Buchner Bührlen 341
Buchner (Andreas), bairischer Collcgienrath, ordentlicher Professor derMedian und Vorstand des pharmaceun'schen Instituts an der Universttat zuMünchen, einer der ausgezeichnetsten jetzt lebenden Pharmaceuten Deutschlands,wuroe 1783 zu München geboren, wo er im dortigen Gymnasium und Lyceumseine erste wissenschaftliche Bildung erhielt und sich zur Theologie vorbereitete;allein seine vorherrschende Neigung und feine verwandtschaftlichen Verhält-nisse bestimmten ihn später, in einem Alter von bereits 20 Jahren sich derPharmacie zu widmen. Er ging 1805, um sich gründlich in den Naturwissenschaf-ten auszubilden, nach Erfurt zu Trommsdorss, in dessen Institut er zwei Jahre ver-weilte, erhielt 1800 die Stelle eines Oberapothekers bei der damals neuerrichtetenEentralstiftungsapotheke in München, und betrieb dabei, durch dienstliche Ver-hältnisse mit der Median häusig in Berührung kommend, im Stillen eifrig dasStudium derselben. Inzwischen hatte er viele Gelegenheiten, durch chemische Un-tersuchungen, wovon jedoch nur Weniges! im Druck erschienen ist, sich geltend zuinachen; auch hielt er in den Jahren 1814 und 1817 chemische Vorlesungen voreiner zahlreichen Versammlung gebildeter Männer aus verschiedenen Classen. Erenrwarf 1814 die Satzungen des pharmaceutischen Vereins in Baiern, zu dessenStiftung er mitwirkte. Einige Monate später (1815) war er auch unter denStiftern des polytechnischen Vereins für Baiern, dessen Zeitschrift („Kunst- undGewerbeblatt") er bis 1818 herausgab. Darauf ward er 1817 zum Assessor beidem Medicinalcomite, und 1818 zum Abjunct der Akademie der Wissenschaf-ten in München, und noch in demselben Jahre zum außerordentlichen Professorder Pharmacie zu Landshut ernannt. Für wissenschaftliche Zwecke machte er eineReise nach Paris. Die Universität in Bonn ertheilte ihm aus freiem Antriebe dieWürde eines Doctors der Meinem und Pharmacie, und 1822 ernannte ihn diebairische Regierung zum ordentlichen Professor der Medicin zu Landshut, was ihnbewog, einen sehr ehrenvollen Ruf nach Freiburg auszuschlagen. Bei Verlegungder landshuter Universität nach München (1826) war er einer der Wenigen, welchedahin berufen wurden, jedoch, in Ermangelung gehöriger öffentlicher Anstalten,genöthigt, sich 1830 aus eignen Mitteln ein Laboratorium einzurichten, um einenpraktischen Unterricht in der pharmaceutischen und analytischen Chemie möglich zumachen und ein pharmaceutisches Privatinstitut zu errichten, welches einen so glück-lichen Fortgang nahm, daß V. 1831 schon gegen 200 Zuhörer um sich hatte. So-wol in theoretischer als praktischer Beziehung hat er sich um die Fortschritte derPharmacie sehr verdient gemacht, und wird als einer ihrer Koryphäen betrachtet.Die vorzüglichsten Producte seiner literarischen Thätigkeit sind: das „Repertoriumfür Pharmacie", das von 1815 — 32 (Nürnberg) zu 41 Bänden angewachsen ist,und worin auch B.'s neueste chemische Arbeiten, die mannichfaltigsten Gegen-stände betreffend, niedergelegt sind; und sein „Vollständiger Inbegriff der Phar-macie" (8 Bde., Nürnberg 1821 — 31), wovon einzelne Theile mehre Auflagenerlebt haben. (11)
Buenos Ayres, s. Plata, La, die Staaten am.
Bührlen (Friedrich Ludwig), geboren zu Ulm am 10. Sept. 1777, warder Erstgeborene von zehn Kindern; sein Vater war Gewerbsmann, Musikus, end-lich Eigenthümer eines Gasthofs. Entreprisen bei dkm Festungsbau waren auchfür ihn eine ziemliche Erwerbsquelle und verschafften dem geschästführenden SohneStudiengeld. Ein Bruder seiner Mutter, in der Mathematik tiefer gebildet, flößteB.Liebe zu diesem Studium ein; ein Vatersbruder, Landpsarrer, war wie dieübrigen Brüder Freund der Musik; auch er diente dem Jünglinge zum Vorbilde.Ulm hatte in seinem öffentlichen Leben, als Reichsstadt, manches Charakteristische;auch das bürg«iiche und politische Geschick der Stadt wirkte auf Sinn und Geistihrer Söhne bedeutend ein; selbst das Räumliche derselben als Reichsfesiung, ihre