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Calomarde
tigt; Einiges blieb ihnen jedoch noch zweifelhaft. In England wurden Zwei-fel gegen die Echtheit dieser Reise erhoben. Im „Huarterl? review" erschienein sehr heftiger Aufsatz, worin weder C. noch Jomard geschont wurde, und derzum Zweck hatte, einiger Widersprüche und falschen Nachrichten wegen die ganzeReise als eine französische Erfindung verdachtig zu machen. C. vertheidigtc sichselbst im „Nomteur" und ward auch von französischen Gelehrten gegen diese un-gegründeten Angriffe in Schutz genommen. Man hatte den Wunsch geäußert,C. möchte mit Unterstützung der Regierung eine zweite Reise ins Innere Afrikasunternehmen; aber wahrscheinlich sah man ein, daß er nicht hinlängliche wissen-schaftliche Bildung besäße, um der Erdkunde große Resultate aus diesem gewagtenUnternehmen zu verschassen, und so ist es unterblieben. C. ist bisher der ein-zige Franzose, welcher zu Timbuktu gewesen und glücklich von5 dort zurückge-kommen ist. ' (25)
Calomarde, eigentlich Calomarda (Don Francisco Tadeo), spanischerJustizminister. Dieser Staatsmann, die Seele der Politik Spaniens seit der Re-stauration des Absolutismus, hat sich bei vielfachem Wechsel der Minister in denübrigen Departements, vom Anfange des Jahres 1824 an bis jetzt (Ende Mai1832) nebst dem Finanzminister Ballesteros allein behauptet: ein Beweis, daß erklug und fest genug ist, um die mächtige apostolische Partei für den Thron Zugewin-nen, ohne ihr zu viel Gewalt einzuräumen, daß er ferner den Charakter des einflußreich-sten Theiles derNation genau kennt, um den Gang der Regierung im Geiste dessel-ben zu leiten, indem er zugleich den Einfluß der Camarilla ebensowol zu benutzen alsauch zu beschränken versteht. Hierdurch hat er sich dem Könige Ferdinand Vll. ge-wissermaßen unentbehrlich gemacht. Bekanntlich wurde in Spanien durch daskönigliche Decret vom 19. Nov. 1823 ein Ministerrath errichtet, welcher alleAngelegenheiten von allgemeinem Interesse verhandelt, in welchem jeder Ministerüber die Gegenstände seines besondern Departements berichtet, der König aber dieEntscheidung selbst ausspricht, die sammt den Beweggründen in ein Protokoll ein-getragen wird. Wenn der König dem Ministerrathe nicht in Person beiwohnt, soführt der erste Staatssecretair in demselben den Vorsitz, dem Justizminister ist dieFührung des Protokolls übergeben. Damals wurde Don Victor Saez zum erstenStaatssecretair, und Don Garcia de la Torre zum Justizminister ernannt. Aberschon am 2. Dec. 1823 trat der Marquis von Casa-Jrujo an die Stelle des DonVictor Saez, als erster Staatssecretair und Minister des Auswärtigen; DonHeredia, Graf von Ofalia, wurde Staatssecretair der Gnaden und Gerechtigkeit,oder Justizminister, und Ballesteros (s. d.) Finanzminifter. Gleichzeitigwurde der Staatsrath wiederhergestellt, zu dessen Mitgliedern auch die Ministergehören. Dieses Ministerium erklärte am folgenden Tage (3. Dec.) einmüthig,daß die Anleihen der Cortes nicht anerkannt werden könnten; mithin hat C.an diesem Beschlüsse keinen Antheil. Nach dem Tode des Marquis von Casa-Jrujo (18. Jan. 1824) trat an dessen Stelle Don Heredia, und diesen ersetztevorläufig Don Tadeo Calomarde, bisher Secretair beim hohen Rache von Casti-lien, im Justizministerium. Don Tadeo war ein vertrauter Freund Lardizabal's,den der König nach seiner Rückkehr aus Frankreich zum Minister von Indien er-nannt hatte. C. erhielt damals die Stelle seines ersten Secretairs. Als der ehr-geizige Lardizabal abgesetzt und nach Biscaya verwiesen wurde, wo er starb, mußte,auch C. sich nach Pampeluna entfernen. Jetzt verschaffte ihm, als Justizminister,seine in dem Secretariat des hohen Raths von Castilien erlangte Geschäftskennt-niß einen bedeutenden Einfluß. Bei der Verhandlung über die zu erlaffende Amne-stie trat er, als entschiedener Absoluta st, sofort mit dem gemäßigten Heredia, Grafenvon Ofalia, in Opposition; bald erregte auch der Secretair des Staatsraths, DonAntonio Ugarte (s. Bd. 11), der anfangs gegen Ofalia an ihn sich ange-
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