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Krkegsleben, und gegen seines Vaters Wünsche ließ er sich 1816 als gemeiner Sol-dat bei einem Regiment anwerben, dessen Oberst den Vater bewog, den Schrittdes jungen Mannes zu genehmigen. C. kam in die Kriegsschule zu St.-Cyr, woer zwei Jahre blieb, und wurde dann zum 29. Infanterieregimente versetzt, das1820 zu Befort und Beubreisach in Besatzung lag. Als 1820 mehre Offizieredieses Regiments in die damals angezettelte Verschwörung sich einließen, nahmauch C. Theil, aber so eifrig er die Sache ergriff, so ward er doch nicht so sehr dareinverwickelt, daß er sich einer Gefahr ausgesetzt hatte; er blieb bei seinem Regimente,das nach Marseille geschickt wurde. So lange die geheimen Gesellschaften Frank-reich gegen das bourbonische Haus aufzuregen hofften, blieb C. in Diensten; alsaber alle Hoffnung verloren zu sein schien, nahm er seinen Abschied und trat indas Corps von französischen und italienischen Flüchtlingen, das sich unter Minain Barcelona bildete. Er nahm anfänglich Theil an dem lebhaften Kampfe gegendie Scharen der Glaubensarmee, und machte darauf mit Mina den beschwerlichenFeldzug in Catalonien. Er theilte das Schicksal der Flüchtlinge, die in Figuerasdie Waffen strecken mußten, und ward als Gefangener nach Toulouse geführt.Die von Damas unterzeichnete Capitulation wurde gegen C. nicht beobachtet, denman vor ejn Kriegsgericht stellte und zum Tode verurtheilte. Das Urtheil wurdewegen eines Mangels in der Form aufgehoben, und Dasselbe fand bei drei andernUrteilssprüchen statt, bis endlich C. durch die Bemühungen eines beredten Sach-walters seine völlige Lossprechung erlangte. Er ging darauf nach Paris und wid-mete sich mit Eifer historischen und politischen Studien. Sein erster Versuch wareine Übersicht der Geschichte Schottlands (1825), die zu den historischen re-sumes gehört, aber obgleich leicht erzahlt, aller Kritik ermangelt. Seine „Histoiretle lu. ooiitrerevolution eu ^n^Ieterie sons Oliai-jes II et laohues II" (Paris183?) gewann besonders wegen der unglücklichen Ähnlichkeit der französischenAustande mit der Lage Englands vor der Revolution, eine lebhafte Theilnahme.C. wurde 1830 einer der Hauptredacteurs des „Nation»!" neben Thiers und Mig-net. Er konnte sich mit seinen Mitarbeitern nicht ganz verstehen, und es wurdebeschlossen, daß jeder von ihnen die Hauptredaction ein Jahrlang führen sollte.Gegen Polignac's System focht diese Zeitschrift in der ersten Reihe, nach der Er-scheinung der Ordonnanzen gab sie die Losung zum Widerstande, und bei C. wurdedie berühmte Protestation der Zeitungsredactoren unterzeichnet; Thiers undMignet aber, die den Ausgang des bevorstehenden Kampfes nicht voraussahen,unterzeichneten nicht, sondern verbargen sich. C. setzte die Zeitung fort, derenBlatter in den Straßen angeschlagen und auf den öffentlichen Platzen vertMwurden. Nach dem Siege wurden Thiers und Mignet angestellt, C. aber schlugeine Prafectur aus und ward alleiniger Hauptredacteur des „Nation»!". DieseZeitschrift gerieth bald in Zwiespalt mit den Grundsätzen der öffentlichen Gewalt,indem sie immer entschiedener die Partei der Bewegung nahm, bis sie endlich derHerrschaft des justo milien feindselig entgegentrat. C. hielt es gegen sein Gewissen,dem Könige einen Eid zu leisten, und wollte weder die unter der National-garde ihm bestimmte Ofsizicrstelle noch die Juliusdecoration annehmen. Er er-klarte die vor einem gerichtlichen Ausspruche erfolgte Verhaftung der Herausgeberöffentlicher Blatter für gesetzwidrig, und behauptete, daß ein wackerer Mann sichsolchen Schritten mit Gewalt widersetzen müsse. Die Juliusrevolution, sagt er,begreife zwei Resultate, die er gegen Alle und Jede vertheidigen wolle: diedreifarbige Fahne als Sinnbild der Mission Frankreichs im Auslande, und diePreßfreiheit als Inbegriff aller Freiheiten im Jnlande, unter jeglicher Regie-rungsform.
Carro (Johann de), der erste Verbreiter von Jenner's wohlthatigerSchutzimpfung auf dem europaischen Continente, ist am 8. August 1770 zu