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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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Bülow (Heinrich, Freiherr v.)

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angelegenheiten auszugleichen, fand er einige Jugendfreunde und Mitschüler wie-der, die ihn bewogen in Rußland zu bleiben. Er faßte den Entschluß, seine Ta-lente als Schriftsteller zu nutzen, und widmete sich eifrig dem Studium der russi-schen Sprache, von seinem Freunde Gretsch unterstützt, in dessen Zeitschrift seineersten Arbeiten erschienen. Mit dem Jahre 1823 begann er eine eigne Zeitschrift:Nordisches Archiv", die anfanglich ausschließend der Geschichte, Geographie undStatistik gewidmet war, bald aber auch unterhaltende Aufsatze aufnahm. Seinehumoristischen und satyrischen Darstellungen fanden lebhaften Beifall, und erwurde bald einer der beliebtesten Schriftsteller. In Verbindung mit Gretsch be-gann er 1825 eine andere Zeitschrift:Die nordische Biene", und in demselbenJahre gab er das erste dramatische Taschenbuch in russischer Sprache:Uusk-stnlAIsin", heraus, das zwar nicht fortgesetzt ward, aber später Nachahmer fand. Die1827 begonnene Sammlung seiner vermischten Schriften enthält die besten sei-ner früher in Zeitschriften zerstreuten 'Aufsatze, meist fatyrische Sittenschilde-rungen. Diese Skizzen sind zwar oft glücklich aus dem Leben gegriffen und imGanzen das Beste dieser Art, das die russische Literatur darbietet; aber B.'s Sa-tyre hat ein etwas veraltetes Ansehen, seine Facbengebung ist oft mehr blendendals kraftig, die Schilderungen, die er uns gibt, sind nicht selten etwas manierirt,und es fehlt seinen Charakterbildern an Individualität. Nach diesen Versuchenbetrat er 1829 mit seinemIwan Wuishigin, der russische Gilblas" (deutschvon Oldekop; 4 Bände, Petersburg 1839) ein weiteres Gebiet, wo er seinTalent in umfassendem Schilderungen des Charakters und der Sitten desrussischen Volkes zeigen konnte, wiewol dieses Werk nicht, wie man behauptethat, die erste russische Nachahmung des oft nachgeahmten französischen Vor-bildes war. So anziehend dieser Roman als eine Reihe von Schilderungen ist,so kann man ihn doch schwerlich als ein ganz treues Gemälde des russischen Lebensbettachten, da B., obgleich er Einzelnheiten richtig aufgefaßt und manche Zügewahr gezeichnet hat, zu sehr übertreibt und überladet, um die Wirkung zu erhöhen,und da überhaupt die Geschichte eines vom Zufall umhergeschleuderten Abenteurersvielleicht nicht die beste Form einer Schilderung des gesellschaftlichen Auslandes ist.Eine Fortsetzung dieses Romans ist die 1839 erschieneneGeschichte des PeterJwanowitsch Wuishigin", in welche die Ereignisse des Jahres 1812 anstehend ver-flochten sind. Auch im Gebiete des historischen Romans, das V. mit seinemDe-metrius" betrat, war Fedorow, den Walter Scott angeregt hatte, sein Vorgänger ge-wesen. Die Charakterzeichnung ist hier natürlicher und freier von Manier als in B.'sandern Romanen, und einige Charakterbilder sind vortrefflich; er hat den histori-schen Stoff geschickt benutzt, und der Hintergrund, oder das Stillleben seines Ge-mäldes ist mit Sorgfalt und mit vieler Kenntniß der Vorzeit ausgeführt, wennauch zuweilen diese historische Kunde zu freigebig sich darlegt, und er weiß das In-teresse stets lebendig zu erhalten. B.'s neuester Roman ist:Rostavlew, oderRußland im Jahre 1812".

Bülow (Heinrich, Freiherr von), preußischer Gesandter in London, wurde1799 in Mecklenburg-Schwerin geboren, wo sein Vater am großherzoglichen Hofeeins der ersten Äemter bekleidet. Nachdem er durch Hauslehrer und den Besuchvaterländischer Anstalten gehörig vorbereitet worden, bezog er die Universität zuHeidelberg und studirte daselbst 1813, als in Norddeutschland gegen die Franzosenallgemein der Ruf zu den Waffen erging. Er eilte ins Vaterland und trat alsLieutenant in die Reihen der Truppen, die an der Niederelbe unter der Leitung desGenerals Grafen von Wallmoden errichtet oder gesammelt wurden. Als Adjutantdes russischen Obersten (jetzigen Generallieutensnts) von Nosti; half er einige kühneStreifzüge und Uderfälle dieses tapfern und klugen Parteigängers auf dem linkenElbufer ausführen, sowie er auch bei den spätem Bewegungen und Gefechten des

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