Bunsen
Burdach
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an der Sache des Volks so würdig, daß sich auch auf der Laufbahn des öffent-lichen Lebens, die er später als Repräsentant des Fleckens St.-Pves betrat, Ausge-zeichnetes von ihm erwarten läßt.
Bunsen (Christian Karl Josias), gegenwärtig preußischer geh. Legationsrathund Ministerresident zu Rom, ist zu Korbach im Waldeckischen am 25. Aug. 1791geboren. In Gottingen gebildet, widmete er sich den klassischen Studien mit demglücklichsten Eifer, sodaß ihm die Collaboratur am gottinger Gnmnasium über-tragen werden konnte, die er jedoch bald wieder aufgab. Eine Reise nach Romwar entscheidend für sein Schicksal. Dorthin war B.'s Freund, Brandis, gegen-wärtig Professor in Bonn, dem Staatsrath Niebuhr gefolgt, der 1819 die Stelleeines preußischen Gesandten am päpstlichen Hofe angenommen hatte. B.'s Reisehatte mit zur Absicht, auf elastischem Boden ein Wiedersehen der Freundschaft zufeiern; aber noch Höheres sollte seiner dort warten. Die Liebe bereitete ihm inRom die schönste Häuslichkeit, und da Brandis sich dem Professor Bekker zu denVorarbeiten für Aristoteles anschloß, so wählte Hc'iebuhr, dessen Studien B. durchseine Abhandlung „De jure ^.tiiemensnim llaeretüterio" (Görtingen 1818, 4.)langst befreundet war, ihn zu seinen Gesandtschaftssecretair, und vielfach fand ernun Gelegenheit, in des allumfassenden Mannes Forschungen mitwirkend einzu-greifen. Seit dem Winter 1817 — 18, wo Cotta in Rom war, wandte B. je-doch seine gelehrte Thätigkeit vorzugsweise den Untersuchungen über die StadtRom zu. Damals hatte Cotta den Plan eines Werkes über Rom gefaßt, das denFederungen der jetzigen Zeit entspräche; denn dahin änderte sich der ursprünglicheGedanke eines umgearbeiteten Volkmann sehr bald ab. Von Niebuhr berathen,übertrug Cotta die Ausführung dieses Werkes dem jetzigen sächsischen Geschäftsträ-ger, Ed. Platner, der bei diesem umfassenden Werke gleich von vorn herein sichmit B. zu verbinden wünschte. Bei dem 1829 erschienenen ersten Theile der „Be-schreibung der Stadt Rom" hat denn nun auch B. den wesentlichsten Antheil. Lei-der droht nur von diesem, vielleicht zu weit angelegten Werke dieser erste Theil dereinzige bleiben zu wollen; denn seit Niebuhr's Abgange aus Rom (Frühjahr 1823)scheint dem Werke der belebende Anstoß zu fehlen. Der Grund davon ist vielleichtin den gehäuftem diplomatischen Geschäften zu suchen, die B. seitdem zu besorgenhatte, indem er die Ministerresidentenstelle seit mehren Jahren definitiv übertragenbekam. Auf dem Capitole, im Palaste Cassarelli, lebt er in erfreulicher Vertraut-heit mit allen ausgezeichneten Erscheinungen, welche die große Weltstadt jährlichherbeizieht, gastlich in der gastlichen Stadt, besonders den Deutschen entgegenkom-mend und in ihren Zwecken sie fördernd, wenn diese Zwecke der Wissenschaft undKunst Ersprießliches versprechen. (14)
Burdach (Karl Friedrich), Medicinalrath und Professor zu Königsberg, wur-de 1776 zu Leipzig geboren und erhielt dort 1796 die medicinische Doktorwürde.Nachdem er daselbst eine Zeitlang als praktischer Arzt gelebt, auch als Privatdocentmit Beifall aufgetreten war, finden wir ihn um 1812 als Professor der Anatomie inDorpat. Diese Universität vertauschte er 1815 mit Königsberg, zu deren Zierden ernoch jetzt gehört. Zu wissenschaftlichen Zwecken hatte er schon während seines Aufent-haltes in Leipzig eine Reise nach Wien, später nach Paris unternommen. B.gehört unstreitig zu den fruchtbarsten und selbständigsten Schriftstellern im Gebieteder Medicin. Anfangs nahmen die verschiedenartigsten Disciplinen seine Thätig-keit in Anspruch, was seine Handbücher über die medicinische Encyklopädie undMethodologie, Diätetik, Physiologie, Pathologie, das System der Arzneimit-tellehre und die Literatur der Heilwissenschaft bewiesen. Später wandte er sich je-doch ausschließlich der Anatomie und Physiologie zu und hat in diesen FächernAusgezeichnetes geleistet. Wir machen hier nur aufsein großes Werk: „VomBaue und Leben des Gehirns und Rückenmarks" (2 Bde., Leipzig 1819—22,