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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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373
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Capece-Latro

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niens. Sie verbieten die Einfuhr des fremden Getreides so lange, als das in-ländische einen gewissen Preis nicht übersteigt, und halten also den Preis desselbenaus einer Höhe, welche für die arbeitenden Elasten fast unerschwinglich ist. Dieserbebe Preis kommt aber auch den eigentlichen Landwirthen, wovon die wenigstenEigenthümer sind, nicht zu Gute, sondern er wird dazu benutzt, die Pachtgelder indie Höhe zu treiben, und fallt demzufolge theils den großen Grundbesitzern, theilsder Geistlichkeit zu, welche ihre Zehnten desto höher verkaufen und verpachten kann.Kein Ministerium kann in der jetzigen Lage der Dinge etwas Großes für das Landausrichten, wenn es nicht vor allen Dingen das Volk von der Sklaverei befreit,in welcher es von den großen Grundeigenthümern gehalten wird. Nach diesenNiederlagen sah C. wohl, daß auch fein Wirken den Wend-epunkt erreicht habe.Der edle Hirsch, sagte einer feiner Freunde, war zu Tode gehetzt. Am 29. Zun.1827 trat C. noch einmal im Parlamente auf, am 2. Jul. ward das Parlamentprorogirt, am 8. August starb der größte Minister, den England je gehabt hat.Der König Georg IV. fühlte, was er und die Nation verloren. Er bot derWitwe die Pairswürde an; sie schlug sie aus. C. wurde in Westminsterbegraben. (3)

Capece-Latro, Erzbifchof von Tarent, ein jetzt beinahe neunzigjährigerGreis, aus einer der ältesten und vornehmsten Familien des Königreichs Neapelstemmend, gehört zu den interessantesten Erscheinungen unfers Zeitalters undverlebt jetzt in stiller Zurückgezogenheit zu Neapel den Abend seines bewegten undthatcnreichen Lebens. Bei feinen glücklichen Anlagen, seiner glühenden Liebe fürdie Wissenschaften und für die Kunst, seinem immer regen Fleiß, würde er auchohne die Vorcheile seiner hohen Geburt sich den Weg zu den bedeutendsten Ehren-stellen gebahnt haben. Schon in früher Jugend ward ihm das Erzbisthum vonTarent verliehen, mit welchem der Titel und die Vorrechte eines Primas des Kö-nigreichs verbunden sind. Doch weder diese Würde noch seine Stellung konntenihn bewegen, die Sache der Wahrheit und die Grundsätze einer reinen, gesundenPhilosophie zu verlassen. Mit Feuereifer kämpfte er gegen veraltete Ideen, gegenAberglauben und gegen die Anmaßungen des römischen Stuhls, doch verletzte ernie die Pflichten eines Dieners der Kirche. Sein erstes jugendliches Werk, in wel-chem er mit ebenso viel Scharfsinn als Gewandtheit die Unrechtmäßigkeit des Tri-buts, welchen Neapel an den römischen Hof entrichtete, bewies, erregte großeAufmerksamkeit und begründete seinen Ruf; nachdem er aber bald darauf in einerzweiten Schrift den Cölibat der Priester als ein Verbrechen gegen die Natur undMoral dargestellt, und mit hinreißender Beredtfamkeit durchgeführt hatte, daßnur dieser alle Laster befördernden Institution allein der Abscheu, die Ver-achtung, welche auf dem Katholicismus lasteten, ja selbst die Herbeiführung derReformation zuzuschreiben wären, da richteten sich Aller Augen nach diesem muthi-gm Kämpfer für Wahrheit und Recht. Als der Geist der Umwälzung auch Ita-lien zu berühren ansing, führte er am Hofe eine ebenso männliche als muthigeSprache und erklärte der Königin Karoline, welche oft seinen Rath foderte, aberselten befolgte, daß die verwerfliche Staatsverwaltung, die Verbrechen der Mini-ßer, welche das Volk in das tiefste Elend gestürzt hatten, nothwendig eine Revo-lution herbeiführen müßten. Er predigte tauben Ohren. Hatte Italien bereits inihm den Mann von edler Freimütigkeit, von unerschütterlich^..': Muthe verehrengelernt, so fand es bald Gelegenheit in ihm auch den Helden, der dem Tode zutrotzen wußte, zu bewundern. Als die Revolution ausgebrochen war, wurde erdurch den allgemeinen Wunsch des Volks zu einem Staatsamte berufne, und seiiuErnennung war erfolgt, bevor er es selbst noch wußte. Er nahm den Ruf an,weil er sein Vaterland im Augenblick der Noth nicht verlassen wollte. Als die kö-nigliche Familie zurückkehrte, bezeichnete ihn der bekannte Rufso als eins der ersten