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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
372
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Canning

Manufacturisten, indem erlaubt wurde, alle Arten von Maaren in Englandfür fremde Rechnung zu lagern, selbst solche, welche in England gar nicht ver-kauft werden dürfen, zum Behuf der Wiederausführung. Unter C.'s Ministeriumkamen doch zwei sehr bedeutende Erweiterungen der Handelsfreiheit für die eng-lischen Colonien in Amerika hinzu, nämlich die Erlaubniß, gewisse Güter, dievorher nur von England und nur auf englischen Schissen dahin gebracht werdendurften, nun auck aus andern Landern dahin zu bringen und die Erzeugnisseaus andern Theilen von Amerika direct und auf fremden Schissen dahin zuführen. Zugleich wurden die Zölle von manchen Maaren, vorzüglich vonder Seide, herabgesetzt, und ein großes Verdienst erwarb sich der damaligeZolldirector James Hume, indem er das Ehaos der englischen Zollgesetzedurch 11 verschiedene Gefetze in ein sehr wohlgeordnetes und klares Ganzes(ein neues Aollgefetzbuch) brachte. Wir können natürlich nicht die Detailsdieser neuen Handelsgefetzgebung auseinandersetzen und ebenso wenig die Strei-tigkeiten darstellen, welche ungeachtet dieser Befreiung des Handels von alten Be-schrankungen noch mit Nordamerika stattgefunden haben, sowie wir auch diegroße Handelskrisis des Jahres 1825 übergehen müssen; allein bemerkt muß nochwerden, daß schon damals bei allen diesen Gegenstanden die Wortführer der bis-herigen Opposition, und vor Allen der machtige Brougham, den Minister mit allerKraft ihres Geistes, ihrer Kenntnisse und ihrer Beredtfamkeit unterstützten. Sostanden die Sachen, als am 16. Februar 1827 der von allen Parteien hochgeehrteund vom Könige mit unbeschränktem Vertrauen ausgezeichnete erste Minister, GrafLiverpool, im 58. Jahre seines Alters (ein Jahr älter als C.), zu einer Zeit, woE. selbst durch Anstrengung erschöpft und krank in Brighton war, vom Schlage ge-troffen wurde. Liverpool hatte mit seinem außerordentlichen Ansehen das Mini-sterium mit dem Hofe, den Vornehmen und Neichen in Verbindung und gutemVernehmen erhalten, und ihm gleichsam zum Schilde gedient. Ihn hatte Nie-mand aus der ersten Stelle zu verdrängen gesucht, aber sowie es entschieden war,daß Liverpool für immer für die Geschäfte verloren fei, und man ihm als erstemMinister einen Nachfolger geben müßte, regte sich die Eifersucht und der Neid De-rer, die bisher keine Ansprüche auf die erste Stelle machen konnten. Zwar wurdeE., der im Vertrauen des Königs und der Nation zu hoch stand, als daß man ihnhätte entbehren können, nach manchen Ränken doch an die Spitze des Ministe-riums gestellt, aber der Minister des Innern, Robert Peel, trat aus, als er ebenden Anfang eines sehr verdienstlichen aber auch sehr schwierigen Unternehmens ge-machthatte, die höchst verworrenen, harten und zum Theil völlig ungereimtenEriminalgefetze Englands in ein Ganzes zu bringen und theilweife wenigstens zuverbessern. Auch der Herzog von Wellington trat aus dem Ministerium, zuwelchem er bisher als Generalseldzeugmeister gehört hatte. Von da an war E.'sLeben ein ununterbrochener Kampf mit dem stolzen Adel des Landes und Denen,die seinen Ruhm und Einfluß beneideten. Zwei Gegenstände waren es vorzüglich,auf welche alle Anstrengungen des neuen Ministeriums gerichtet sein mußten, dieBeruhigung Irlands durch die Aufhebung der Gesetze gegen die Katholiken und dieGleichstellung derselben in den bürgerlichen Rechten (s. Emancipatipn derKatholiken), und sodann die Milderung der Noth, in welche die arbeitendenElassen durch die außerordentliche Theurung des Brotes versetzt waren. Die Eman-cipation der Katholiken scheiterte zuletzt an dem Widerspruche des Ministers Peelkurz vor dessen Austritt aus dem Ministerium, und die Verbesserung der Kornge-setze, welche glücklich durch das Unterhaus gegangen war, an einem Zusätze, wel-chen der Herzog von Wellington im Oberhause unter dem unrichtigen Vorgeben zuStande brachte, daß der Handelsminister Huskisson damit einverstanden sei. DieseKorngesetze verschleiern das tiefste Übel, den eigentlichen Krebsschaden Gropbritan-