Capodiftrias
Carlisle
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-us seinem Departement. Der Kaiser stellte ihn vor ein Kriegsgericht, wel-ch^ ihn nicht verurtheilte. Doch erst im Augenblicke der Restauration erhieltttseine Freiheit. Ludwig XVIII. ernannte ihn zum Prafecten des DepartementsW> Er verwaltete seine Präfectur seit zehn Monaten, als Napoleon von Elba-urückkehrte und am 12. Marz 1815 die Besatzung und Bevölkerung vonBoing sich für den Kaiser erklärte. C. verließ am 13. die Stadt, suchte denm Lons le Saulnier befehligenden Marschall Ney auf, der ihn vergebens aufstö-berte, dem Beispiele der ganzen Bevölkerung zu folgen. Er flüchtete sich nach derSchweiz, wurde dort verdachtig, mußte das Land verlassen, eilte nach Gent, woLudwig XVIII. eben angekommen war, und erhielt von ihm diplomatische und an-dere Auftrage. Nach der zweiten Restauration ward C. Präfect des Departe-ments Doubs, wo er bis Ende 1815 blieb, man berief ihn darauf nach Pa^ris, um Zeugniß gegen den Marschall Ney abzulegen, und machte ihn zum Lohnedafür am 1. Januar 1816 zum Staatsrath. Er war von nun an Oberhaupt dergeheimen Polizei des Pavillon Marfan. Am 24. Aug. desselben Jahres erhielter den Auftrag, im Verein mit den Abgeordneten der heiligen Allianz den Betragder in Folge der Übereinkunft vom 20. November von Frankreich zu leistendenZahlungen zu ordnen. Spater gab ihm die Regierung das Generalsecretariat imMinisterium des Innern; von dieser Stelle wurde er durch Martignac entfernt,erhielt aber durch besondere Verwendung Karls X. die Präfectur von Versailles,ward dann als Minister der öffentlichen Arbeiten Mitglied der Polignac'schen Ver-waltung, leitete vorzüglich die Wahlangelegenheiten, unterschrieb die Ordonnan-zen vom 25. Jul. und ist jetzt in Holyrood bei Karl X. (15)
Capodistrias, s. Kapodistrias.
Carlisle (George Howard, Grafvon), stammt von einem Zweige des altenherzoglichen Hauses Norfolk, der in der Mitte des 17. Jahrhunderts den Grafentitelerhielt. Sein 1825 verstorbener Vater, Frederik, Grafvon Carlisle, war der Mit-schüler von Fox und andern berühmten Mannern in Eton, und zeichnete sich frühdurch jene Kunstliebe aus, die ihm so große Auszeichnung verschaffte. Er ließ seineJugendgedichte 1801 drucken und schrieb spater zwei Trauerspiele: illtlleüsreveuge" und,,1'lle stepmotllel-". Lord Byron, sein Verwandter, der früh gegenihn eingenommen, spater eine Beleidigung von ihm empfangen zu haben glaubte,griff in seiner literarischen Satyre: d-ri-cks anck saotcü revieners", ihn
mit ungerechter Bitterkeit an und suchte ihn lacherlich zu machen, wiewol er spaterdiese Kränkung einigermaßen wieder ausglich. Graf George von C. ward an;17 Sept. 1773 geboren und in Eton und Oxford erzogen. Sein Vater,der von 1780 — 82 Vicekönig von Irland war und in allen politischen An-gelegenheiten seines Vaterlandes seit der französischen Revolution als eifriger An-hänger des Ministeriums eine Rolle spielte, bestimmte ihn zum Staatsmann undverschaffte ihm eine Anstellung im Gefolge der Gesandtschaft, die Lord Malmes-bury 1795 — 96 auf dem Festlande beschäftigte. Nach seiner Rückkehr kam C.m das Parlament und widmete sich mit Eifer dem Staatsleben. Bei den Ver-handlungen über die 'Angelegenheiten Indiens hielt er eine gründliche Rede, die ineiner Flugschrift gedruckt ward und außer einem lateinischen Gedichte in der„Äntijakobinischen Zeitschrift" die einzige seinerLeistungen ist, die zur Oessentlichkeitgelangte. Während der Herrschaft Napoleons führte ihn eine geheime diplomatischeSendung nach Berlin. Als sein Freund Canning 1827 ein neues Ministeriumbildete, trat er ins Cabinct und war bis 1828 Siegelbewahrer. Er hat im öffentlichen^eben stets sich durch Reinheit der Grundsatze, Vaterlandsliebe und Rechtlichkeit^»gezeichnet. Sein Sohn ist der als Mitglied des Parlaments bekannte LordAorpeth. Sein Stammschloß Howard in der Grafschaft York enthalt eine derWichsten Sammlungen alterer und neuerer Maler, in welcher sich außer meh-