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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
351
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seiner mannichfachen Bemühungen, Forschungen, Versuche und Reisen in dieserHinsicht ist die Schrift:Vollständige Abhandlung über die Naturgeschichte, Cul-tur und Benutzung des Mais oder türkischen Weizens" (Wien 1808), die alsMuster einer landwirthfchaftlichen Monographie gelten kann. In demselben Jahrewurde er, da man auf feine ausgezeichneten Leistungen als Landrvirth aufmerksamgeworden war, zum Professor der Landwirthfchaft am Lyceum zu Klagenfurt er-nannt. Seine Vorlesungen wurden aber im nächsten Jahre durch den Krieg unter-brochen, der die Franzofen in das Land zog, und die Zerstörung des Hauses, welches B.sammt den dazu gehörigen Feldern gemiethct hatte, herbeiführte. Nachdem wiederRuhe geworden war, sah er sich, um die theoretischen Lehren in der Landwirthfchaftpraktisch gehörig nachweisen zu können, genöthigt, ein Landgut zu kaufen, denndas von der Staatsverwaltung erthcilte Versprechen, zu diesem Zwecke eine Muster-wirtschaft unter seine Aufsicht zu stellen, ward nicht erfüllt. Er wählte das einehalbe Stunde von Klagenfurt entfernte Gut Harbach, das zwar nur 80 Joch oder164 Magdeburger Morgen Land hatte, aber übrigens seinen Absichten genügte.Hier widmete er sich, neben treuer Erfüllung feiner Berufspflichten, als Lehrer derLandwirthfchaft und Vieharzneikunde ausschließend dem fortgefetzten Studiumund Selbstbetrieb der Landwirthfchaft, den er durch eine genaue und sorgfältigeRechnungsführung sich vorzüglich lehrreich zu machen suchte. Er schrieb in dieserZeit mehre landwirtschaftliche Aufsätze, die in verschiedenen Zeitschriften erschienen,und außerdem noch mehre größere Abhandlungen, z. B.:Geschichte der Entste-hung und des Verlaufes der Löferdürre bei dem Schlachtvieh? der Armeen in Körn-chen im Jahre 1813";Versuche über die Darstellung des Zuckers aus demSafte inländischer Pflanzen" (Wien 1812);Über die Theilung der Gemein-deweiden, eine gekrönte Preisfchrift" (Pesth 1816). Selbst die Arzneikunst gingnicht leer aus. Er mußte 1814, als die östreichifchen Truppen gegen Jllyrienund Italien vorrückten, die Direction eines Militairhofpitals übernehmen, und er-hielt dadurch Gelegenheit, den Tpphus in diesen Hospitälern in seiner schauderhaf-testen Gestalt kennen zu lernen. Dies veranlaßt? ihn, eine Geschichte desselben zuschreiben, die in denMedicinischen Jahrbüchern des östreich. Staats" 1824 abge-druckt ist und besonders lehrreich für den Feldherrn und Staatsmann seyn dürste.Gleich bei dem Beginn feiner Laufbahn als Lehrer hatte er den Mangel eines sei-nem Zwecke vollkommen entsprechenden Lehrbuches der Landwirthfchaft empfunden,und daher den Entschluß gefaßt, einen Versuch zur Abhülfe dieses Mangels zumachen. Wir verdanken diesem Entschluß sein mit unendlichem Fleiß ausgearbei-tetesLehrbuch der Landwirthfchaft", das in den Jahren 1819 und 1820 in Wienzum ersten Mal erschien und bis 1829 drei Auflagen erlebt hat. Dieses Werkzeichnet sich durch logische Anordnung, Gründlichkeit, Deutlichkeit, Präcision imAusdruck. Vollständigkeit und Reichthum an zusammengestellten eignen und frem-den Erfahrungen höchst vortheilhaft aus. Es eignet sich jedoch mehr zur Selbst-belehrung und zur Vervollständigung des bereits Gelernten als zu einem bloßenLeitfaden bei dem Unterricht, wozu es zu voluminös, zu reichhaltig, auch theilweifezu einseitig ist. B. wurde 1820 mit dein Range eines Gubernialrathes nach Triestgesendet, um in dem östreichifchen Küstenlande die Grundabschätzungen zum Be-Hufe des Steuerkatasters zu leiten. Mit schmerzlichen Gefühlen verließ er Klagen-furt, wo er 12 Jahre als Lehrer gewirkt und über 300 Schüler gebildet hatte.Sein neuer Wirkungskreis war jedoch nicht ohne Reiz für ihn, weil er ihm Gele-genheit gab, seine Kenntnisse auf mannichfaltige Weise zu erweitern. Er wurde(825 nach Grätz geschickt, um in Steiermark die Katastralabschätzungen ebenfallseinzuleiten. Bisher hatte er fein Gut in Harbach noch immer behalten, da er esaber nicht mebr selbst bewirthschaften konnte, so war dabei kein Vortheil mehr. Erverkaufte es daher im letztgenannten Jahr und kehrte 1826 nach Triest zurück, das