ehren der Quellen, welche jetzt auf marmorner Tafel am Ge-bäude des Mühlbrunnens prangt, und durch eine Polyglottenausgabe derselben, diewmer so reichhaltigen Schrift über Karlsbads ältere Geschichte: 1'ode dsin tllermns 0mc>!i IV.", Prag 1829) beigegeben ist. Von C.'s nie