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Erster Band (1832) A bis E
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352
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352 Bürgcrgarden in Deutschland Burke

ihm aufgetragene Geschäft zu beendigen. Ehe er aber noch dazu gelangen konnteward ihm 1828 ein neues übertragen, indem er nach dem lombardisch-venetiani-schen Königreiche geschickt wurde, um in Mailand die Constru'rung des alten mai-ländischen Katasters und seine gegenwärtige Einrichtung zu studiren, sowie denGang der in den alten venetianischen Provinzen stattfindenden Katastralabschätzun-gen zu inspiciren. B. reiste demzufolge im Mai 1828 von Triest nach Venedig,von da nach Mailand und wieder zurück. Er hatte dabei Gelegenheit, das ganzelombardisch-venetianische Königreich in landwirtschaftlicher Hinsicht genau kennenzu lernen, und erstattet uns davon in einem eignen Werke:Reise durch Oberita-lien, mit vorzüglicher Rücksicht auf den gegenwärtigen Zustand der Landwirtschaft"(Wien 1831), einen vollständigen interessanten Bericht, der vorzüglich über dieWie-sencultur, den Seidenbau, die Käsebereitung und die Besteuerung in jenem gesegne-ten Lande genaue Auskunft gibt. Er kehrte 1829 nach Triest zurück und brachtedie Schätzungen im Küstenlande 1839 endlich zu Stande. Da man seine Gegen-wart bei den Verhandlungen über die Reclamationen gegen diese Schätzung nichtfür nothwendig erachtete, ward er beauftragt, auch die Katastraloperationen inNiederöstreich zu Ende zu bringen, und deshalb nach Wien verfetzt, wo er sich ge-genwärtig (Mai 1832) noch befindet. (44)

Bürgergarden in Deutschland, s. Deutschland und Volks-bewaffnung.

Burke. Burken. In Großbritannien herrscht ein altes Vorurtheilgegen die Zergliederung von Leichen, ebenso hartnäckig als bei den alten Ägypternund den Mohammedanern. Nach dem bestehenden Gesetze werden nur die Leich-name Hingerichteter Mörder den anatomischen Schulen übergeben, und geradedies hat dazu beigetragen, das Vorurtheil zu nähren. Die Vorsteher der medici-nischen Lehranstalten und junge Wundärzte konnten daher nur mit großen Schwie-rigkeiten Leichen zu ihren wissenschaftlichen Übungen und zu anatomischen Prä-paraten erhalten, und der Bedarf ward um so mehr erhöht, da man rechnet, daßin England neun Zehntheile des ärztlichen Publicums sowol innere als äußereHeilkunde ausüben, und allein nach London jährlich über 899 junge Leute kom-men, um die Heilkunde zu erlernen. Von den 3499 Leichen, die jährlich denStudirenden in London zu anatomischen Übungen geliefert werden, erhalten sieauf dem, von dem Gesetze erlaubten Wege oft kaum eine, und wenn auch zuweilenArme bei ihrem Leben ihren Leib einem Anatomen verkaufen, so mußten doch un-erlaubte Mittel versucht werden, das Bedürfnis nothdürftig zu befriedigen. Ähn-liche Verhältnisse zeigten sich auf den vielbesuchten schottischen Universitäten Edo-burg und Glasgow. Eine Folge davon war, daß sowol von London als vonEdinburg viele junge Leute nach Paris gingen, wo die in den Hospitälern undArmenhäusern Verstorbenen den anatomischen Sälen Leichen genug liefern; eineandere Folge aber war der hohe Preis der Leichen, der in neuern Zeiten von 2Pfund Sterling bis zu 19 und 19 Pfund stieg. Dies ward eine mächtige Lockungfür die Gewinnsucht, die in den größern britischen Städten einen eignen Industrie-zweig hervorrief, das Gewerbe der Auferstehungsmänner (i-esiiri-ectwll-men),welche, oft mit den Todtengräbern einverstanden, die Tobten ausgraben und ver-kaufen. Gewöhnlich stehlen sie Tobte, die in Armenhäusern gestorben sind, wobeisie weniger Schwierigkeiten finden, da die Gräber der Reichen tiefer lind, undüberdies auf jedem Kirchhose in London während der Nacht Bewaffnete sich ver-bergen, um die ihrer Bewachung übergebenen Grabhügel gegen Störungen zuschützen. Wird ein Auferstehungsmann ertappt, so erhebt das Kirchjpiel Klage ge-gen ihn, und er muß 9 12 Monate im Gefängnisse büßen. Nicht selten ge-lingt es ihnen auch, die Leichen der in Armenhäusern Verstorbenen als angeblicheVerwandte in Anspruch zu nehmen. Die mit solchen Unternehmungen verbunde-

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