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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
346
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A4 6 Bnlwer

Verpflichtungen, in verschiedener Beziehung herausgehoben. Die Regierung theiltediese Anklage zuvor B. zur Rechtfertigung mit, welche derselbe übergab und auchim Druck erschienen ließ, und wodurch weiterhin noch einige Wechselschriften ver-anlaßt wurden. Die Sache blieb nun bis zur Versammlung der Stände im näch-sten Jahre auf sich beruhen, wo die Regierung jenen den Wunsch zu erkennen gab,die Anklage gegen B., da derselbe inzwischen aus dem Staatsdienste gänzlich aus-geschieden sei, nicht weiter zu verfolgen, womit die Stände sich einverstanden er-klärten. B. lebt seitdem, im Genuß eines anständigen Ruhegehalts, in ländlicherAurückgezogenheit auf einem Familiengute, und es ist aufrichtig zu beklagen, daßein Mann von so viel Talent, Geschäftskenntniß und Erfahrung dem Lande hatverloren gehen müssen. B. ist, außer einigen früher erschienenen Schriftenüber französische Gesetzgebung, besonders durch geschätzteAbhandlungen übereinzelne Materien des römischen bürgerlichen Rechts" (2 Bde., Braunschweig181?19) undBeiträge zur Geschichte der braunschweigisch-lüneburgischenLande und zur Kenntniß ihrer Verfassung und Verwaltung" (Braunschweig1829), als gelehrter und geistvoller Schriftsteller bekannt geworden.

Bulwer (Eduard Carle Lytton), der Sohn des 1806 verstorbenen Gene-rals Bulwer, geb. 1803, stammt aus einer alten und reichen Familie in der Graf-schaft Norfolk und erhielt von seiner Mutter, der Erbin des nicht minder angese-henen Hauses Lytton, den Beinamen, den er und seine Brüder führen, von wel-chen einer, Henry B., mit welchem er oft verwechselt worden ist, bereits seit län-gerer Zeit im Parlamente sitzt. Nach dem frühen Tode seines Vaters ward erunter dem Augen seiner Mutter erzogen, ehe er nach Cambridge ging, wo sein Ge-dicht über die Bildhauerkunst, das zuerst einzeln und später in einer Sammlungkleiner Gedichte gedruckt wurde, einen Preis gewann. Er hatte früh viel gc-lesen,und früh in das gesellige Leben eingeführt, bildete er jenen scharfen Beobachtungs-geist in sich aus, den er in seinen spätem Werken zeigt. Er hatte bereits in einigenmetrischen Arbeiten:^Veeds and nddlüiners" (1826), ,,0'Kedl, nr tüe i-edel"(1827), in seinem ersten prosaischen Werke, dem Roman?idllland" (1827),seinen vielbegabten Geist erprobt, als er in dem Roman?elüa,n" (1828) einenglücklichen Versuch machte, das gesellschaftliche Leben in den höhern Kreisen derenglischen Hauptstadt zu schildern. Diesem Werke, das seinen Ruhm gründete,folgte 18291Ae disonned" undOevci-eux", ein historischer Roman, unterdessen Charakteren sich die treffliche Schilderung des Lords Bolingbroke auszeich-net.?aul dllilZard" (1830) ist ganz verschieden von seinen Vorgängern, einepolitische Satyre, ein Roman aus dem Leben der mittlem Volksclasse, der dieSache des Volkes mit Kraft und Eifer führt. Die siamesischen Zwillinge, die inLondon gezeigt wurden, veranlaßten den Titel der witzigen metrischen Satyre:1Aesiamesa tnins" (1831), die aber zeigte, daß B. in der ernsten Satyre glücklicherist als in der muntern, die der Stimmung seines Gemüthes weniger verwandtist. Sein neuester Roman: (1832), theilt die Vorzüge seiner

Vorgänger. Richard hat von0elünin" und B.'s spätem Romanen gute Ver-deutschungen geliefert. Als B.'s Hauptverdienst erscheint in diesen Werken einekräftige, wenn auch nicht immer scharf individualisi'rende Charakterschilderung, undso feine Menschenkenntniß, daß man mit Recht bemerkt hat, es finde sich inseinen Romanen der Stoff zu einem trefflichen englischen Rochefoucauld, nurvon edlcrm Gefühl, woran es dem Franzosen fehlt. Seit 1832 ist B. der Her-ausgeber des früher von Thomas Campbell besorgtenKen inc)r>tül)' ma^»e",und er hat dieser Zeitschrift bereits ein erhöhtes Interesse gegeben. Schon 1830wurde B. dringend aufgcfodert, bei der Wahl eines Parlamentsgliedes für ^eouth-wark unter die Bewerber zu treten. Er wollte sich dem frühern RepräsentantenCalvert nicht entgegenstellen, und äußerte bei dieser Gelegenheit seine Theilnahme