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Caillie
die er am 7. Sept. 1819 antrat. Er drang unter dem Geleite einiger Bewaffne-ten nach der Oasis von Sywah und dem Ammonstcmpel vor, bestimmte dessengeographische Breite und zeichnete den Grundriß des Denkmals. Auf einer andernReise, nach Elwah, untersuchte er römische Kunstreste, besuchte dann die OasisFalafre, die noch von keinem europaischen Reisenden durchforscht war, und kehrteüber Dakel und Charg nach Ägypten zurück. Der Pascha ließ ihm nicht Zeit, diegesammelten Naturalien- und Kunstschatze zu ordnen und die ausgezeichneten Noti-zen zu überarbeiten. Er hoffte, daß ihm E. noch andere Smaragdgruben und beson-ders Goldminen entdecken werde, und schickte ihn daher 1821 mit seinem SohneIsmail nach Nubien. So bot, wie dies im Alterthum und in neuerer Zeit oftvorkam, wie noch spater bei Denham's Reise, ein Feldzug dem Europaer Ge-legenheit, unerforschte Gegenden zu durchwandern. Der Vorganger C.'s, derDeutsche Gau, war nur bis Wadi Halfa an dem zweiten Wasserfall vorge-drungen, und Kobbe in Dar-Fur unter 16 °N. B. ist der südlichste Punkt, biswohin der Englander Browne 1793 vordrang; Bruce gelangte bis zu 131°.C. dagegen erreichte den zehnten Grad, und beschützt durch das Heer des Paschas,konnte er inmitten einer rohen Bevölkerung seinen gelehrten Zwecken ungestörtnachgehen, astronomische Beobachtungen anstellen, die Richtung der Wege, dieEntfernungen bemerken, die Landschaften und Denkmaler zeichnen, und so muß-ten denn die Forschungen dieses Gelehrten von hoher Wichtigkeit für die Erdkunde,die Kunst und die Kenntniß des Altcrthums werden. Nach vierjähriger Abwesen-heit am 19. Dec. 1822 wieder in Frankreich angelangt, ließ sich C. in Paris nie-der, und ordnete eine Sammlung von mehr als 599 aufgefundenen Gegenstän-den, welche dann in die öffentlichen Museen kamen. Eine von C. mitgebrachteMumie, welche neben Hieroglyphen eine griechische Ubersetzung trägt, soll Eham-pollion von großem Nutzen bei seiner Forschung über die phonetischen Zeichen deralten Ägypter gewesen sein. C.'s großes Werk führt den Titel: „V<>)'ÄAe ü lVle-i et uil tleiive lilune -uu-clelü cke l'usutsi dems !e midi du rn^uuine de Leunäi- u8vuuidi et dun.'? eine; untre5 nusis, üiit pendunt 1e8 nnnees 1819, 1329, 1821et 1822" (4 Bde., Paris 1823 fg., Fol.). Es bildet, wie die'Werke des Deut-schen Gau, eine Fortsetzung der vom ägyptischen Institute herausgegebenen „Des-eriptinn de i'L^pte". In diesem Augenblicke gibt C. ein „llecueil de mmm-inents I elcdils uux inoeurs et uux usu^es de I'LFvpte" (2 Bde., 4.) heraus. Erist Conscrvator des naturhistorischen Museums in Nantes. (15)
Caillie /Rene), aus dem westlichen Küstenlande gebürtig, schiffte sich inseinem sechzehnten Jahre mit einem französischen Schiffe, welches 1816 eine Gesell-schaft von Reiselustigen nach dem Senegal begleiten sollte, wo sie eine Colonie an-zulegen gedachten, nach Afrika ein. Die Gesellschaft litt Schiffbruch und wardunsäglichem Elende ausgesetzt; das sie begleitende Schiff kam indessen ohne an-dere widrige Zufäll-e in der französischen Besitzung am Senegal an. E., dendie Lust nach Abenteuern anwandelte, schloß sich der Gesellschaft des englischen Ma-jors Gray an, welche ins Innere Afrikas eindringen wollte; da diese aber baldein unglückliches Ende nahm, kam er wieder nach dem Senegal zurück, vcrmuth-lich in der Absicht, selbst eine Entdeckungsreise zu unternehmen, falls er die Mit-tel dazu bekommen könnte. Baron Royer, Gouverneur am Senegal, verschaffteiom einige Waaren; mit diesen begab sich C. 1824 zu den Braknas, einemmaurischen Volke, nicht allein um etwas zu gewinnen, sondern auch sich mit derSprache und den Gebräuchen der Mauren vertraut zu machen. Ungefähr zweiJahre nachher erschien er wieder am Senegal und hatte einige tausend Francs ge-wonnen. Baron Royer zeigte ihm das Programm der pariser geographischenGesellschaft, welche dem ersten Reisenden, der Timbuktu erreichen würde, ei-nen ansehnlichen Preis versprach. E. entschloß sich, diesen Preis zu verdic-