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Schlachtopfer, welche der Rachsucht fallen sollten. Ohne irgend ein gesetzliches Ver-fahren wurde er in den Kerker geworfen, und auf dem Blutgerüste sollte seineVaterlandsliebe den Lohn finden. Der Blutdurst wich der reifern Überlegung;man wußte, daß alle Parteien sich vereinigen wollten, um den Edelsten der Nationzu retten, und deshalb kündigte man ihm feine Freiheit als eine königliche Gnadean. Er verweigerte jedoch als Gnade anzunehmen, was die Gerechtigkeit ihm zu-gestehen sollte. Muthig erklarte er, daß er sein Gefängniß nur dann verlassenkönne, wenn seine Unschuld anerkannt und die ihm widerrechtlich geraubte Freiheitals ein Resultat der Gerechtigkeit, nicht aber als ein Act der Gnade zuerkannt wer-den würde. Der König, von seinem Gewissen und von des Volkes Stimme geleitet,erfüllte das Begehren und machte über die ungerechte Verhaftung noch Entschuldi-gungen. Als die Napoleoniden die Throne Europas bestiegen hatten, wurde C.-L.1808 zum Minister des Innern ernannt, und beinahe alles Gute und Große,das unter Joachims Negierung ausgeführt wurde, geschah auf seine Veranlassung,auf seinen Rath. Nach der Restauration erhielt das Erzbisthum Tarent ein An-derer und C.-L. zog sich für immer von allen öffentlichen Angelegenheiten zurück,doch lebt er stets mit jugendlichem Feuer den Künsten und Wissenschaften.Sein Haus ist der Sammelplatz allet durch Rang und Kenntnisse ausgezeichnetenManner und Frauen. Seine letzte im Druck erschienene literarische Arbeit ist:„LIoAio 6i ?e6erigo II. Ve 61 15'ussiii", welche Dorow 1832 in Berlin druckenließ. Der Herausgeber erhielt das Manuscript von dem Erzbischof zu diesem Be-huf in Neapel. Das Werk verdient nicht allein durch die würdige Behandlung desStoffs volle Aufmerksamkeit, sondern ist auch durch schönen Styl ausgezeichnet.C.-L. hat ein Werk von hoher Wichtigkeit über Religion geschrieben, das noch inder Handschrift ist, vielleicht aber auf Dorow's Veranlassung der Öffentlichkeitwird übergeben werden. Der Kanonicus an der Domkirche zu Tarent, AngeloSgura, hat einen interessanten Theil der Lebensgeschichte des Erzbischofs beschrie-ben, der 1826 in Genf unter dem Titel: „Rel ^iono 6eIIa eon6ottÄ 6eII' ard-vescovo 61 Vuranto Nonsi^nor (Ziuseppe Cnpeee-i6cltro nelle famose vicencke
llel re^no 61 !>mpoIi nel 1799", erschien. (45)
Capelle (Guillaume Antoine Benoit, Baron), AnHanger der Repu-blik, des Kaisers und der Restauration, Exminister Karls X. Er wurde am9. Sept. 1775 zu Sales Cuvan im Departement de l'Aveyron geboren, wo seinVater Richter war. Als die Revolution ausbrach, schloß sich der junge C. mitEnthusiasmus an die neue Ordnung der Dinge an. Der District Milhaud er-nannte ihn 1790 zum Mitglieds der südlichen Föderation; zwei Jahre spater trater in den Kriegsdienst und ward Lieutenant der Grenadiere im zweiten Bataillonder östlichen Pyrenäen. 1794 setzte man ihn ab, weil er Neffe eines Emi-grirten war; er begab sich in seine Heimath, wurde zu Rhodez verhaftet, aber nachdem 9. Thrrmidor wieder befreit, befehligte einige Jahre hindurch die National-garde von Milhaud und erhielt nach dem 18. Bru'maire eine Mission zu der neuenRegierung. Bei seiner Ankunft in Paris wurde er dem Minister Chaptal em-pfohlen, der ihm eine Anstellung in seinen Bureaux gab, und bald nachher zumGeneralftcretair in den Departements der Seealpen und Stura ernannt.Dieses Amt behielt C. nicht lange, er kam nach Paris und bat um Beförderung.Nach zweijährigem Warten schickte ihn die Regierung nach Livorno als Prafectdes Mittelmeerdepartements. Hier lebte er in der Nachbarschaft der souverainenFürstin von Lucca und Piombino, Elisa Bonaparte, und setzte sich mit ihr in sovertraute Bekanntschaft, daß ihn der Kaiser fast verabschiedet hätte. Am Ende zogaber Napoleon vor, ihm die Präfectur du Leman zu geben, die er vom December1810 an verwaltete. Als sich Genf am 30. December 1813 durch Capitulationergab, entfernte sich C., der die Stadt schon am 28. verlassen hatte, am 3 .