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Erster Band (1832) A bis E
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Burg

Burger

worben und das Talent leichter Auffassung und klarer Darstellung ausgebildet. Erist besonders glücklich bei der Behandlung von Gegenstanden, die einer faßlichenErläuterung fähig sind, und er erläutert sie auf eine Art, die sein Publicum em-pfänglich für dieselben macht. Als Redner zeichnet er sich durch belebte Einfachheit,einen einschmeichelnden Ton, einen natürlichen Nachdruck aus, und besitzt alle Ei-genschaften, die ihn zu einem nützlichen Anhänger einer parlamentarischen Parteimachen.

Burg (Joseph Vitus), geboren am 27. Aug. 1768 zu Offenburg imG roßherzogthum Baden, trat in den Minoritenorden und wurde 1791 zum Prie-ster geweiht, worauf er sieben Jahre Professor am Gymnasium zu Überlingen,dann Kaplan zu Owingen und Hofkaplan in der Deutsch-Ordens-Komthurei Mei-nau war. Er wurde 1801 Pfarrer zu Harten im Capitel Wiesenthal, bischöflicherDeputat, erzherzoglich östreichischer Schulcommissair, und hernach Dekan; 1869Pfarrer zu Kappel am Rhein, bischöflicher geistlicher Rath und Commissair überden diesseit des Rheins gelegenen, ehemals strasburgischen Bisthumsantheil;1810 badischer Dechant im Bezirksamte Ettenheim; späterhin Bischof von Rho-diopolis und Domdechant in Freiburg, wnd 1899, auf vorgängige Präsentationdes Großherzogs von Hessen und erfolgte päpstliche Bestätigung, zum Antritte derWürde als Bischof von Mainz ermächtigt. In dieser letzten Eigenschaft, nach derVerfassungsurkunde des Großherzogthums Hessen, Mitglied der ersten Kammerder hessischen Landstände, trat er in dieselbe am 31. Jul. 1830. Hier sprach ergegen den Antrag der zweiten Kammer, wegen der Aufhebung des Cölibats dieVerwendung der Staatsregierung nachzusuchen, und hielt eine Rede gegen derenAntrag auf Verwandlung Hmmtlicher Cult- oder Pfarrschulen in Gemeindeschu-len. Beim Antritte seines Bischofamts erließ er übrigens einen sehr christlichenund annähernd in Wessenberg's Geiste abgefaßten Hirtenbrief, wie man ihn über-haupt als aufgeklärten und keineswegs den Interessen der römischen Curie un-bedingt ergebenen Prälaten schildert, der auch deshalb schon Zwistigkeiten mitihr zu bestehen hatte. Im Drucke sind mehre Predigten und Gedichte von ihmerschienen. (16)

Burg er (Johann), der Heilkunde Doctor, östreichischer Regierungsrath,wurde den 5. Aug. 1773 zu Wolfsberg in Kärnthen geboren. Nach einem noth-dürftigen Schulunterrichte in seiner Vaterstadt kam er auf das Lyceum in Klagen-furt, und von da nach Wien, die Arzneikunst zu studiren. Er begab sich 1797 nachFreiburg im Breisgau, seine Studien zu vollenden, machte dann eine wissenschaft-liche Reise durch die nördliche Schweiz, das Elsaß und einen großen Theil von Deutsch-land, und kehrte endlich in feine Vaterstadt zurück, um daselbst die Arzneikunst aus-zuüben. Ein Freund der Blumen, beschäftigte er sich mit der Gärtnerei und lerntedabei auch die Landwirthschafr kennen; zu deren eigentlichem Studium ward erjedoch erst durch das Lesen von Thaer's Meisterwerk über die englische Landwirrh-schaft angeregt. Er fand nun so viel Geschmack an dem Landbau, daß er ein kleinesGrundstück kaufte, um ihn selbst betreiben zu können; da dieses aber zu klein war,um dabei Vortheil zu haben, so pachtete er 1804 noch mehr Land von 90 Joch (41Magdeburger Morgen) Flächeninhalt hinzu, und bewirthschaftete dasselbe, mitseinem Besitzthum vereint, bis zu seinem Abgange von Wolfsberg.^ Jetzt trat erauch als landwirthschaftlicher Schriftsteller auf, und zwar mit einer Übersetzung vonSismondi's ,/17rb!euu de I'u^ricidture de l'escnue", die unter dem Titel:Ge-mälde der toscanischen Landwirtschaft", mit Anmerkungen (Tübingen 1805) er-schien. Viele Verdienste erwarb er sich um die Bekanntmachung des Exstirpators,der Pferdehacken und mehrer bessern Ackergeräthe in seiner Gegend. BesondereAufmerksamkeit schenkte er dem Mais, welchem er, um ihn in allen Beziehungenkennen zu lernen, ein mehrjähriges sorgfältiges Studium widmete. Die Frucht

KS