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neu. Er versah sich mit neuen Waaren und trat den 22. Marz 1827 vonSierra Leone die Reise zuerst nach Kakontt) an: Nunezflussc an. Er hatte dienöthigen Erkundigungen eingezogen und gebrauchte die Vorsicht, sich überall füreinen in Ägypten geborenen Araber auszugeben, den die Franzosen in seiner Kind-heit von dorther mitgenommen hätten, und der nun, von seinem Herrn in Freiheitgesetzt und nach dem Senegal geführt, in sein Vaterland zurückkehren und seine alter-liche Religion ausüben wolle. Ein französischer Handelsmann hatte ihn an einigeKaufleute vom Mandingostamm empfohlen. Diese traf er auch zu Kakondy anund begab sich mit ihrer Karavane zum Nigerflufse. Er zog mit derselben durchdie Gebirge von Senegambien und Futadjallon, durch die Länder Kankan,Nassoalo und andere, und langte ohne Unfall zu Time, einem Dorfe der Man-dingoneger, im südlichen Vambara an. Hier siel er in eine schwere Krank-heit und mußte fünf Monate daselbst verweilen. Auf seiner ganzen Reise konnteer nur vcrstohlencrweisc seine Bemerkungen aufzeichnen. Am 9. Januar 1828setzte er seine Reise fort, besuchte die Insel und Stadt Ienne und schiffte sich hierauf dem Nigerflufse in einen: nach Timbuktu bestimmten Schiffe ein. DieFahrt ging langsam vor sich, und erst nach Verlauf eines Monats erreichte er dasZiel seiner Wünsche. Zu Timbuktu hielt er sich nur 1.4 Tage auf und be-nutzte diese, um so viel Ausschlüsse als möglich über die Lage uno den Handel dergroßen Kaufstadt zu sammeln. Seine Maaren hatte er abgesetzt und das dadurch ge-wonnene Geld war meistens aufgegangen; er mußte sich von nun an mit Bettelndurchhelfen. Er wandte sich nördlich nach El-Arawan, fünfTagreisen von Timbuktu,und von da über den Brunnen von Teligue in die nordwestliche große Wüste vonSahara. Er wanderte mit Karavanen zwei Monate lang in dieser brennenden Sand-ebene und gelangte endlich wieder in die bewohnten maroccanischen Länder Tafsi-üt, Fez, Mequinez; von da begab er sich nach Tanger, wo der französische Vice-consul Delaporte eines Tages m'cht wenig erstaunt war, als ihn ein vermeintlicherwandernder Derwisch mit einem schmutzigen ledernen Sacke auf dem Rücken undin lumpigen Kleidern französisch ansprach und sich als einen von Timbuktu kom-menden französischen Reisenden, von dein man übrigens nirgends das Gering-ringsie wußte, zu erkennen gab. Delaporte verschaffte ihm im September 1828eine freie Uberfahrt auf einem nach Toulon segelnden französischen Schiffe undmeldete die sonderbare Erscheinung an die geographische Gesellschaft in Paris.Hier erstaunte man nicht wenig, daß einem Reisenden ohne Ruf, ohne Unter-stützung ein Unternehmen, worin so viele angesehene englische Reisende, aller Hülfeund Unterstützung ungeachtet, gescheitert waren, so wohl gelungen war. Mansandte ihm sogleich Geld nach Toulon, und bald kam er in Paris an und bestä-tigte mündlich die bereits verbreitete Sage seiner Reise. In einer öffentlichenSitzung der Gesellschaft ward ihm der ausgesetzte Preis zuerkannt. Die Regie-rung gab ihm das Kreuz der Ehrenlegion und ließ ihn: noch sonstige Hülfeangedeihen. Seine zerstreuten Bemerkungen übergab er dem bekannten Geo-graphen Jomard, welcher sie in Ordnung brachte und mit eignen beträchtlichenAnmerkungen unter dem Tittl: „MurnA ü'im ü 'lemdouctou et ü
.mime <1ans j'R'riepae centrale etc." (Paris 1832), in 8 Bänden mit einerReisekarte herausgab. C. ist ein Reisender ohne Vorkenntnisse, ohne Phantasie,ohne Gelehrsamkeit, aber auch ohne Vomrtheil und vorgefaßte Meinungen. Er hatschlicht und einfach aufgezeichnet, was er gesehen, oder von Andern vernommen hat,obne allen Schmuck und eigne Zuthat. Ein gelebrter Beobachter würde gewißdie weite und schwierige Reise besser benutzt und einen reichhaltigen: Schatz vonAusschlüssen mitgebracht, auch eine weit anziehendere Beschreibung seiner Reisegeliefert haben. Bei der großen Lesewelt erregte seine Neisebeschreibung wenigAussehen; die Gelehrten fanden darin aber Manches bestätigt oder berich-